Deutschland hatte sich Platz eins in der Gruppe A nach acht Siegen in Folge bereits vor dem Auswärtsspiel in Istanbul gesichert. Eine makellose Bilanz ist nach dem Spiel am Freitagabend weiter möglich, denn auch ohne die verletzten Özil und Klose siegte das DFB-Team mit 3:1 und fuhr damit den 50. Sieg in der Ära Löw ein. Gegen die von Guus Hiddink trainierte Türkei nutzte das deutsche Team seine wenigen Chancen eiskalt. Die Pausenführung nach Tor von Gomez war schmeichelhaft, Neuer hatte zuvor per Glanzreflex den Rückstand verhindert. Nach dem Wechsel waren die Gäste dann präsenter und erhöhten durch einen platzierten Müller-Schuss. Hakan Balta sorgte in der Schlussphase doch noch einmal für neue Spannung, ehe Schweinsteiger den neunten Sieg im neunten Spiel vom Elfmeterpunkt unter Dach und Fach brachte.
Die Türken müssen nun hoffen, dass sich das DFB-Team am Dienstag nicht den ersten Ausrutscher erlaubt. Dann nämlich gastieren die Belgier in Düsseldorf, die durch einen souveränen 4:1-Erfolg gegen Kasachstan vorerst Platz zwei eroberten. Der Nürnberger Simons stellte die Weichen nach 40 Minuten per Elfmeter auf Sieg, Supertalent Hazard (OSC Lille) legte noch vor der Pause nach. Spätestens als der frühere Hamburger Kompany auf 3:0 erhöhte, war die Entscheidung gefallen. Belgien liegt nun einen Punkt vor der Türkei, die zum Abschluss gegen Aserbaidschan aber die vermeintlich leichtere Aufgabe vor sich haben.
Für Österreich war die Endrunde schon vor dem Auftritt in Aserbaidschan außer Reichweite. Mit Marcel Koller steht der neue Teamchef bereits fest. Der Schweizer tritt sein Amt jedoch erst Anfang November offiziell an. So führte noch einmal Interimscoach Ruttensteiner Regie. Und der brachte Rückkehrer Ivanschitz von Beginn an. Der Mainzer krönte sein Comeback nach langer Nationalmannschaftspause in seinem 50. Länderspiel mit dem Führungstreffer (34.). Zu diesem Zeitpunkt waren die Hausherren nach Rot gegen Yunisoglu bereits dezimiert. Torjäger Janko sorgte nach dem Wechsel per Doppelpack für klare Verhältnisse. Am Ende hieß es 4:1.
Die WM 2010 in Südafrika verfolgte Russland nur vor dem Fernseher. Bei der EM-Endrunde in Polen und der Ukraine ist die "Sbornaja" aber so gut wie sicher wieder dabei. Dzagoev (ZSKA Moskau) ließ die Schützlinge von Trainer Dick Advocaat in der Slowakei jubeln und brachte die Qualifikation damit praktisch unter Dach und Fach. Am letzten Spieltag reicht den Russen gegen den noch punktlosen Fußballzwerg Andorra vor heimischer Kulisse bereits ein Unentschieden zum Gruppensieg.
Armenien bei der EM? Was zu Beginn der Qualifikation als Hirngespinst abgetan worden wäre, kann immer noch wahr werden! Das Überraschungsteam von Coach Vardan Minasyan hielt den Traum von der Endrunde durch ein 4:1 gegen Mazedonien am Leben. Der gebürtige Brasilianer Pizzelli, Mkhitaryan, Ghazaryan und Sarkisov trafen für die Gastgeber. Mazedonien, das vom Mainzer Noveski aufs Feld geführt wurde, agierte nach Gelb-Rot gegen Sumulikoski (53.) lange in Unterzahl. Um Zweiter zu werden, müssen die Armenier nun allerdings noch in Dublin die Iren schlagen. Die Trapattoni-Schützlinge hielten sich beim 2:0 in Andorra schadlos und gehen mit einem Punkt Vorsprung in die letzte Runde.
