Fünf Spiele, fünf Siege: Deutschland konnte sich nach dem 4:0 gegen Kasachstan beruhigt zurücklehnen und beobachten, was die Verfolger in der Gruppe A veranstalten. Die Türkei hatte Österreich zu Gast. Im Stelldichein der Bundesliga-Stars - für die Türkei starteten Ekici, Dortmunds Sahin und Bayerns Altintop, für Österreich waren mit Pogatetz, Fuchs, Harnik, Maierhofer und Alaba fünf Deutschland-Legionäre am Ball - erwischte die Türkei den besseren Start und ging mit einem 1:0 durch Arda Turan in die Kabinen - nach vier torlosen Partien hatte die Hiddink-Elf den Torbann gebrochen. Im Regen von Istanbul sollten Lauterns Hoffer und Bremens Arnautovic in Durchgang zwei die Wende einleiten, doch 13 Minuten vor dem Ende brachte das 2:0 durch Gökhan Gönül die Entscheidung zugunsten der Türken. Denn auch ein Strafstoß durch Maierhofer half nicht mehr, der Duisburger Stürmer scheiterte an Demirel im türkischen Tor, es blieb so beim 0:2 aus Sicht der Constantini-Schützlinge. Die Türkei ist wieder voll im Rennen - zumindest um den zweiten Gruppenplatz.
Belgien hatte vor heimischem Publikum Aserbaidschan vor der Brust. In Brüssel konnten die "Roten Teufel", die ohne Fellaini, Ogunjimi und Legear auskommen mussten, mit einem Sieg gegen das Team von Berti Vogts Rang zwei übernehmen. Doch der Favorit musste nach Vertonghens schnellem Führungstor den Ausgleich schlucken. Noch vor der Pause stellten Nürnbergs-Mittelfeld-As Simons per Strafstoß und Chadli mit dem 3:1 die Weichen dann aber auf Sieg, am Ende hieß es 4:1 für die Gastgeber.
Italien hatte mit dem Sieg in Slowenien den ärgsten Verfolger abgeschüttelt und durfte am Dienstag entspannt auf die Gruppenspiele schauen.
Serbien musste in Tallinn gegen Estland, das auch erst vier Partien hat, antreten. Im Kampf um Platz zwei durften sich die Serben keinen Ausrutscher erlauben, auch wenn mit den verletzten Kuzmanovic (VfB Stuttgart) und Dortmunds Subotic wichtige Spieler fehlten. Für die "Weißen Adler" richtete es zunächst mal wieder der Ex-Herthaner Pantelic, der in der ersten Hälfte in typischer Manier per Außenrist abstaubte und seine Farben vorrübergehend in Front brachte. Vorrübergehend - denn danach verpassten es die Serben, den Sack zuzumachen und Estland hatte in der Schlussphase noch ein Ass auf der Hand. Vassiljev traf per direktem Freistoß zum 1:1. In der letzten Aktion des Spiel traf Pantelic nochmal, Schiedsrichter Bas Nijhuis aus den Niederlanden gab den Treffer zunächst, revidierte sich dann aber wieder, da sein Assistent ein vermeintliches Foulspiel am estnischen Schlussmann Sergei Pareiko gesehen haben wollte - es kam zur Punkteteilung.
Die zweitplatzierten Slowenen waren in Nordirland, das ein Spiel weniger hat, gefordert, kamen in Belfast aber über ein 0:0 nicht hinaus. Das freilich genügte, um die Verfolger auf Distanz zu halten. Damit dürfte Italien der Gewinner des Spieltags, während sich die Serben, Slowenen und Esten um Platz zwei streiten dürfen.
