
Im Laufe der frühesten Geschichte wurde das Gebiet an der Weichselmündung von Völkern aus Skandinavien und baltischen Siedlern bewohnt. Danzig wurde die Hauptstadt von Pommerellen, das zeitweise von Polen regiert wurde, dann aber wieder die Unabhängigkeit erlangte.
Ein wichtiger Wirtschaftszweig der Stadt war die Gewinnung von Bernstein. Der begehrte und wertvolle Rohstoff wurde bis hin zum Mittelmeer und nach Ägypten geliefert. Schon seit vorgeschichtlicher Zeit verbanden Handelswege von der Nordsee und Ostsee, besonders die so genannte Bernsteinstraße, das Weichseldelta mit der mediterranen Welt.
Zum Schutz vor der Belagerung der Brandenburger in Danzig wurde 1308 der Deutsche Orden zu Hilfe gerufen. Dieser setzte sich gegen die Brandenburger durch und besetzte anschließend die Stadt. Durch den Vertrag von Kalisch einigten sich das Königreich Polen und der Deutschordenstaat 1343 friedlich über die Angliederung Pommerellens.
Bereits im 13. Jahrhundert gewann Danzig eine immer stärkere Position in der Hanse. 1457 wurde Danzig das Große Privileg durch den polnischen König verliehen, nachdem sie diesen im dreizehnjährigen Krieg zwischen Polen und dem Preußischen Bund auf der einen Seite und dem Deutschen Orden auf der anderen unterstützt hatten. Damit erhielt die Stadt Hoheitsgebiete, Landrechte und eine weitgehende Autonomie. Infolge des Krieges war Danzig nun direkt dem polnischen Herrscher unterstellt.
Konnte Danzig noch 1570 gegenüber dem polnischen König seine Unabhängigkeit durchsetzen, so ging die Stadt bei der Zweiten Teilung Polens 1793 an Preußen über. Von 1871 bis 1920 gehört sie zum Deutschen Reich und wurde zum souveränen deutschen Kleinstaat "Freie Stadt Danzig" unter dem Schutz des Völkerbundes. Im Zweiten Weltkrieg wurde Danzig von sowjetischen Truppen besetzt, 90 Prozent der Bebauung lag in Schutt und Asche. Nach 1945 wurden die verbliebenden Deutschen von den Truppen vertrieben. Zurück blieb nur eine Minderheit der ehemaligen Stadtbevölkerung. Zahlreiche Baudenkmäler wurden später in Anlehnung an die Frühzeit rekonstruiert.

Der Anfang vom Ende: Im Jahr 1980 erhoben sich die Arbeiter der Leninwerft in Danzig und gründeten die Gewerkschaft "Solidarnosc", um gegen Preiserhöhungen von Lebensmitteln zu protestieren. Dieses und weitere Ereignisse waren erste Anzeichen für den allmählichen Zerfall des Ostblocks. Zu einer der bekanntesten Figuren im Kampf gegen die kommunistischen Machthaber wurde der Streikführer Lech Walesa. Im Jahr 1983 wurde ihm der Friedensnobelpreis verliehen, von 1990 bis 1995 war er Präsident Polens.
Das Krantor, ein Stadttor in der Danziger Innenstadt, ist das Wahrzeichen der Hafenstadt. Bereits 1363 wurde ein solcher doppelturmiger Torvorgängerbau aus Holz an dieser Stelle errichtet. Das Krantor gehört zu den ältesten Vorrichtungen dieser Art, heute befindet sich darin ein Teil des Schifffahrtsmuseums.
Kirche der Superlative: Die katholische Marienkirche in Danzig gehört zu den größten Gotteshäusern aus Backstein weltweit. 25.000 Menschen finden hier Platz - etwas Vergleichbares gibt es in Europa selten. Auch um sich nach dem langen Sitzen im Stadion die Beine zu vertreten, gibt es hier genau das Richtige: Die Lange Gasse. Sie ist die Prachtstraße Danzigs und verläuft im Zentrum der Stadt. Am Langen Markt ist dann Schluss.
Derzeit leben 450.000 Einwohner in Danzig. Mit der Eisenbahn ist die Stadt direkt von Berlin und den wichtigsten polnischen Städten zu erreichen. Seit der Wende durchläuft der Flughafen eine rasche Entwicklung und ist mittlerweile der drittgrößte des Landes. Er wird von 40 nationalen und internationalen Gesellschaften angeflogen, darunter auch Lufthansa. Der Hafen in Danzig dient als wichtiger Umschlagplatz für etwa 17 Millionen Tonnen jährlich. Die größten Industrien der Stadt sind der Schiffsbau und die chemische Verarbeitung. In jüngster Zeit ist auch ein rasanter Aufschwung der High-Tech-Branche festzustellen.
Eigens für die EM 2012 wurde die PGE Arena in Danzig errichtet. 41.582 Sportbegeisterte können hier drei Vorrundenspielen und eine Viertelfinale des Turniers verfolgen. Die internationale Premiere feierte das Stadion am 6. September 2011 bei einem 2:2 zwischen Polen und der deutschen Elf. Die PGE Arena ist die Heimspielstätte des polnischen Erstligisten Lechia Gdansk.
Um gleich beim Thema EM 2012 zu bleiben: Auch Danzig hat seinen eigenen, erfolgreichen Fußballverein. Lechia Gdansk freut sich seit der vergangenen Saison, die der Verein auf dem achten Platz beendete, über die neue PGE Arena. Zwischen den Fans von Lechia Gdansk und denen der Arka Gdynia aus der gleichnamigen Nachbarstadt gibt es eine große Rivalität. Das liegt weniger an sportlichen Hintergründen, sondern vielmehr an der geographischen Lage: Beide Lager beanspruchen für sich den Titel der "Herrscher des Nordens".
Auch auf dem Eis macht Danzig keine schlechte Figur: In der vergangenen Saison wurde Stoczniowiec Gdansk Sechster in der ersten Eishockeyliga Polens. Tischtennis ist ebenfalls eine beliebte Sportart in Danzig. So holte Natalia Partykam, die ohne rechte Hand und Unterarm geboren wurde, bei den vergangenen Turnieren Medaillen bei den Paralympics, Europa- und Weltmeisterschaften. Michal Dziubanski aus Danzig holte 2000 und 2002 Silber bzw. Bronze bei den Europameisterschaften. 2011 fand hier die Tischtennis-EM statt.
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| 10:45 | EURO | Tennis |
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| 11:45 | SKYS1 | Fußball |
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