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18.06.2012, 13:55

Bei einem 2:2 zwischen Spanien und Kroatien ist Italien raus

Buffon will nichts mehr von Keksen hören

Manch einer fühlt sich wegen des Weiterkommens der Griechen schon an die EURO 2004 in Portugal erinnert. Die Italiener aus ganz anderen Gründen - und dabei wird ihnen ganz anders. Trennen sich Spanien und Kroatien im abschließenden Gruppenspiel 2:2 sind die Azzurri draußen. Die gleiche Ausgangsposition gab's schon vor acht Jahren. Damals hießen die Gruppenkontrahenten Schweden und Dänemark. Und das Spiel endete - 2:2.

Gigi Buffon, Antonio Cassano und Giorgio Chiellini
Beim Training am Sonntag herrschte gute Laune: Gigi Buffon (l.) mit Antonio Cassano und Giorgio Chiellini.
© Getty ImagesZoomansicht

Er ist in Italien dieser Tage Gesprächsthema Nummer eins: Il biscotto, der Keks oder auch das Plätzchen. So nennt man einen zwar nicht im Voraus abgemachten, aber günstigen Deal, der zwei Parteien zugutekommt und eine dritte ins Verderben schickt. Angesichts der Konstellation in der Gruppe C vor den abschließenden Spielen befürchtet man in Italien, dass Spanien und Kroatien heute Abend Plätzchen austauschen werden. So wie Dänemark und Schweden 2004. Auch damals hatten die Azzurri zuvor zweimal unentschieden gespielt.

Eine süffisante Note erhält die ganze Angelegenheit zweifellos dadurch, dass die Keks-Produktion in der italienischen Serie A - wie der jüngste Skandal zeigte - ja auch nicht gerade mit Absatzschwächen zu kämpfen hat. Italiens Kapitän Gigi Buffon hatte die Vorfälle unlängst so kommentiert: "Es wurde nicht immer manipuliert - manchmal sind zwei Verletzte eben besser als ein Toter."

Dass sich das nicht auch Spanien und Kroatien denken, hoffen nun ausgerechnet die Italiener. Bei den beiden Gruppengegnern stießen die Befürchtungen ohnehin auf Unverständnis. "Eine Respektlosigkeit" nannte sie Spaniens Torjäger Fernando Torres. Der kroatische Verteidiger Vedran Corluka von Bayer Leverkusen merkte schnippisch an: "Wer hat noch gleich den Wettskandal im Land?"

Der Teil des Gehirns, der solche Sachen beinhaltet, existiert bei uns nicht. Ich verspreche den Italienern: Leute, fürchtet euch nicht davor.Kroatiens Nationaltrainer Slaven Bilic

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Wobei auch Buffon das Gerede mächtig nervt: "Mamma mia, Keks hier, Keks da, Keks überall", wetterte der Torhüter: "Als seien immer die anderen schuld, als ob wir immer ein Alibi bräuchten und nie Verantwortung besäßen, als sei die Bravour der anderen Teams eine Schmach für unser Ego. Dieses Kneipengeschwafel ist eine Argumentation von Verlierern." Rumms! Das saß.

Ohnehin müssen die Italiener erst einmal Irland schlagen. Vor dem Duell mit den Schützlingen von Giovianni Trapattoni plagt Nationalcoach Cesare Prandelli ein Sturmproblem. Sein Team lieferte bisher zwar zwei gute Auftritte ab, doch in den letzten fünf Partien gelangen lediglich zwei Tore, der letzte Sieg liegt schon sieben Monate zurück!

Balotelli muss wohl auf die Bank - Barzagli kehrt zurück

Prandelli wird deshalb auf seine angestammte 4-3-1-2-Taktik zurückgreifen und im Sturm Antonio di Natale von Beginn an für den bislang glücklosen und angeschlagenen Mario Balotelli bringen. Den Platz hinter den Spitzen wird entweder Thiago Motta oder Alessandro Diamanti übernehmen. In der Defensive kehrt der frühere Wolfsburger Andrea Barzagli nach überstandener Verletzung in die Abwehrzentrale zurück. Außerdem starten voraussichtlich die beiden offensiven Außenverteidiger Ignazio Abate und Federico Balzaretti.

Seit Trapattoni die Iren trainiert, gab es drei Duelle mit Italien. Keines davon gewann der viermalige Weltmeister (0/2/1). Auch diesmal dürfen die Azzurri nicht auf die Gutmütigkeit ihrer Landsleute hoffen. "Wir sind zwar ausgeschieden, werden aber keine Geschenke verteilen", erklärte Irlands Co-Trainer Marco Tardelli. Trapattoni selbst hatte schon größere Rotationen in seiner Startelf ausgeschlossen: "Sonst heißt es, ich wolle Italien helfen."

Für den Fall eines Ausscheidens haben die Italiener für Dienstagnachmittag sicherheitshalber schon einen Flug Richtung Mailand geblockt. Ob zum Bordmenü dann auch Kekse gehören würden, ist nicht bekannt.

18.06.12
 

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