Der DFB-Präsident lobte die Entwicklung der deutschen Nationalelf und stellte heraus, dass sie bei den vergangenen vier Turnieren jeweils unter den Top drei gelandet ist - den Confed-Cup 2005 mit eingerechnet.
Top drei? Das reicht Niersbach diesmal nicht, auch er wünscht sich natürlich endlich wieder einen großen Titel. Dennoch stellt er klar: "Selbst wenn etwas nicht so laufen sollte, wie wir uns das alle erhoffen, wird niemand bei uns in ein Tal der Depressionen fallen." Soll heißen: Auch bei einem erneuten Scheitern kurz vor dem großen Ziel zöge man in der Verbandsspitze ein positives Fazit.
„ Ich hatte das Gefühl, alle hätten lieber die Engländer gehabt. “ Oliver Bierhoff
Bierhoff hat vor dem Duell mit Italien am Donnerstagabend (20.45 Uhr, LIVE! bei kicker online) in Warschau eine "gute Anspannung" in der Mannschaft ausgemacht. "Die Statistik", nach der Deutschland noch nie bei einem großen Turnier die Italiener bezwingen konnte, "spielt bei den Spielern keine Rolle", ist er sich sicher.
"Ich hatte das Gefühl", räumt der Manager zwar ein, "alle hätten lieber die Engländer gehabt." Der Respekt vor Italien sei hoch. Positiv findet Bierhoff aber, dass einige Spieler mit dem Viertelfinalspiel gegen Griechenland (4:2) "sehr selbstkritisch" umgegangen seien. "Sehr hohe Konzentration" und "große Entschlossenheit" statt Überheblichkeit - das habe die Mannschaft, die sich am Vorabend zum gemeinsamen "Spider-Man"-Gucken zusammengefunden hatte, verinnerlicht.
Ob das der Schlüssel fürs Halbfinale gegen Angstgegner Italien wird? Mit 50 Tonnen Gesamtgepäck flog die DFB-Elf anschließend nach Warschau, das Motto gab ihr Niersbach mit auf den Weg: "Jetzt ist die Zeit mal reif."