45 Minuten lang arbeitete die Türkei am Dienstagabend für das "Wunder von Zagreb" hart. Bereits nach wenigen Sekunden zog Hamit Altintop aus der Distanz ab, sein Schuss klatschte an den rechten Pfosten, den Abpraller jagte Kazim Kazim in die Arme von Kroatiens Keeper Pletikosa.
Die Türken, bei denen Nationalcoach Guus Hiddink in seinem aller Voraussicht nach letztem Spiel seine Startelf gegenüber dem 0:3 in Istanbul gleich auf acht Positionen änderte, spielten mit viel Leidenschaft und Engagement weiter. Nach rund 20 Minuten bekamen die Kroaten aber Zugriff auf die Partie und ließen in der Defensive nur noch wenig zu.
Nach dem Seitenwechsel fehlte den Türken dann der Glaube an die Wende. Die Kroaten kontrollierten nun die Partie, das Hiddink-Team konnte nicht mehr zulegen. So blieb es am Ende beim torlosen Remis, was den Kroaten den Weg zur EURO 2012 in Polen und der Ukraine ebnete.
Montenegros Nationalcoach Branko Brnovic versprach den Tschechen in Podgorica die "Hölle". Ganz so schlimm war es zwar nicht, doch das Publikum im Stadion Gradski machte mächtig Betrieb. Auf die Mannschaft, die auf Fürths Pekovic (Rückenbeschwerden) verzichten musste, sprang der Funke zunächst aber nicht über. Montenegro tat sich gegen die disziplinierten Tschechen sehr schwer, lediglich Damjanovic hatte in der 40. Minute eine nennenswerte Chance.
Im zweiten Durchgang schaltete das Brnovic-Team einen Gang höher. Und prompt ergaben sich Chancen. In der 51. Minute krachte ein Damjanovic-Knaller an die Querlatte, 180 Sekunden später köpfte Vucinic aus kurzer Distanz drüber. Und in der 71. Minute rettete Cech gleich zweimal glänzend gegen Damjanovic.
In der Schlussphase setzte Brnovic alles auf eine Karte, insgesamt fünf Stürmer standen auf dem Platz. Die Tschechen nutzten den sich bietenden Raum durch Jiracek in der 81. Minute aus, damit war die Entscheidung gefallen, Tschechien wird bei der EURO 2012 dabei sein.
In Irland war nicht nur das Stadion voll, auch die Pubs in Dublin und in anderen Orten der grünen Insel platzten aus allen Nähten. Das 4:0 aus dem Hinspiel sorgte für eine riesige Euphorie, an der zweiten Teilnahme an einer Europameisterschaft nach 1988 bestanden nur noch ganz wenige Zweifel. Dementsprechend wurden die "Boys in Green" bereits im Vorfeld gefeiert, und feiern können die Iren bekanntlich gut.
Auch die Nationalelf trug das ihre dazu bei. Das Tor durch Ward in der 32. Minute ließ die Stimmung nochmals steigen, der Ausgleich durch Vassiljevs ließ den Lärmpegel nur unwesentlich sinken. Das Team von Nationalcoach Giovanni Trapattoni wird im nächsten Jahr im Konzert der Großen mitmischen.

En packendes Duell lieferten sich Portugal und Bosnien-Herzegowina. Am Ende feierten die Portugiesen, die durch das 6:2 (2:1) zur EURO 2012 fahren und damit wie bereits in den Play-offs zur WM 2010 Bosnien-Herzegowina erneut ausschalteten.
Im Estadio da Luz gingen die Portugiesen durch zwei Traumtore von Cristiano Ronaldo (8.) und Nani (24.) früh in Führung, alles deutete auf einen eher ruhigen Abend hin. Daraus wurde nichts, denn Misimovic hielt die Südosteuropäer durch sein Elfmetertor in der 41. Minute um Rennen.
Weiter ging's in Abschnitt zwei mit dem zweiten Treffer von Superstar Ronaldo, der einen Alleingang gekonnt abschloss (53.). Als kurz darauf auch noch Lulic (55.) vom Platz flog, wähnten sich die Portugiesen erneut auf der sicheren Seite. Doch Spahic schlug für Bosnien-Herzegowina in Unterzahl zurück (65.).
Portugal ließ sich aber nicht mehr vom Weg abbringen: Das 4:2 durch Helder Postiga (72.) brach den Wiederstand der Bosnier, Veloso (80.) und erneut Helder Postiga (82.) schraubten das Ergebnis auf 6:2.
| Mannsch. I | Mannsch. II | Erg. | ||
|---|---|---|---|---|
Bosnien-Herzegowina | - | Portugal | 0:0 (0:0) | |
Türkei | - | Kroatien | 0:3 (0:2) | |
Tschechien | - | Montenegro | 2:0 (0:0) | |
Estland | - | Irland | 0:4 (0:1) | |
Kroatien | - | Türkei | 0:0 (0:0) | |
Montenegro | - | Tschechien | 0:1 (0:0) | |
Irland | - | Estland | 1:1 (1:0) | |
Portugal | - | Bosnien-Herzegowina | 6:2 (2:1) | |