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05.04.2012, 13:00

Die EM-Städte im Überblick

Lwiw: Multikulti deluxe

Lwiw ist für die Ukraine die Tür zum Westen. Diese wird sich im Juni öffnen und die Nationalmannschaften aus Europa empfangen, denn auch hier werden drei Vorrundenspiele der EM 2012 ausgetragen. Deutschland sollte sich die Stadt mit dem besonderen Kultur-Mix genauer ansehen: Denn zweimal wird die deutsche Elf in der Arena Lwiw auflaufen.

Lwiw: Multikulti deluxe
Bunter Mix: Im Zentrum der Stadt trifft Barock auf Jugendstil und Renaissance auf Klassizismus.
© picture allianceZoomansicht

Geschichte

An der heutigen Position der Stadt errichtete der Fürst Danilo Romanovi? im Jahre 1256 eine Burg für seinen Sohn. Davon leitet sich der Name Lew ab, was so viel bedeutet wie "dem Löwen gehörend". Nach einem Angriff der Mongolen ging Lwiw an Polen über.

Ab Mitte des 14. Jahrhunderts siedelten sich hier deutsche Bürger, Juden und Christen an. Ab 1356 war die Amtssprache für fast 200 Jahre Deutsch, obwohl im Umland ukrainisch gesprochen wurde. In der frühen Neuzeit entwickelte sich die Stadt neben Krakau, Wilna und Warschau zu einem wichtigen Handelsplatz im Zentrum der polnischen Kultur. 1661 gründete König Johann II. Kasimir in Lwiw eine Universität, die heute die älteste der Ukraine ist.

In der Zweiten Polnischen Teilung fiel die Stadt an das Geschlecht der österreichischen Habsburger. Lwiw wurde die viertgrößte Metropole im Vielvölkerstaat. Um 1900 waren etwa die Hälfte der Einwohner Polen, ein Viertel Juden und die restlichen 25 Prozent Ruthenen, die damalige Bezeichnung für Bewohner, die aus der Ukraine stammten. Diese wurden von der polnischen Mehrheitsbevölkerung diskriminiert.

Lwiw: Multikulti deluxe
Große Show: Als die Arena Lwiw feierlich eröffnet wurde, war sie noch gar nicht fertiggestellt.
© imagoZoomansicht

Zum Ende des Ersten Weltkrieges wurde in Lwiw die Westukrainische Republik gegründet. Doch nach heftigen Kämpfen errang Polen die Herrschaft und besetzte die Stadt. In den Jahren 1939 bis 1941 wurde Lwiw nach der sowjetischen Besetzung Ostpolens in die Ukrainische Sowjetrepublik eingegliedert. Nach Hitlers Überfall auf die Stadt wurde ein großer Teil der jüdischen Bevölkerung ermordet, einerseits im errichteten Ghetto Lwiw, andererseits im Arbeitslager oder im Vernichtungslager Belzec.

1944 fiel die Stadt wieder in die Hände der Sowjetunion, die meisten ansässigen Polen wurden vertrieben. Gleichzeitig wurden zahlreiche Ukrainer, die aus dem Zentrum des polnischen Staates fliehen mussten, hier angesiedelt. Die ethnische und kulturelle Zusammensetzung der Stadt änderte sich massiv: Anstelle der polnischen, deutschen und jüdischen Bevölkerung kamen Ukrainer. Seit der Wende gehört Lwiw zur unabhängigen Ukraine.


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Geographische Lage

Lwiw liegt am Fluss Poltwa, im Westen der Ukraine. Die Stadt ist nur etwa 80 Kilometer entfernt vom polnischen Nachbarland. Lwiw zählt zu den wichtigsten Zentren der Westukraine. Viele Bewohner dieser Region, die die Landessprache sprechen und sich anstelle der im Osten lebenden, russischsprechenden Bevölkerung als die "eigentlichen Ukrainer" sehen, bezeichnen Lwiw als die "heimliche Hauptstadt des Landes".

