
Noch ist es ruhig im Casa Azzurri, wo sonst ein Treiben herrscht wie auf dem Mailänder Corso. Siesta italiana nach der Festa gegen England. "Bravissimo". Vereinzelte Rufe, als der Maestro kommt. Cesare Prandelli schreitet wie ein Staatspräsident die Ehrenformation der entzückten Medienmeute ab. Wo gibt es das sonst, dass der Nationaltrainer so beklatscht wird? Nur in "Bella Italia".
"Ciao Cesare!" beginnen die meisten Fragen, die eher einer Lobpreisung gleichen. "Ciao", antwortet Prandelli, ganz bella figura auf dem Podium. Draußen reichen sie zur Feier des Tages Salami und Melone. Wein darf nicht fehlen.
Szenenwechsel. Craicova-Stadion. Die Reserve trainiert. Die Stammspieler sind im Quartier. Ein Mario Balotelli beispielsweise pflegt seine müden und abgeschlafften Glieder im Luxushotel Turowka in Wieliczka, wo das Salzbergwerk so berühmt ist wie die Beine der Profis. Barbara Moschini, die Pressechefin, erklärt alles.
Halt! Hat Barbara geflunkert? Da ist er doch, der fesche Mario. Auf der Pressetribüne scheint er zu erscheinen. Auflauf. Kameras, Objektive, Diktiergeräte. Eine Traube um den Mann mit der Irokesen-Frisur. Die Reporter jauchzen ob des unverhofften Interviews. Langsam lichtet sich die Masse aus Menschenleibern. Zum Glück niemand verletzt. Die meisten haben verstanden. Es ist nicht das Original, sondern eine Kopie. Gleicher Friseur zwar, ähnliche Statur, fast identische Gesichtszüge. Doch wer genau hinschaut, erkennt den Irrtum. Es ist ein Balotelli, doch der heißt Ennoch mit Vornamen. Der jüngere Bruder, der ein Zwilling sein könnte. Interviews trotzdem, erst recht für die asiatische Kollegenschaft. Ob sie in Fernost die Sequenzen dieser "Köpenickiade" als authentisch verkaufen?
Szenenwechsel. Krakau Zentrum. Zu Beginn eine turbulente Fußball-Hochburg, nun ein normales Ausflugsziel. Nur die Azzurri sind noch da, die Niederländer längst abgereist, die Engländer, von der Squadra eliminiert, packten am Montag. Nur noch wenige Fans, vereinzelte Tifosi. Pauschaltouristen beherrschen das Stadtbild.
Nur Mario Balotelli ist überall. Nachmittags auf dem Rynek Glowny, dem imposanten Platz. Vor einem Straßencafe hat "Sky sport" die Scheinwerfer aufgebaut. Die Kommentatorin, hübsch anzusehen und gewandet in Zitronengelb, redet ins Rotlicht. "Oh", stößt sie auf einmal hohe Schreie aus. "Da ist Mario Balotelli!" Ein Auto, Scheibe heruntergekurbelt, drinnen ein Hahnenkamm auf glattem Schädel zu erblicken. Ein Winken und ein Ruf. Mario kennt anscheinend die Sky-Dame und findet sie ganz nett. Doch Halt machen will er nicht.
Eine Fata Morgana? Nein, es war tatsächlich der echte Mario Balotelli, keine Fälschung. Gar beide Balotellis, räkelnd auf dem Rücksitz. Die Brüder auf einer privaten Stadtrundfahrt.
Szenenwechsel. Casa Azzurri am Abend. Das obligatorische Konzert eines Italo-Barden. Edoardo Bennato, der 1990 mit Gianna Nannini die WM-Hymne komponierte, rockt ab. In einem Pirlo-Trikot. "Forza Italia" bei jedem Hit. Italien schon Europameister im "ukrainischen Sommer", wie der Liedermacher spontan textet. Tolle Stimmung auch ohne Mario Balotelli. Der war nicht aufzufinden - weder der richtige noch der falsche.
Hans-Günter Klemm
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| Zeit | Sender | Sendung |
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| 15:00 | SKYBU | Fußball: Bundesliga |
| 15:00 | SDTV | ZSKA Moskau - Kuban Krasnodar |
| 15:30 | SKYS2 | Tennis: Wimbledon |
| 16:00 | SKYS1 | Fußball: UEFA Champions League |
| 17:00 | SKYBU | Fußball: Bundesliga |
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Re: Naja........
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Geissbockjuenger
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Re: Copa Libertadores - VIERTELFINALE
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VashtheStampede
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Re (2): S04 - 2013 / 14
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Frankyman
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