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16.11.2014, 23:02

Niederlande schafft Befreiungsschlag - Wales 0:0 in Belgien

Kroatien holt 1:1 in Italien - Tschechien schlägt Island

Guus Hiddink kann vorerst durchatmen: Die Niederlande fuhren in der EM-Qualifikation einen souveränen 6:0-Erfolg ein. Der Bondscoach muss nicht - wie für den Fall eines weiteren Rückschlags angekündigt - zurücktreten. Wales holte einen Punkt in Belgien und bleibt Erster. Norwegen siegte dank Nordtveit. Am Abend gewann Tschechien nach Rückstand 2:1 gegen Island. In Mailand stand die Partie Italien gegen Kroatien kurz vor dem Abbruch.

Klaas Jan Huntelaar
Durchsetzungsstark: Klaas Jan Huntelaar traf beim 6:0 gegen Lettland doppelt.
© Getty ImagesZoomansicht

"Wenn wir verlieren, trete ich zurück." Bondscoach Guus Hiddink hatte sich im Vorfeld des EM-Qualifikationsspiels gegen Lettland selbst ein Ultimatum gestellt. Unter dem 68-Jährigen, der im Sommer auf den zu Mancherster United abgewanderten Louis van Gaal gefolgt war, hatten die Niederlande vier von fünf Partien verloren. Zuletzt setzte es eine 2:3-Testspielpleite gegen Mexiko. In Amsterdam schoss sich der WM-Dritte nun aber den Frust von der Seele. Nach nur sechs Minuten köpfte van Persie nach Zuspiel von Robben zur Führung ein. Noch vor der Pause sorgten Robben (35.) und Huntelaar (42.) für die Vorentscheidung.

Auch nach dem Wechsel hatte Oranje leichtes Spiel: Der frühere Hamburger Bruma (78.) sowie erneut der überragende Robben (82.) und Huntelaar (89.) sorgten für den klaren 6:0-Erfolg, der Hiddink zumindest einmal durchatmen lässt. Kleiner Wermutstropfen: Mittelfeldspieler Blind musste schon in der ersten Hälfte verletzt raus - was vor allem Hiddink-Vorgänger van Gaal missfallen dürfte.

Vier aus Vier: Tschechien auf EM-Kurs

Das Topspiel der Gruppe stieg am Abend in Pilsen, wo sich Tschechien und Island gegenüberstanden. Beide Teams hatten ihre ersten drei Partien gewonnen. Und es war das Überraschungsteam aus Skandinavien, das nach neun Minuten in Führung ging. Ragnar Sigurdsson nutzte einen Patzer von Torhüter Cech. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte gelang den Tschechen durch Kaderabek der Ausgleich. Ein skurriles Eigentor von Bödvarsson (61.) ebnete den Gastgebern den Weg zum Sieg. Und der war verdient, auch wenn Gylfi Sigurdsson noch am Pfosten scheiterte.

Türkei siegt nach Aufregung um Volkan Demirel

Neue Hoffnung schöpfte die Türkei, für die das 3:1 gegen Kasachstan im vierten Spiel den ersten Sieg bedeutete. Kurios: Torhüter Volkan Demirel stürmte wegen Pfiffen und Verunglimpfungen durch Fans beim Aufwärmen vom Platz und verließ das Stadion. Er wurde durch Volkan Babacan ersetzt.

Bale & Co. punkten auch in Belgien - Israel besiegt Bosnien

Seit der WM 1958 hat sich Wales nicht mehr für ein großes Turnier qualifiziert. Die Chancen darauf, dass diese Durststrecke endet, sind am Sonntag wieder ein wenig gewachsen. In Brüssel erkämpften sich die Waliser ein wertvolles 0:0. Dabei mussten sie allerdings vor allem in der ersten Hälfte einigem Druck standhalten. Torhüter Hennessey parierte stark gegen Chadli, Lombaerts scheiterte am Pfosten. Nach der Pause kamen dann auch die Gäste zu Chancen. Bale verfehlte das Tor nur knapp. Durch den Punktgewinn bleiben die Waliser genau wie Belgien weiterhin ungeschlagenen.

Gareth Bale
Achtungserfolg in Brüssel: Gareth Bale (r.) und Wales feierten ein 0:0 in Belgien.
© Getty Images

Die Tabellenspitze übernahm in der Gruppe B am Abend jedoch Israel, das gegen WM-Teilnehmer Bosnien-Herzegowina einen klaren 3:0-Erfolg einfuhr. Der frühere Lauterer Vermouth (36.), Damari (45.) und Zahavi (70.) trafen. Bei den Gästen, bei denen der Leverkusener Spahic sein Comeback feierte, sah Sunjic drei Minuten nach der Pause die Rote Karte. Auch Zypern bleibt nach dem 5:0 gegen Fußballzwerg Andorra im Rennen.

De Rossi und Olic im 100er Klub - Chaoten sorgen fast für Abbruch

Ciro Immobile
Schwerer Stand: Ciro Immobilie kam mit Italien nur zu einem 1:1 gegen Kroatien.
© Getty ImagesZoomansicht

Das Spitzenspiel der Gruppe H stieg in Mailand, wo sich Italien und Kroatien gegenüberstanden. Für zwei Spieler war es eine besondere Partie: Roma-Urgestein de Rossi und der Wolfsburger Olic absolvierten jeweils das 100. Länderspiel. Den ersten Wirkungstreffer setzten die Italiener. Candreva besorgte mit einem platzierten Schuss von der Strafraumgrenze das 1:0 (11.). Die Antwort der Gäste ließ nicht lange auf sich warten, nur vier Minuten später glichen sie aus. Allerdings unter gütiger Mithilfe von Rekordnationalspieler Buffon, der einen scheinbar harmlosen Perisic-Schuss aus spitzem Winkel durchrutschen ließ. Nach dem Ausgleich musste Schiedsrichter Kuipers die Partie erstmals für anderthalb Minuten unterbrechen, weil kroatische Anhänger Feuerwerkskörper aufs Spielfeld warfen und Rauchbomben zündeten.

Das kroatische Team lieferte eine beherzte Vorstellung ab und ließ sich auch durch den frühen Ausfall von Modric (28./Oberschenkelprobleme) nicht aus der Bahn werfen. In der 73. Minute brannte es im kroatischen Block erneut, wieder kam Pyrotechnik zum Einsatz. Kuipers unterbrach die Partie erneut, führte die Teams diesmal sogar vom Platz. Nach gut zehn Minuten ging es doch noch weiter. Tore fielen nicht mehr. Kroatien und Italien stehen weiter punktgleich an der Spitze der Gruppe.

Norwegen ist dem Duo dank eines mühsamen 1:0-Erfolgs in Aserbaidschan aber auf den Fersen. Der Gladbacher Nordtveit (25.) erzielte in Baku den Treffer des Tages. Bei den Gastgebern saß erstmals seit sechs Jahren nicht Berti Vogts in einem Pflichtspiel auf der Bank. Der frühere Bundestrainer war Mitte Oktober von seinem Amt zurückgetreten.

ski

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