Zur Loginbox springen Zur Navigation springen Zum Inhalt springen
Nicht registriert?
12.12.2015, 20:11

Ein Kommentar von Jörg Jakob (Leitung Chefredaktion)

Löws großes Ziel

Bundestrainer Joachim Löw war es schon vorher "völlig egal, wer uns zugelost wird". Viel wichtiger sei, dass mit den feststehenden Gruppengegnern endlich die konkreten Planungen und Vorbereitungen beginnen könnten. Es wurden die bestens bekannten Ukraine und Polen sowie EM-Neuling Nordirland. Jeder dieser Gegner kann auf seine Weise unbequem agieren, ein Weiterkommen der deutschen Nationalelf darf dennoch zweifellos vorausgesetzt werden. Ein Kommentar von Jörg Jakob (Leitung Chefredaktion).

Das Ziel ist der EM-Titel: Bundestrainer Joachim Löw.
Das Ziel ist der EM-Titel: Bundestrainer Joachim Löw.
© Getty ImagesZoomansicht

Nun kann die akribische Arbeit der Trainer und des gesamten Teams hinter dem Team beginnen, die schon 2014 eine wesentliche Grundlage für den höchst erfolgreichen Abschluss des WM-Projekts darstellte. Was bereits in Brasilien eine besondere Stärke der Deutschen war, darauf sollte sich auch 2016 in Frankreich aufbauen lassen.

Löw gefiel vor der Endrunde in Südamerika die Formulierung "Deutschland muss den Titel holen" gar nicht. Bei der Kontinentalmeisterschaft im Nachbarland geht der Weltmeister nun als Top-Favorit ins Rennen, trotz der holprigen Qualifikation. Aber das ist ja gerade die Herausforderung, die auch Löw und Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff so reizt: auf den WM-Titel einen EM-Titel draufzusetzen und damit das Kunststück der Spanier zu wiederholen, die eine Epoche prägten.

Gelingt das, steht Löw quasi auf einer Stufe mit Helmut Schön, der die Nationalelf 1972 erst zum EM- und zwei Jahre später zum WM-Titel führte. Als Weltmeister auch Europameister zu werden, das gelang bisher jedoch keinem Bundestrainer. Sepp Herberger nahm sechs Jahre nach Bern 1954 mit der deutschen Elf am Europa-Nationenpokal 1960 nicht teil. Schöns EM-Auswahl verlor zwei Jahre nach München 1974 im Endspiel von Belgrad 1976 gegen die Tschechoslowakei im Elfmeterschießen mit 3:5. Und nach dem Triumph von Rom unter Franz Beckenbauer 1990 unterlag das DFB-Team unter der Führung von Berti Vogts im Finale der EM in Schweden den sensationellen Dänen 1992 mit 0:2.

Deutschland hat die Qualität, um eine Epoche zu prägen

Das erforderliche Angebot an Spielern, die eine Epoche prägen können, hat Deutschland heute durchaus, weil zahlreiche Weltmeister jung genug und etliche Nachrücker ausreichend begabt und erfahren sind. Durch das Leistungsgefälle einer auf 24 Nationen ausgedehnten Gruppenphase wird diese EM zunächst wohl kaum "besser als eine WM besetzt" sein, wie es früher so oft hieß. Nach der entsprechend einfachen Quali mit Gibraltar kommen für Löw mit England und Italien Ende März die nächsten Härtetests zur rechten Zeit, in denen Problempositionen wie die der Außenverteidiger und im Sturm auf den Prüfstand gehören.

Jörg Jakob (Leitung Chefredaktion)
Jörg Jakob (Leitung Chefredaktion)
© kicker

Diese Testspielgegner im Frühjahr konnte der DFB sich aussuchen, die EM-Gegner im Sommer freilich nicht. Und das ist ganz im Löw'schen Sinne völlig egal, auch nach diesen drei Losen: Wenn der Weltmeister auch Europameister werden will, muss er bereit sein, in Frankreich jeden schlagen zu können.

24 Mannschaften nehmen an der Europameisterschaft teil
Diese Teams fahren zur EM 2016 nach Frankreich
Diese Teams fahren zur EM 2016 nach Frankreich
Diese Teams fahren zur EM 2016 nach Frankreich

Insgesamt 24 Mannschaften nehmen an der Europameisterschaft 2016 in Frankreich teil. Der Gastgeber ist automatisch qualifiziert, die deutsche Nationalmannschaft hat es auch geschafft. Doch welche Teams fahren noch zur EM? Klicken Sie sich durch...
© Getty Images (3), imago (1)

vorheriges Bild nächstes Bild
EM-Turnierrechner
 

3 Leserkommentare

ToppiTrainergott
Beitrag melden
13.12.2015 | 12:18

@intosomethin

Belgien ist No. 1 der Weltrangliste. Dass so ein Team zum Favoritenkreis gehört, ist doch nicht geheim. [...]
intosomethin
Beitrag melden
13.12.2015 | 10:20

Diesmal ist's sehr schwer vorherzusagen

Wer ist der Favourit? Schwer zu sagen: Frankreich ist daheim immer eine Macht und alleine deswegen schon [...]
Dochtgesicht
Beitrag melden
13.12.2015 | 10:20

Ganz schön unverschämt!

"..., ein Weiterkommen der deutschen Nationalelf darf dennoch zweifellos vorausgesetzt werden."
[...]

Seite versenden
zum Thema