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26.03.2011, 22:53

England bleibt cool - Für Matthäus und Hitzfeld wird's eng

Torosidis rettet Griechenland

Am Samstag siegte England in Wales mit 2:0 und klettert in der Gruppe auf Platz 1. Ebenfalls in der Gruppe G mussten sich die beiden deutschen Trainer Matthäus und Hitzfeld mit einem mageren 0:0 begnügen. Am Abend siegt Deutschland klar gegen Kasachstan, Kroatien patzte indes in Georgien. Mit Italien, Frankreich, der Niederlande und Spanien fuhren vier Schwergewichte der EM-Qualifikation Siege ein. Die schwerste Aufgabe hatte die "Squadra Azzurra" in Slowenien, wusste diese aber zu lösen. Anders die Österreicher, die in der deutschen Gruppe A Belgien unterlagen.

Gruppe A: Österreich gegen Belgien - und wieder jubeln die Gäste

Axel Witsel (li.) jubelt
Auswärtssieg: Axel Witsel (li.) führte Belgien in Wien zum Dreier.
© picture allianceZoomansicht

Vor dem Duell las sich die Heimbilanz der Österreicher in der EM-Qualifikation makellos. Fünf Spiele, fünf Siege - Trainer Dietmar Constantini konnte zufrieden sein, nicht aber über das, was seine Mannen im Wiener Ernst-Happel-Stadion gegen Belgien boten. Nach dem spektakulären 4:4 im Hinspiel, als Harnik in der Nachspielzeit trotz Unterzahl der 4:4-Ausgleich gelungen war, waren die Österreicher noch voller Selbstvertrauen gewesen. Dieses sollte es sich aber rasch in Luft auflösen, nachdem Axel Witsel bereits in der sechsten Minute für die "Roten Teufel" getroffen hatte. Die Alpenrepublik war zwar auch in der Folge um den Ausgleich bemüht, blieb dabei aber deutlich hinter den eigenen Erwartungen zurück. Kurz nach dem Seitenwechsel folgte Witsels zweiter Streich (50.), der das 2:0 und zugleich den Sieg für Belgien bedeutete.

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Trotz der Niederlage dürfte der Respekt von Joachim Löw gegenüber den Österreichern nicht geringer sein. "Unter Didi Constantini hat man einen Umbruch eingeleitet. Es sind viele junge, technisch gute Spieler hinzugekommen", hatte der Bundestrainer gegenüber "OE24" noch vor dem 5. Spieltag betont. Die DFB-Elf war übrigens in Kaiserslautern gegen Kasachstan gefordert und kam dort zu einem lockeren 4:0-Erfolg.

Gruppe B: Russland nur 0:0 in Erewan - Dreikampf um Platz 2

In der Gruppe B gilt Russland als Topfavorit, bisher wurde das Team von Trainer Dick Advocaat dieser Rolle gerecht. Doch in Erewan reichte es gegen die überraschend starken Armenier nur zu einem torlosen Remis. Armenien rutschte somit auf Platz vier ab, da die Slowaken am Abend in Andorra zu einem mühevollen 1:0-Erfolg kamen. Und auch die Iren gaben sich gegen Mazedonien keine Blöße und feierten am Ende einen hart umkämpften 2:1-Sieg. Aiden McGeady (2.) sowie Robbie Keane (21.) hatten die Weichen früh auf Sieg gestellt, während Ivan Trickovski nur noch der Anschlusstreffer gelang (45.).

Gruppe C: Italien setzt sich von der Konkurrenz ab

Italienischer Jubel
Begehrt: Motta (3.v.r.) sorgte für Erleichterung bei der Squadra Azzura.
© Getty Images

Cesare Prandelli zieht sein Ding bei Italien durch. Bei der Amtsübernahme im Sommer hatte er bereits angekündigt, dass Auftreten und Vorbildfunktion ihm genauso wichtig seien wie attraktive Spielweise und Resultate. Diese Kriterien konnten ManCitys Mario Balotelli nach seiner Kung-Fu-Einlage in der Europa League sowie Daniele de Rossi vom AS Rom (Ellbogenschlag in der Champions League) nicht erfüllen. "Die Mannschaft soll auch für Fairness und Moral stehen. Deshalb muss unser Ethik-Kodex ohne Ausnahme greifen", so Prandelli. Im Spitzenspiel in Slowenien fehlten diese beiden, dennoch kam die Squadra Azzura zu einem Minimalerfolg. Gegen die äußerst schwer zu spielenden Slowenen genügte ein Treffer von Thiago Motta in der 73. Minute, um den am Ende etwas schmeichelhaften Sieg einzufahren. Die Italiener führen die Gruppe nun mit sechs Punkten Vorsprung auf Slowenien an.

