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06.09.2011, 23:53

Schweiz hofft weiter - England kurz vor dem Ziel

Spanien, Italien und die Niederlande haben das Ticket für Polen und die Ukraine sicher

Nach Deutschland haben auch Spanien, Italien und die Niederlande das Ticket für die EM in Polen und der Ukraine sicher. Auch England machte einen großen Schritt. Frankreich spielte in Rumänien 0:0 und hat Bosnien im Nacken, Griechenland patzte in Lettland und musste Kroatien passieren lassen. Die Schweiz darf nach dem Sieg gegen Bulgarien weiter hoffen, für Österreich ist der EM-Zug hingegen endgültig abgefahren.

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Emanuel Pogatetz gegen Burak Yilmaz
Ausgeträumt! Die EM 2012 findet ohne Österreich (r. Emanuel Pogatetz gegen Burak Yilmaz) statt.
© picture alliance

Deutschland hatte sich durch das 6:2 gegen Österreich bereits am Freitag als erstes Team für die EM 2012 qualifiziert. In der Gruppe A geht es somit nur noch um Platz zwei und ein Ticket für die Play-offs. Die besten Aussichten darauf hat weiterhin die Türkei, die in Österreich allerdings nicht über ein 0:0 hinauskam. Arda Turan hätte das Tor Richtung Polen und Ukraine weit aufstoßen können, doch der Mittelfeldspieler scheiterte in der Nachspielzeit mit einem Foulelfmeter an Torhüter Grünwald, der zuvor Yilmaz gelegt hatte. Für Österreich ist der EM-Zug durch das Ergebnis abgefahren. Die Amtszeit von Teamchef Dietmar Constantini liegt in den letzten Zügen. Die Türken gehen mit zwei Punkten Vorsprung auf Belgien in die letzten beiden Spiele. Beide Teams müssen noch gegen das DFB-Team ran.

Ein weiteres Erfolgserlebnis gab für Berti Vogts, der mit Aserbaidschan 3:2 gegen Kasachstan gewann.


In der Gruppe B bleibt es spannend. Russland verpasste in Moskau gegen Irland einen großen Schritt Richtung Polen und Ukraine. Die Gastgeber belagerten zwar über 90 Minuten den gegnerischen Strafraum, doch irgendwie schafften es die Schützlinge von Giovanni Trapattoni, ein torloses Unentschieden über die Zeit zu retten. Torhüter Given brachte die Russen mit seinen Paraden reihenweise zur Verzweiflung, Verteidiger Dunne war der Turm in der Schlacht.

Die Slowakei hätte am Abend mit Spitzenreiter Russland gleichziehen können. Doch der WM-Debütant von 2010 blamierte sich gegen Armenien bis auf die Knochen und ging vor heimischer Kulisse mit 0:4 unter! Nun darf sogar der Außenseiter bei nur einem Punkt Rückstand auf Platz zwei von der EM-Endrunde träumen. Die Slowakei ist zumindest in dieser Form wohl kein Kandidat mehr.


Italien hat das Ticket für die EURO 2012 gebucht. In Florenz, der jahrelangen Wirkungsstätte von Nationalcoach Cesare Prandelli, wurden die Tifosi allerdings lange auf die Folter gespannt. Erst sechs Minuten vor dem Ende staubte Pazzini zum 1:0 gegen Slowenien ab, das für die Azzurri den fünften Sieg in Folge und die Qualifikation für die Endrunde in Polen und der Ukraine bedeutete.

Giampaolo Pazzini
Am Ticketschalter: Giampaolo Pazzini schießt Italien gegen Slowenien zur EURO 2012.
© Getty Images Zoomansicht

Kurs auf Platz zwei hält in der Gruppe C Serbien, das gegen die Färöer zu einem 3:1-Erfolg kam. Jovanovic, der frühere Kölner Tosic und der Stuttgarter Kuzmanovic erzielten die Treffer für die Serben. Kapitän Stankovic absolvierte sein 100. Länderspiel. Das hatte bisher nur Rekordnationalspieler Savo Milosevic (102) geschafft. Auch Außenseiter Estland darf nach dem 4:1 gegen Nordirland weiter von den Play-offs träumen, hat bei einem Punkt Rückstand allerdings schon ein Spiel mehr absolviert.


Frankreich muss in der Gruppe D wieder ein bisschen mehr um die EM-Teilnahme zittern. Das Team von Coach Laurent Blanc blieb zwar zum 13. Mal in Folge ungeschlagen, musste sich in Rumänien allerdings mit einem 0:0 begnügen. In Bukarest bestimmten die Franzosen zwar über weite Strecken das Spiel, die besseren Torchancen hatten aber die konterstarken Rumänen.

Nun sitzt Bosnien-Herzegowina den Franzosen im Nacken. Dank eines späten Treffers von Misimovic (87.) siegten die Bosnier gegen das von Bernd Stange trainierte Weißrussland mit 1:0 und rückten bis auf einen Punkt an Frankreich heran. Die Entscheidung über den Gruppensieg dürfte am letzten Spieltag im direkten Duell in Paris fallen. Luxemburg hat mit der Entscheidung nichts zu tun. Mit dem 2:1 gegen Albanien feierte der Underdog aber immerhin seinen ersten Sieg in der laufenden Qualifikation.


