
Verglichen mit anderen Städten, gibt es Donezk noch gar nicht so lange. Im Jahre 1869 gründete der Waliser John Hughes im Stadtgebiet des heutigen Donezk einen Betrieb zur Gewinnung und Verarbeitung von Metallen. Hier entstand rasch eine Siedlung, die nach Hughes die russische Bezeichnung Jusowka bekam. Bereits um die Jahrhundertwende lebten hier 50.000 Einwohner. 1917 wurde Jusowka zur Stadt erhoben und 1924 zu Ehren Stalins in Stalino umbenannt.
Im Zweiten Weltkrieg wurde das Zentrum beinahe komplett zerstört und von 1941 bis 1943 von den deutschen Truppen besetzt. Mehr als 60.000 Bürger wurden in dieser Zeit ermordet. Knapp die Hälfte der Bewohner war jedoch vor Ankunft der Besatzer nach Osten geflohen. Nach Kriegsende wurde die Stadt durch die Eingemeindung zahlreicher Ortschaften wesentlich größer angelegt als zuvor. Seit 1961 hat Donezk seinen heutigen Namen, der sich von seiner Lage im Donezbecken und der Nähe zum Donez, einem Nebenfluss des Don, ableitet. In den 60er Jahren wurde die Stadt von der UNESCO als "grünste Industriestadt" ihrer Größe ausgezeichnet.
Die Stadt liegt eigentlich in einer Steppenlandschaft, ist aber dennoch von Wäldern, Anhöhen und Seen umgeben. Die weiten Flächen in der Umgebung von Donezk werden vorwiegend landschaftlich genutzt. Donezk liegt am Kalmius, der 120 Kilometer südlich der Stadt in das Asowsche Meer mündet. Das Nebenmeer des Schwarzen Meers ist ein beliebtes Urlaubsgebiet der Bevölkerung.
Seit kurzem gibt es direkte Flugverbindungen von Österreich und Deutschland nach Donezk. Zweimal wöchentlich fährt die Bahn von Berlin bis in die EM-Stadt. Pünktlich zum großen Fußball-Event soll in diesem Jahr die erste Metro-Linie der Stadt eingeweiht werden. Die Wirtschaft konzentriert sich auf die Chemie- und Stahlindustrie sowie auf den Abbau von Kohle. Donezk ist eine Partnerstadt von Bochum, beide Städte stehen in regelmäßigem Austausch. Dies betrifft vor allem Angebote für Jugendliche oder der Caritas.

Wer Ruhe und Erholung abseits des EM-Trubels sucht, ist in den zahlreichen Grünflächen der Stadt gut aufgehoben. Diese beginnen bereits rund um das Stadion. Auch für Blumenliebhaber lohnt sich ein Stadtspaziergang. Der Blumenschmuck der "Stadt der Millionen Rosen" ist weit über die Grenzen des Landes bekannt.
Zu den sehenswerten Gebäuden in Donezk zählen das Opernhaus der Stadt und das Theater. Die Friedensglocke war ein Geschenk der Partnerstadt Bochum und kann heute in der Parkanlage in Donezk besichtigt werden. Das Denkmal zu Ehren des Stadtgründers John Hughes befindet sich ebenfalls im Zentrum von Donezk und ist einen Besuch wert.
Auch Donezk hat sich für die EM 2012 im eigenen Land eine neue Spielstätte geleistet. Im Jahr 2006 wurde mit den Bauarbeiten für das neue Stadion begonnen, bereits im August 2009 konnte die Donbass Arena feierlich eröffnet werden. Zur Einweihungsparty gab sich unter anderem Pop-Sängerin Beyonce Knowles die Ehre und trat im Rahmen ihrer Tournee hier auf. Eigentümer des Stadions ist Rinat Achmetow, der mit einem geschätzten Vermögen von 16 Milliarden US-Dollar der reichste Mann der Ukraine ist. In der Donbass Arena trägt der Fußballklub Schachtar Donezk, dessen Präsident Achmetow ist, seine Heimspiele aus.
Von der UEFA wurde das neue Stadion mit fünf Sternen ausgezeichnet, hier befinden sich neben einer großen Parkanlage auch ein Fußballmuseum und Restaurants. Die Donbass Arena wurde multifunktional angelegt: Neben Sportereignissen und Konzerten finden auch kulturelle Veranstaltungen oder Wirtschaftstreffen statt. Das Highlight des Jahres ist jedoch die Fußball-EM. Drei Vorrundenspiele der Gruppe D zwischen Frankreich, England und der Ukraine werden hier zu sehen sein. Außerdem ist Donezk Austragungsort des Viertelfinales des Siegers der Gruppe C gegen den Gruppenzweiten der Gruppe D. Am 27. Juni können die 51.504 Zuschauer ihre Stars im Halbfinale anfeuern.
Die Fußballelite der Ukraine kommt aus Donezk. Der Klub Schachtar Donezk sicherte sich in der vergangenen Saison die Meisterschaft und ist auch in diesem Jahr wieder ganz vorne mit dabei. Aus dieser Kaderschmiede stammt der Bayern-Spieler Anatoliy Timoshchuk, der von 1998 bis 2007 hier kickte. Der zweite Verein der Stadt, Metalurh Donezk, spielt ebenfalls in der höchsten ukrainischen Liga und hält sich meist im Mittelfeld der Tabelle auf. Das Basketballteam von Donezk mischt ebenfalls in der höchsten Klasse des Landes mit. Der BK Donezk wurde in der vergangenen Saison Vize-Meister.
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