| Vorname: | Bert |
| Nachname: | van Marwijk |
| Nation: | Niederlande |
| Verein: | Borussia Dortmund |
Es scheint also die Stunde zu schlagen für Schalkes Torjäger Klaas-Jan Huntelaar, der neben Robin van Persie stürmen soll. "Ich habe mehrmals mit dem Bondscoach gesprochen. Zu einem bestimmten Zeitpunkt hat man genug gesagt, und dann muss er eine Entscheidung fällen", kommentierte der 29-Jährige seine bisherige Nichtberücksichtigung.
Nun sollen Huntelaar und wohl auch Rafael van der Vaart mithelfen, dass die Elftal doch noch die Kurve kriegt. Was nicht so einfach wird, denn das eigene Schicksal ist nicht nur verknüpft mit einem Sieg gegen Portugal, der mit zwei Toren Unterschied ausfallen muss. "Wir sind abhängig von Deutschland, und das fühlt sich nicht gut an", betont Arjen Robben vom FC Bayern vielsagend. Soll heißen: Es missfällt, dass ausgerechnet Deutschland dazu beitragen könnte, dass der Einzug ins Viertelfinale doch noch gelingen könnte.
Ungachtet dieser Eventualität - zwischen Trainerteam und Mannschaft scheint es nicht mehr zu stimmen. Van Marwijk ist nach den zwei Pleiten angeschlagen, sein Stuhl wackelt trotz jüngster Vertragsverlängerung bis 2016. Währenddessen ist wohl Wesley Sneijder in die Chefrolle geschlüpft. Er gibt nicht nur auf dem Platz, sondern auch im Training den Ton an. Eine Laufeinheit beendete der Mittelfeldstar von Inter Mailand spontan ohne Rücksprache mit dem zuständigen Trainer. Ob das für die Disziplin spricht, ist wohl mehr als fraglich.
Offensiv forderte Sneijder nach der Niederlage gegen das DFB-Team (1:2) die Veränderung der ersten Elf: "Huntelaar und van der Vaart sind Superspieler. Sie haben bewiesen, dass sie in die Startelf gehören", sagte er. Zu Lasten unter anderem von van Marwijks Schwiegersohn Mark van Bommel. Dem will Sneijder auch noch die Kapitänsbinde abnehmen. "Ich fühle, dass ich dieser Aufgabe gewachsen bin", so Sneijder.
Es ist ganz nebenbei auch noch ein Kampf gegen die Statistik: In zehn Spielen gegen Portugal gab es nur einen Sieg für die Elftal, und noch nie hat eine Mannschaft nach zwei Niederlagen zu Turnier-Beginn noch die K.o.-Runde erreicht.
Erfährt Oranje tatsächlich das EM-Aus, Hohn und Spott im Netz würden dann wohl nicht so schnell enden. Über Twitter kalauerte ein User: "Die Holländer waren noch müde van der Vaart." Und Vorrundenaus auf niederländisch heißt jetzt "Heimrobben". Doch wer weiß - vielleicht kommt ja alles doch ganz anders, und am Ende lachen Robben & Co.


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