Italien hatte die Fahrkarte zur EM in der Gruppe C bereits gelöst, dennoch war das Spiel in Serbien für die Azzurri nach den Vorfällen im Hinspiel, als serbische Hooligans in Genua für einen Spielabbruch sorgten, keines wie jedes andere. Trotz des Fehlens von Pazzini, Criscito und Balotelli gelang den Prandelli-Schützlingen in Belgrad ein Traumstart: Nach nur 53 Sekunden schoss Marchisio, am vergangenen Wochenende Doppeltorschütze bei Juves 2:0 gegen Milan, die Gäste in Führung. Sein erstes Tor im Nationaldress. Zum Sieg sollte es aber nicht reichen, denn einen Tosic-Schuss fälschte Ivanovic entscheidend und unhaltbar für Buffon zum 1:1 ab. Dabei blieb es, weil die Serbien ergebnislos anrannten und die Italiener sich mit dem Punkt zufriedengaben.
Serbien muss nun noch einmal zittern. Die überraschend starken Esten fuhren in Nordirland nämlich einen 2:1-Erfolg an und schoben sich damit auf Rang zwei. Am letzten Spieltag drücken die spielfreien Balten nun dem am Freitag spielfreien Slowenien die Daumen. Dort ist Serbien zum Siegen verdammt ist, wenn es noch über die Play-offs zur EURO 2012 will. Ein Punkt wäre für das Team Trainer Vladimir Petrovic zu wenig, da der direkte Vergleich an Estland ging..
In der Gruppe D ist alles angerichtet für den großen Showdown zwischen Frankreich und Bosnien-Herzegowina. Die Franzosen kamen gegen Albanien auch ohne die verletzten Ribery, Benzema, Abidal und Sagna zu einem 3:0-Erfolg. Ein frühes Tor von Malouda (11.) brachte die Blanc-Elf auf Kurs, Remy und Reveillere besorgten den Rest.
Die Bosnier ließen gegen Außenseiter Luxemburg nichts anbrennen. Die früheren Wolfsburger Dzeko (12.) und Misimovic (15./22.) sorgten schnell für klare Verhältnisse, Pjanic und Medunjanin erzielten die weiteren Treffer auf dem Weg zum 5:0-Erfolg. Frankreich liegt damit weiterhin einen Punkt vor Bosnien-Herzegowina. Am letzten Spieltag treffen beide im Stade de France zu Paris aufeinander.
Schon durch waren auch die Niederlande. Der Vize-Weltmeister hätte in der Gruppe E zwar noch auf Rang zwei abrutschen können, wäre dann aber auf jeden Fall als bester Zweiter qualifiziert gewesen. Gegen Außenseiter Moldawien wahrte die Elftal (ohne den verletzten Robben) durch den neunten Sieg im neunten Spiel ihre makellose Bilanz und sicherte sich durch einen glanzlosen 1:0-Heimerfolg nun auch den Gruppensieg. Der Schalker Huntelaar erzielte den Treffer des Abends.
Schweden brachte Platz zwei mit einem 2:1 in Finnland unter Dach und Fach. Larsson und Olsson trafen für die Gäste bei Regen und starkem Wind in Helsinki jeweils zu Beginn der Hälfte. Für die Finnen reichte es nur noch zum Anschlusstreffer durch Toivio. Die am Freitag spielfreien Ungarn können zwar noch mit den Schweden gleichziehen. Aufgrund des gewonnenen direkten Vergleichs haben Ibrahimovic & Co. ihr Play-off-Ticket jedoch sicher.
Im pickpackevollen Olympiakos-Stadion von Piräus hatte Griechenland im Topduell der Gruppe F Kroatien zu Gast. In der ersten Hälfte musste die Partie nach Krawallen auf der Tribüne zwischenzeitlich unterbrochen werden. Auf dem Rasen passierte hingegen lange Zeit so gut wie gar nichts. Schließlich jubelten doch die Hellenen: Samaras brach in der 71. Minute den Bann, als ihm der Ball im Strafraum glücklich vor die Füße fiel, der Frankfurter Gekas machte bei seinem Nationalelf-Comeback acht Minuten später alles klar. Die Griechen eroberten damit die Tabellenführung und entschieden zugleich den direkten Vergleich zu ihren Gunsten. Zum Abschluss langt Hellas in Georgien schon ein Remis zum Erreichen der EM-Endrunde, Kroatien trifft auf Lettland.