Bei der letzten Europameisterschaft 2008 war Rumänien in Österreich und der Schweiz noch vertreten, für das Turnier in Polen und der Ukraine 2012 wird es wohl nicht reichen. Seit acht Spielen warten die Rumänen auf einen Sieg, der gegen das noch torlose Gruppe-D-Schlusslicht Luxemburg eingefahren werden sollte. In Piatra Neamt, wo fast auf den Tag genau vor zwei Jahren in der WM-Quali gegen die Benelux-Vertretung aus dem Großherzogtum ein lockeres 3:0 gelang, mussten die Osteuropäer diesmal zittern. Gerson brachte den krassen Außenseiter früh in Front, Italien-Legionär Mutu glich jedoch schnell aus. Erst weit in Hälfte zwei konnten die Rumänen dann nachlegen und der Blamage noch entkommen. Unterm Strich stand dann doch ein standesgemäßes 3:1.

In Gruppe E geriet der Vergleich zwischen den Niederlanden und Ungarn am vergangenen Spieltag zu einer einseitigen Angelegenheit (4:0), obwohl den Niederlanden in Budapest mit Robben, Huntelaar und van Bommel drei wichtige Akteure fehlten, sie waren auch bei der Neuauflage des Duells am Dienstag in Amsterdam nicht mit dabei. Das Rückspiel schien zunächst einen ähnlichen Verlauf zu nehmen, van Persies Tor genügte für eine 1:0 Pausenführung.
Doch nach dem Wechsel drehten die Ungarn die Partie. Rudolf und Gera schockten die Elftal aber nur kurz, denn Snejder traf schnell zum 2:2 Ausgleich. Es folgte ein offener Schlagabtausch. Van Nistelrooy brachte Oranje wieder voran, Ungarns Gera hatte noch einen in Petto und erst ein Doppelpack Kuyts entschied die denkwürdige Partie kurz vor Schluss. Der Vorsprung der Holländer in Gruppe E wuchs so weiter an, während Ungarn Platz zwei an die lauernden Schweden abtreten musste.
Die Skandinavier besiegten Moldawien in Stockholm mit 2:1, Milan-Star Ibrahimovic konnte sich so auch einen verschossenen Elfmeter kurz vor der Pause leisten. Die Elf von Trainer Erik Hamrén steht nun punktgleich mit den Ungarn auf Zwei notiert, hat aber zwei Spiele weniger ausgetragen. Erstmals in der Qualifikation wurde auch der Ex-Bremer Rosenberg berücksichtigt.
Spätestens nach dem überraschenden 1:0 gegen Kroatien am Samstag durfte sich Georgien Hoffnung auf mehr machen. Platz drei in der Gruppe D, zwei Zähler hinter den führenden Griechen, ein Punkt fehlt auf Kroatien. Mit einem Erfolg in Tel Aviv gegen Israel hätte das Team um den Herthaner Kobiashvili, der gegen Kroatien das Siegtor markierte, sogar die Tabellenführung übernehmen.
Hätte, wenn und aber - die Israelis machten den Gästen einen gehörigen Strich durch die Rechnung, siegten mit Nürnbergs Almog Cohen in der Startelf durch ein Joker-Tor des jungen Ben Haim mit 1:0 und zog an den nun viertplatzierten Georgiern vor auf Rang drei in Gruppe F.
Spanien - bislang mit lupenreiner Bilanz - kämpfte mehr mit den äußeren Umständen, als mit den Gegnern. In Litauen wollte der Weltmeister erst gar nicht antreten, der Zustand des Platzes war nicht wie gewünscht. "Auf diesem Terrain kann man nicht Fußball spielen", monierte Nationaltrainer Vicente del Bosque und wollte das Spiel gerne verlegen. Schiedsrichter Laurent Duhamel (Frankreich) gab den von der spanischen Presse als "Kartoffelacker" verspotteten Platz in Kaunas schließlich frei. Xavi behielt auch auf ungewohntem Terrain den Überblick, brachte die Iberer in Front, die auch nach dem überraschenden Ausgleich von Stankevicius nie nachließen und nach einem sicheren 3:1-Erfolg im Baltikum der Titlverteidigung einen Schritt näher gekommen sind.
Verfolger Tschechien stand indes schon am Nachmittag vor der Pflichtaufgabe gegen Liechtenstein, festigte durch ein lockeres 2:0 (Torschützen: Leverkusens Kadlec und Milan Baros) Gruppenplatz zwei.