Lwiw wurde sehr lange vom Zusammenleben verschiedener Bevölkerungsgruppen geprägt: Bis ins 20. Jahrhundert gab es hier neben einer polnische Bevölkerungsmehrheit auch viele jüdische Anwohner. Aber auch Minderheiten ukrainischer, deutscher oder armenischer Herkunft fanden hier eine Heimat. Die Stadt verfügt über einen internationalen Flughafen, der mehrmals wöchentlich von europäischen Großstädten angeflogen wird. Aus Österreich, Polen oder Russland ist auch die Anreise mit der Bahn möglich.


Sehenswürdigkeiten

In Lwiw verschmelzen die verschiedensten kulturellen Stile miteinander, was sich vor allem in der Bauweise niederschlägt: Renaissance trifft auf Barock, Klassizismus auf Jugendstil und Art déco. Das Stadtzentrum blieb auch im Zweiten Weltkrieg unversehrt, seit 1998 steht es deshalb auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes. Die Oper in Lwiw gehört zu den Wahrzeichen der Stadt. Der historische Bau orientiert sich an der Renaissance und dem Barock, konkretes Vorbild scheint aber die Wiener Hofoper gewesen zu sein.

Der Lytschakiwski-Friedhof ist ebenfalls einer der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Seit seiner Anlegung im Jahre 1787 war er die Hauptbegräbnisstätte der Intelligenz, Ober- und Mittelschicht. Nachdem Lwiw lange Zeit Zentrum der polnischen Kultur war, sind hier sowohl zahlreiche bekannte ukrainische Persönlichkeiten begraben, als auch viele Polen. Außerdem wurden hier viele Kriegsopfer beerdigt.


Stadion

Eigens für die EM 2012 hat Lwiw ein Fußballstadion aus dem Boden gestampft. Die Arena Lwiw war die letzte der vier ukrainischen Spielstätten, die eingeweiht wurde. Dabei war das Stadion bei seiner Eröffnung noch gar nicht fertig: Am 29. Oktober des vergangenen Jahres wurde die Premierenparty gefeiert, da die UEFA vorsieht, dass jedes Stadion mindestens sechs Monate vor dem ersten offiziellen Spiel in Betrieb genommen werden muss.

Im Länderspiel am 15. November wurde auf dem Rasen auch endlich gekickt: Die Ukraine gewann gegen das Team aus Österreich mit 2:1. Bei der EM 2012 muss die deutsche Elf im kleinsten Stadion des Turniers das erste Mal ran: Am 9. Juni treffen sie hier vor 34.915 Zuschauern auf Portugal, bevor der Gegner am 17. Juni Dänemark heißt. Im dritten Spiel, das hier ausgetragen wird, begegnen sich die Kontrahenten des deutschen Teams.


Sportstadt Lwiw

Die erfolgreichste Fußballmannschaft der Stadt ist Karpaty Lwiw. Die Mannschaft kickt in der höchsten Spielklasse der Ukraine. 2010 gewann Borussia Dortmund in der Europa League zweimal gegen den Klub (4:3, 3:0). Früher war Lwiw auch für seinen Motorsport bekannt: Im damals polnischen Lwow fand von 1930 bis 1933 der Automobil-Grand-Prix statt. Die EM ist für Lwiw nicht genug: Die Stadt will sich die Winterspiele 2022 sichern. Die offizielle Bewerbung dafür muss im kommenden Jahr eingereicht werden.

Die EM-Städte im Überblick
Lwiw: Multikulti deluxe
Die Deutschen sollten sich Lwiw etwas genauer ansehen: Immerhin kickt das Team von Jogi Löw bei der EM 2012 zweimal hier. Doch auch rund ums Stadion gibt es in der Multikulti-Stadt viel zu entdecken.
Besondere Atmosphäre

Die Deutschen sollten sich Lwiw etwas genauer ansehen: Immerhin kickt das Team von Jogi Löw bei der EM 2012 zweimal hier. Doch auch rund ums Stadion gibt es in der Multikulti-Stadt viel zu entdecken.
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