Montenegro schien in der Gruppe G auf der Zielgeraden zuletzt die Puste auszugehen. Nach dem 1:2 bei den bis dahin sieglosen Walisern musste Trainer Zlatko Kranjcar nach einem Zerwürfnis mit Verbandspräsident Dejan Savicevic gehen. Und auch unter Branko Brnovic schien sich der Negativtrend fortzusetzen. Gegen die noch ungeschlagenen Engländer lagen die Montenegriner nach Treffern von Young und Bent schon 0:2 hinten. Doch dann sorgte Zverotic kurz vor der Pause für neue Hoffnung. Nach dem Wechsel bescherte Rooney seinem Team einen Bärendienst, als er gegen Dzudovic nachtrat und von Schiedsrichter Wolfgang Stark des Feldes verwiesen wurde. Die Hausherren starteten in Überzahl nun einen leidenschaftlichen Sturmlauf, der in der Nachspielzeit durch Delibasics Kopfballtor belohnt wurde.

England ist trotz des Remis für die EM qualifiziert, muss dort wohl aber zumindest zum Auftakt auf Rooney verzichten. Durch das späte 2:2 sicherten sich die Montenegriner ihr Play-off-Ticket. Die Schweiz unterlag in Wales nämlich mit 0:2 und hat damit keine Chance mehr auf Platz zwei. Nach torloser erster Hälfte nahm das Unheil für die von Ottmar Hitzfeld trainierten Eidgenossen nach dem Wechsel seinen Lauf. Erst sah Ziegler nach einem harten Foul am bärenstarken Bale die Rote Karte (55.), dann brachte der Nürnberger Klose im Sechzehner Gunter zu Fall, Ramsey verwandelte den fälligen Elfmeter (60.). Bale machte elf Minuten später alles klar.
In der Gruppe H fällt die Entscheidung am letzten Spieltag! Dann machen die punktgleichen Dänemark und Portugal Platz eins und zwei im direkten Duell unter sich aus. Nach dem 3:1-Erfolg im Hinspiel reicht den Portugiesen ein Unentschieden. Am Freitag setzten sich die Dänen auf Zypern klar mit 4:1 durch (Routinier Rommedahl gelang ein Doppelpack). Die Portugiesen ließen Island nach 3:0-Führung, ManUniteds Nani traf doppelt, zwar noch einmal auf 3:2 rankommen, Joao Moutinho und Eliseu sorgten beim 5:3 schließlich aber für die Entscheidung. Die spielfreien Norweger haben aufgrund der klar schlechteren Tordifferenz gegenüber Portugal sowie dem verlorenen direkten Vergleich gegen Dänemark kaum noch Chancen.
Spanien war in der Gruppe I erwartungsgemäß eine Klasse für sich. In Tschechien, wo die Spanier zuvor noch nie gewonnen hatten, fuhr der Welt- und Europameister den siebten Sieg im siebten Spiel ein. Mata und Xabi Alonso erzielten beim 2:0-Erfolg die Treffer.

Die Tschechen dürfen trotz der Niederlage allerdings weiter auf Rang zwei hoffen: Schottland kam zwar in Liechtenstein durch Craig Mackail-Smith (32.) zu einem denkbar mageren 1:0-Erfolg und zog erst einmal vorbei. Doch am letzten Spieltag müssen die "Bravehearts" dann in Alicante gegen Spanien ran. Wohl eine "Mission Impossible". Läuft alles erwartungsgemäß, reicht Tschechien in Litauen zum Abschluss ein Punkt. Doch solange gilt für die Schotten: Die Hoffnung stirbt zuletzt.