1996 und 1998 betreute Hiddink die Niederlande bei der EURO in England und der WM in Frankreich. 2002 sorgte er für Furore, als er den damaligen WM-Co-Gastgeber Südkorea bis ins Halbfinale führte. Dort scheiterten die Asiaten dann an der deutschen Nationalmannschaft (0:1), dennoch genießt Hiddink in Südkorea Kultstatus. Und im Jahr 2006 betreute er Australien, das bei der WM 2006 in Deutschland erstmals in seiner Geschichte das Achtelfinale erreichte und dort nur denkbar knapp an Italien (0:1) scheiterte.
Nun also will Hiddinik die Türkei zur EURO 2012 führen. Vom Erfolg in den Play-offs dürfte auch seine Zukunft abhängen. Denn besonders nach dem 1:3 gegen die deutsche Mannschaft schlug ihm am Bosporus heftiger Gegenwind ins Gesicht. Nur mit Ach und Krach sicherte sich die Türkei Rang zwei hinter der DFB-Elf. Ein Aus in den beiden "Endspielen" dürfte denn auch das Ende der Ära Hiddink als türkischer Nationaltrainer bedeuten. Kein Wunder, dass sein größter beruflicher Wunsch zum Geburtstag deshalb ein Erfolg in der K.o.-Runde ist.
Zuletzt verließ den eloquenten und mehrsprachigen Niederländer sowieso ein wenig das Glück. Mit Russland, das er 2008 noch bis ins Halbfinale der EURO 2008 in Österreich und der Schweiz geführt hatte, verpasste er die Qualifikation für die WM 2010 und auch in der Türkei lief es bisher alles andere als rund.
Mit Kroatien erwischten die Türken nun zu allem Überfluss den neben Portugal wohl schwersten Gegner. Denn in der Gruppe F konnten die Kroaten bei zehn Spielen sieben Siege und ein Remis einfahren, insgesamt sammelten sie 22 Punkte. Nur die Schweden waren um zwei Zähler besser, die Skandinavier sicherten sich dadurch als bester Gruppenzweiter bereits ihr EM-Ticket.
Hiddink vertraut gegen die Kroaten auf zwei Legionäre aus der Bundesliga: Neben Hamburgs Gökhan Töre berief Hiddink auch Leverkusens Ömer Toprak, der sich erst vor Kurzem gegen den DFB entschieden hat. Hinzu kommen die beiden ehemaligen Bundesligaprofis Halil (Trabzonspor) und Hamit Altintop (Real Madrid). Der ebenfalls bei Real Madrid unter Vertrag stehende Nuri Sahin wurde dagegen nicht berücksichtigt. Halil Altintop, der Eintracht Frankfurt nach dem Abstieg im Sommer verließ, kam zuletzt im Oktober 2010 zu einem Einsatz im türkischen Nationaltrikot.
In Play-offs machten die Türken bisher unterschiedliche Erfahrungen. Vor der EURO 2000 sowie der WM 2002 setzten sie sich in den K.o.-Duellen durch, in den Play-offs zur EURO 2004 und der WM 2006 scheiterten sie dagegen.
| Mannsch. I | Mannsch. II | Erg. | ||
|---|---|---|---|---|
Bosnien-Herzegowina | - | Portugal | 0:0 (0:0) | |
Türkei | - | Kroatien | 0:3 (0:2) | |
Tschechien | - | Montenegro | 2:0 (0:0) | |
Estland | - | Irland | 0:4 (0:1) | |
Kroatien | - | Türkei | 0:0 (0:0) | |
Montenegro | - | Tschechien | 0:1 (0:0) | |
Irland | - | Estland | 1:1 (1:0) | |
Portugal | - | Bosnien-Herzegowina | 6:2 (2:1) | |