Pantelic und Tosic verhindern die Blamage

Zu einem Verfolgerduell kam es in Belgrad, wo Serbien nach den Ausschreitungen aus Genua vor einer Geisterkulisse das bisher noch ungeschlagene Team aus Nordirland zu Gast hatte und unbedingt einen Dreier benötigte. Auch ohne die verletzten Nemanja Vidic, Nikola Zigic sowie Stuttgarts Zdravko Kuzmanovic waren die Serben als haushoher Favorit ins Spiel gegangen. Dieser Rolle wurden die optisch überlegenen "Weißen Adler" lange Zeit aber nicht gerecht, während die Nordiren mit Leidenschaft, Kampf und viel Einsatz Paroli boten. Als dann noch Gareth McAuley nach einem Freistoß die Gäste per Kopf überraschend in Führung brachte (40.), sah es nach einer faustdicken Überraschung aus. Dass es zu dieser am Ende nicht kam, hatten die Serben ehemaligen Bundesligaspielern zu verdanken. Zuerst besorgte der Ex-Herthaner Marko Pantelic in der 65. Minute den Ausgleich, ehe der ehemalige Kölner Zoran Tosic nach 74 Minuten die Wende herbeiführte. Am Ende war es ein verdienter Arbeitssieg der Serben beim Pflichtspieldebüt von Vladimir Petrovic als Nationaltrainer, der sich nun wieder Hoffnungen auf eine Teilnahme an der Endrunde machen darf. Liegt sein Team doch auf Rang drei, punktgleich mit Slowenien.

Gruppe D: Frankreich siegt mit Ribery und Evra

Ribery feiert mit seinen Kollegen das 1:0 durch Mexes (2.v.r.)
Wieder vereint: Ribery feiert mit seinen Kollegen das 1:0 durch Mexes (2.v.r.).

Etwas entspannter, aber nicht wirklich überzeugender war der Auftritt der Franzosen in Luxemburg. Nach der Unruhe bei der WM und dem verpatzten Auftaktspiel in der EM-Qualifikation (0:1 zuhause gegen Weißrussland) blieb die Equipe Tricolore dennoch auf Kurs. Der Europameister von 2000 führt die Tabelle in Gruppe D weiter an, auch weil er das Nachbarduell dank Philippe Mexes (28.) und Yoann Gourcuff (72.) in Luxemburg mit 2:0 für sich entschied. Von besonderer Bedeutung dabei war allerdings die Rückkehr von Patrice Evra und Franck Ribery, die nach den Vorfällen in Südafrika suspendiert worden waren.

Hinter der Equipe Tricolore tobt der Dreikampf weiter

Frankreich führt die Tabelle unangefochten mit zwölf Punkten an, auch weil sich die Verfolger gegenseitig die Punkte stibitzen. Weißrussland, Bosnien-Herzegowina und Albanien liefern sich einen erbitterten Kampf um Platz zwei. Die Albaner gewannen im direkten Duell gegen die Weißrussen dank eines Treffers von Hamdi Salihi von Rapid Wien mit 1:0 und zogen so nach Punkten gleich. Bosnien-Herzegowina behauptete sich gegen Rumänien, musste beim 2:1 aber einen Rückstand wett machen. Stuttgarts Ciprian Marica hatte die Rumänen in Front gebracht (29.), nach der Pause drehten jedoch Hoffenheims Vedad Ibisevic (63.) und der Ex-Wolfsburger Edin Dzeko (83.) die Partie doch noch zu ihren Gunsten. Das Balkan-Team rangiert nun mit sieben Punkten auf Rang vier. Die Rumänen dürften dagegen mit nur zwei Zählern aus vier Partien schon weg vom Fenster sein.

Gruppe E: Ersatzgeschwächte Niederlande überrollen Ungarn

Lediglich ein Spiel ging am Wochenende in der Gruppe E über die Bühne. Die Niederlande war am Freitag in Ungarn gefordert - und das ersatzgeschwächt. Bondscoach Bert van Marwijk musste ohne Arjen Robben (Bayern), Klaas-Jan Huntelaar (Schalke) und Mark van Bommel (Milan) auskommen, dafür erhielt Oldie Ruud van Nistelrooy (34) vom Hamburger SV eine nachträgliche Einladung. Trotz des Fehlens besagter Spieler zeigte sich der Vize-Weltmeister in glänzender Form und überrollte die Magyaren förmlich. Den Auftakt machte Rafael van der Vaart nach sechs Minuten, Ibrahim Afellay erhöhte noch vor der Pause auf 2:0 (45.). Den 4:0-Endstand besorgten schließlich Dirk Kuyt (54.) und Robin van Persie (62.). Van Nistelrooy würde übrigens in der 82. Minute für den ehemaligen Hamburger van der Vaart eingewechselt, ein Treffer blieb ihm aber verwehrt.