Achtes Spiel, achter Sieg. Nach dem 2:0-Erfolg in Finnland haben die Niederländer ihr EM-Ticket sicher. Der Gruppensieg der Schützlinge von Bondscoach Bert van Marwijk steht zwar noch nicht fest, doch der Vize-Weltmeister wäre schon jetzt in jedem Fall bester Gruppenzweiter. Strootman (29.) und Luuk de Jong (90.+3) erzielten die Treffer für die Elftal, die bei der EM-Auslosung neben den beiden Gastgebern und Spanien gesetzt sein werden. Glück hatten die hoch überlegenen Gäste allerdings, als Pieters nach einem Schuss Hämäläinen für den bereits geschlagenen Torhüter Stekelenburg auf der Linie rettete (58.).

Im Kampf um Platz zwei sorgte Ungarn mit dem 2:1-Erfolg gegen Schweden zuletzt für neue Spannung. Die Magyaren ließen sich auch in Moldawien nicht lumpen: Vanczak (7.) und Rudolf (83.) schossen einen 2:0-Erfolg heraus. Am längeren Hebel sitzen aber noch die Schweden, die sich beim weiterhin punkt- und torlosen San Marino lange mühten, am Ende aber standesgemäß mit 5:0 gewannen.


Einen Führungswechsel gab es in der Gruppe F zu vermelden. Der bisherige Spitzenreiter Griechenland leistete sich in Lettland einen Ausrutscher. Nachdem Cauna die Gastgeber nach 20 Minuten in Führung gebracht hatte, bescherte Avraam Papadopoulos den Griechen nach der Pause immerhin noch einen Punkt.

Die Kroaten nutzten die Gunst der Stunde und zogen durch einen 3:1-Erfolg gegen Israel am Europameister von 2004 vorbei. Die Schützlinge von Slaven Bilic hatten allerdings ein hartes Stück Arbeit zu verrichten. Nach einem Tor von Hemed (44.) gingen die Israelis mit einer Führung in die Kabine. Kurz nach Wiederanpfiff glich Modric (47.) aus. Wenig später musste Ben Haim mit Rot vom Platz, es dauerte nicht lange, ehe Kroatien aus der Überzahl Kapital schlug: Eduardo entschied die Partie per Doppelschlag (55./57.). Anfang Oktober kommt es nun zum Showdown in Athen.


Zu einem deutschen Trainerduell kam es in der Gruppe G, wo Ottmar Hitzfelds Schweizer die von Lothar Matthäus trainierten Bulgaren empfingen. Die Eidgenossen mussten gewinnen, hatten jedoch einen herben Dämpfer zu verdauen, als Ivanov (9.) die Gäste in Führung brachte. Benaglio machte im Tor keine gute Figur. Im Basler St.-Jakob-Park drehten die Schweizer die Partie dank einer starken Leistung aber. Überragender Mann war dabei Youngster Shaqiri, der das Spiel mit drei Treffern im Alleingang umbog. Durch das 3:1 rückten die Schweizer bis auf drei Punkte an das zweitplatzierte Montenegro heran.

Xherdan Shaqiri
Hielt den EM-Traum für die Schweiz am Leben: Dreifachtorschütze Xherdan Shaqiri.
© Getty Images

England verbuchte in Wembley einen glanzlosen 1:0-Sieg im britischen Duell gegen Wales. Der formstarke Young erzielte den Treffer des Abends für enttäuschende Engländer. Die "Three Lions", bei denen Lampard wieder in der Startelf stand, sind der EURO damit ganz nah.


Hochspannung herrscht in der Gruppe H. Dank eines Doppelpacks von Stürmer Bendtner, unlängst von Arsenal nach Sunderland verliehen, entschied Dänemark das Duell mit Norwegen in Kopenhagen mit 2:0 für sich. Damit zogen die Dänen nach Punkten mit Spitzenreiter Portugal und Norwegen gleich (alle 13). Die Norweger haben zwar schon ein Spiel mehr absolviert, allerdings stehen sich die beiden anderen Kontrahenten noch im direkten Duell gegenüber. Zünglein an der Waage könnte auch Zypern (am Dienstag 0:1 in Island) spielen, das noch auf Dänemark und Norwegen trifft.


Titelverteidiger Spanien machte indes alles klar. Das 6:0 gegen Liechtenstein bedeutete nicht nur den sechsten Sieg im sechsten Spiel, sondern auch die sichere Qualifikation für das Großereignis im kommenden Jahr. Negredo und Villa trafen beim Kantersieg jeweils doppelt. Hoffnung auf Platz zwei darf sich weiterhin Schottland machen, das Litauen dank eines Naismith-Treffers 1:0 niederrang und nun zwei Punkte hinter Tschechien liegt. Beide Teams müssen noch gegen Spanien ran, die Schotten auswärts.

Bilder zur EM-Qualifikation
Ein Trio ist durch, die Schweizer hoffen
Joona Toivio gegen Eljero Elia
Nicht aufzuhalten

Vize-Weltmeister Niederlande siegte 2:0 in Finnland und kann für die Euro 2012 planen. Nach dem achten Sieg im achten Spiel ist Oranje die Teilnahme nicht mehr zu nehmen. Hier überläuft der Ex-Hamburger Elia (Mi.) den Finnen Toivio.
© imago

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06.09.11
 
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