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17.11.2014, 00:10

Kroatien: Chaoten überschatten Olics Jubiläum

Skandal in San Siro - Kovac: "Ich schäme mich"

Es hätte so schön werden sollen: Ivica Olic feierte in Mailand beim EM-Qualifikationsspiel seiner Kroaten sein 100. Länderspiel für die Feurigen. Im Spitzenspiel der Gruppe H war dem 35-Jährigen zwar kein Treffer vergönnt, dafür traf aber sein Klubkollege Ivan Perisic und sicherte Kroatien so ein respektables 1:1 im Land des viermaligen Weltmeisters. Das Sportliche avancierte in San Siro aber zur Nebensache, denn der Fußball zeigte einmal mehr seine hässliche Fratze.

Skandal in San Siro: Kroatische Chaoten erzwingen eine Spielunterbrechung.
Skandal in San Siro: Kroatische Chaoten erzwingen eine Spielunterbrechung.
© Getty ImagesZoomansicht

Nachdem bereits in der ersten Hälfte in dem mit gut 7000 Zuschauern gefüllten kroatischen Fanblock zahlreiche Bengalos gezündet worden waren, kam es 17 Minuten vor Schluss zum Eklat: Unzählige Feuerwerkskörper wurden von einigen Unverbesserlichen gezündet und auch auf das Spielfeld geworfen.

Der niederländische Schiedsrichter Björn Kuipers sah sich dazu genötigt, das Spiel für gut zehn Minuten zu unterbrechen und bat die Mannschaften in die Kabinen. Die Sicherheitskräfte schritten sofort ein, räumten den Gästeblock und sorgten für Ordnung. Danach wurde die Partie wieder angepfiffen und endete schließlich mit 1:1. Die Tore schossen dabei Antonio Candreva für Italien (11.) sowie Perisic für Kroatien (15.).

Ob das Resultat Bestand haben wird, das bleibt abzuwarten, denn die Vorkommnisse werden auf jeden Fall die UEFA auf den Plan rufen. Kroatische Chaoten sind in der Vergangenheit bereits mehrfach negativ aufgefallen. Wenig förderlich ist auch die Tatsache, dass im Guiseppe Meazza während des Spiels Sprechchöre mit faschistischem Hintergrund ("Für die Heimat bereit" sowie "Auf geht's Ustasa") zu vernehmen waren. Bedenkt man die Null-Toleranz-Politik der UEFA im Hinblick auf derartige Verfehlungen, könnte die Kroaten eine drakonische Strafe erwarten.

"Das ist nicht das erste Mal, dass so etwas passiert und das ist auch kein Zufall", sagte Nationaltrainer Niko Kovac nach dem Spiel im kroatischen Fernsehen und forderte eine entsprechende Reaktion: "Ich hoffe, dass die verantwortlichen Organe endlich einen Weg finden, um so etwas zu verhindern. Das schadet unserem Ansehen in der Welt. Ich schäme mich."

Auch der kroatische Fußballverband HNS entschuldigte sich bei den Gastgebern und bat um Hilfe. "Wir fordern alle Bereiche der Gesellschaft auf, insbesondere die Regierung, die Vorfälle, die eine Schande für den kroatischen Staat sind, zu überprüfen", hieß es in einer Mitteilung: "Anders als der HNS besitzt der Staat Methoden und Macht, Krawallkultur, Gewalt und jegliche Form illegalen Verhaltens in Stadien zu beseitigen."

drm

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17.11.14
 
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