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29.06.2012, 08:00

Chefreporter Karlheinz Wild nach dem Scheitern der Nationalelf

Aus der Traum: Bundestrainer Joachim Löw hat sich verzockt

Irgendwie war schon angerichtet. Das Gala-Finale gegen die Titelverteidiger aus Spanien schien bei dieser EURO 2012 so nahe und die Chance, den nicht mehr so übermächtig auftrumpfenden Welt- und Europameister zu besiegen und nach 16 langen Jahren wieder einen Titel zu gewinnen, so groß wie lange nicht mehr.

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kicker-Chefreporter Karlheinz Wild
kicker-Chefreporter Karlheinz Wild
© kicker

Von kicker-Chefreporter Karlheinz Wild


15 Nonstop-Siege in Pflichtspielen, eine neue globale Bestmarke, erhöhten den Respekt der internationalen Konkurrenz vor dieser tollen, jungen deutschen Nationalmannschaft und stärkten das Selbstbewusstsein des Teams um Kapitän Philipp Lahm. Diese runderneuerte DFB-Auswahl fühlte sich zu Recht bereit für den großen Triumph.

Doch dann kamen diese Italiener. Bundestrainer Joachim Löw, der zuvor noch gepredigt hatte, seine Mannschaft wolle wie immer, so auch in dieser Vorschlussrunde ihr Spiel durchsetzen, stellte sich und die Seinen jedoch extrem auf diesen äußerst guten, spielstarken und cleveren Gegner ein. Seine Aufstellung richtete er über die Maßen an Personal und Spielweise der Azzurri aus, er veränderte seine Elf personell und taktisch gravierend - und verzockte sich dabei.

Spielbericht

Löw nominierte überraschend Toni Kroos, der in Kooperation mit Mesut Özil die italienische Zentrale mit Andrea Pirlo und Daniele de Rossi verdichten und so ersticken sollte, zerstörte damit aber die bisherige Balance in seiner Elf, auf dem Platz und in den Köpfen. Die rechte deutsche Seite war nach vorne und vor allem nach hinten offen, nach guten Möglichkeiten zu Beginn erzielten die Italiener zwei herrliche Treffer und schockierten die mental angeblich so stabile deutsche Mannschaft total. Löws Team kam mit dieser neuen taktischen Vorgabe nicht zurecht und nicht mehr zurück in dieses Spiel, trotz aller Bemühungen.

Zur Pause, beim 0:2-Rückstand, musste und wollte der Bundestrainer seinen Fehlgriff korrigieren. Nachvollziehbar war seine Entscheidung, den extrem schwachen Lukas Podolski sowie Mario Gomez gegen Miroslav Klose und Marco Reus auszutauschen. Warum aber hielt Löw weiter an seinem körperlich und spielerisch völlig überforderten Mittelfeldboss Bastian Schweinsteiger fest? Warum musste die Mannschaft einen nicht annähernd auf Topniveau befindlichen Schweinsteiger - Ausnahme: der 2:1-Sieg gegen die Niederlande - in vier EM-Begegnungen durchfüttern? Der DFB-Chefcoach betonte immer wieder, er würde allein auf zu 100 Prozent fitte Akteure zurückgreifen. Bei Schweinsteiger machte er eine fatale Ausnahme, die ihn Glaubwürdigkeit kosten wird, insgesamt und auch in seiner Mannschaft.

Ratlosigkeit: Bundestrainer Joachim Löw in der Schlussphase des Halbfinals gegen Italien.
Ratlosigkeit: Bundestrainer Joachim Löw in der Schlussphase des Halbfinals gegen Italien.
© Getty Images

Dieses EM-Halbfinale in Warschau hat diesem Bundestrainer ohnehin einige Schrammen zugefügt. Der Glaube an sein immer goldenes Händchen ist erschüttert. Dennoch hat Joachim Löw seit 2006 einen sehr guten Job gemacht. Diese deutsche Mannschaft hat Talent, Klasse und deshalb eine verheißungsvolle Zukunft. Allerdings verlangen diese feinen Voraussetzungen ihre Bestätigung, also endlich einen Titel. Die Begeisterung rund um diese sympathische Nationalmannschaft ist schön; aber Partystimmung ist das eine, sportlicher Erfolg das andere. Auf Dauer wollen die Fans nicht sich selbst feiern, sondern endlich den großen Triumph. Dieser Anspruch treibt vor allem auch die Spieler. Ein Philipp Lahm (28) und Bastian Schweinsteiger (27), die als die Protagonisten dieser neuen, angeblich goldenen Generation gelten, müssen allmählich aufpassen, dass ihnen nicht die Zeit davonläuft. Vorerst müssen sie weiter warten, bis 2014, bis zur WM in Brasilien.

Video zum Thema
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29.06.12
 

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weitere Infos zu Löw

Vorname:Joachim
Nachname:Löw
Nation: Deutschland
Verein:Deutschland

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Vereinsdaten

Teamname:Deutschland
Gründungsdatum:01.01.1900
Anschrift:Deutscher Fußball-Bund (DFB)
Otto-Fleck-Schneise 6
Postfach 71 02 65
60492 Frankfurt am Main
Telefon: 0 69 - 6 78 80
Telefax: 0 69 - 6 78 82 66
Internet:http://www.dfb.de/

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