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05.06.2012, 14:15

Frankreich: Blanc tritt auf die Euphoriebremse

Ribery & Co. auf Rehabilitationstour

Vor zwei Jahren bot die französische Nationalelf bei der WM in Südafrika ein Bild des Jammers, wurde nach dem skandalösen Aus inklusive Spielerrevolte selbst in der Heimat mit Hohn und Spott überhäuft. Zwei Jahre später will die Equipe Tricolore die Schande von 2010 endgültig ad acta legen und mit einem guten Auftritt die Herzen der Fans zurückerobern.

Laurent Blanc
Hauchte der Equipe Tricolore neues Leben ein: Nationalcoach Laurent Blanc.
© imagoZoomansicht

Wie man seinen Ruf gründlich ruinieren kann, haben "Les Bleus" bei der WM 2010 vor der Weltöffentlichkeit hervorragend demonstriert. Der Dauerstreit zwischen Verbandsführung, Spielern und dem ungeliebten Ex-Coach Raymond Domenech eskalierte in Südafrika. Mit gegenseitigen Demütigungen, Revolten, Rausschmissen, Undiszipliniertheiten und Beschimpfungen sorgten die Beteiligten tagtäglich für negative Schlagzeilen, hinzu kamen unterirdische Leistungen mit dem vorzeitigen Aus. Mit Genuss konnten die internationalen Medien von den Zuständen im französischen WM-Quartier in Knysna berichten, auch, weil sie durch Maulwürfe aus den zerstrittenen Fraktionen stets besten informiert wurden.

Nach dem großen Reinemachen wurde die Verantwortung in neue Hände gelegt. Noel Le Gräet wurde neuer Verbandspräsident, Laurent Blanc folgte auf Domenech als Nationalcoach.

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Und "Le President", wie der Welt- und Europameister genannt wird, hauchte der Equipe Tricolore wieder neues Leben ein. Seit 20 Spielen sind die Blauen mittlerweile ohne Niederlage, auch wenn der ganz große Glanz früherer Tage fehlt. Aber auch die deutsche Nationalelf hat bei der 1:2-Niederlage im Februar die Stärke von Ribery & Co. zu spüren bekommen.

Fast noch wichtiger ist jedoch das neue Verantwortungsgefühl der Spieler. "Die Gruppe entwickelt sich sehr gut", sagt Blanc, der aus den zerstrittenen Einzelkönnern wieder eine Einheit geformt hat. Letzteres ist besonders wichtig für eine multiethnische Gesellschaft wie Frankreich. Nur so kann die Equipe Tricolore wieder zum Vorbild werden.

Blanc tritt auf die Euphoriebremse

Blanc und die Spieler haben in den letzten zwei Jahren viel dafür getan, dass die Grande Nation auf ihre Nationalelf wieder ein bisschen stolz sein kann. Doch die Erfolgsserie der letzten Monate ließ auch die Ansprüche steigen, gar von Titeln war zuletzt die Rede. Blanc tritt aber kräftig auf die Euphoriebremse: "Die Leute wollen, dass wir in nur 15 Monaten ein tolles Team mit tollen Spielern haben und spielen wie die Niederlande, Spanien oder Deutschland. Das ist unmöglich", so der 46-Jährige.

Mit England, Schweden und der Ukraine hat Frankreich in der Gruppe D eine zumindest auf dem Papier lösbare Aufgabe vor der Brust, das Erreichen der K.o.-Runde erscheint durchaus möglich. Doch viel wichtiger als der reine Erfolg dürfte für das multiethnisch geprägte Frankreich das Auftreten der Nationalelf sein. Denn diese stand lange Zeit stellvertretend für die erfolgreichen Integrationsbemühungen Frankreichs. Diese Vorbildrolle wieder zurückzuerobern, genießt bei Ribery & Co hohe Priorität.

Denn die eigentliche Herausforderung steht erst in vier Jahren an: die Heim-EM 2016. Dann will Frankreich wieder um den Titel mitspielen - mit den eigenen Fans im Rücken.

 
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