Gruppe F: Kobiashvili ärgert Kroatien - Griechenland springt auf Platz 1

Vasileios Torosidis (re.) feiert seinen Siegtreffer.
Später Jubel: Vasileios Torosidis (re.) feiert seinen Siegtreffer.
© Getty ImagesZoomansicht

Vorne weg in der Gruppe F marschierte bislang Kroatien, das Rang eins in Georgien verteidigen wollte. Doch die Kroaten unterschätzten die Georgier offensichtlich und kassierten so eine 0:1-Niederlage. Das Tor des Tages erzielte der Herthaner Kobiashvili in der letzten Spielminute. Im Duell zwischen Israel und Lettland setzten sich die Israelis mit 2:1 durch und wahrten so ihre Chance aufs Weiterkommen, denn mit Griechenland ist eine weitere Topmannschaft in der Gruppe vertreten. Die Hellenen hatten auf Malta eine Pflichtaufgabe vor sich, taten sich dort aber enorm schwer. Erst in der fünften Minute der Nachspielzeit gelang Vassilis Torosidis der erlösende 1:0-Siegtreffer für Hellas, das die Schlussphase aufgrund einer Roten Karte für Sokratis Papastathopoulos (84.) sogar in Unterzahl hatte bestreiten müssen. Im Nachhinein wird's egal sein, denn Griechenland holte die drei Punkte und schnappte sich dadurch die Tabellenführung.

Gruppe G: Lampard und Bent sorgen früh für Ruhe

England hat in seiner EM-Qualifikationsgruppe die Tabellenführung übernommen. Die "Three Lions" feierten am Samstag im 101. Nachbarschaftsduell in Wales einen 2:0-Auswärtssieg. Mit zehn Zählern schob sich die Mannschaft von Trainer Fabio Capello dank der besseren Tordifferenz am punktgleichen Kontrahenten aus Montenegro vorbei. Frank Lampard per Foulelfmeter (7. Minute) und Darren Bent (15.) stellten in Cardiff die Weichen früh auf Sieg für die englische Auswahl. Wales bleibt nach vier Niederlagen in vier Qualifikationsspielen für die Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine abgeschlagenes Schlusslicht der Gruppe G. Die Engländer hatten im unerwarteten 4-3-2-1-System mit Wayne Rooney und Ashley Young hinter der einzigen Spitze Bent keine Probleme. Schmerzlich war lediglich die Gelbe Karte gegen Rooney, der damit in der Partie gegen die Schweiz im Juni zuschauen muss.

Dicke Luft in Wales: Craig Bellamy, Wayne Rooney und Ashley Cole.
Dicke Luft in Wales: Craig Bellamy, Wayne Rooney und Ashley Cole.
© Getty Images

Für Matthäus und Hitzfeld wird es eng

Die EM 2012 ist für die deutschen Trainer Lothar Matthäus und Ottmar Hitzfeld in weite Ferne gerückt. Die vom früheren DFB-Kapitän Matthäus trainierten Bulgaren und die Schweizer Nationalmannschaft unter Coach Hitzfeld trennten sich am Samstag in Sofia 0:0. Beide Teams verpassten damit den so dringend benötigten Sieg und haben auf dem Weg zur Europameisterschaft in Polen und der Ukraine den vielleicht vorentscheidenden Rückschlag kassiert. Hinter Montenegro und dem neuen Tabellenführer England (beide 10 Punkte) rangieren die Schweiz und Bulgarien mit je vier Punkten bei vier noch ausstehenden Spielen auf den Plätzen drei und vier der Gruppe G.

Gruppe H: Remis im Skandinavischen Duell in Oslo

In der Gruppe H hat sich die Spreu vom Weizen bereits getrennt. Zypern (1) und das punktlose Island stritten sich um den letzten Strohhalm, kamen aber über ein müdes 0:0 nicht hinaus. Deutlich besser im Rennen befinden sich Tabellenführer Norwegen (9) und Dänemark (6), die sich im direkten Duell trafen. In Oslo stand nach 90 Minuten dann aber ein Remis. Altstar Dennis Rommedahl hatte die Dänen zwar in Führung gebracht (27.), doch Erik Huseklepp glich kurz vor Schluss für Norge zum 1:1 aus (81.). Durch das Remis eröffnen sich für die spielfreien Portugiesen neue Chancen, liegen sie doch nur noch drei Punkte hinter den führenden Norwegern zurück.

Gruppe I: Del Bosque kann sich auf Villa verlassen

Europa- und Weltmeister Spanien ist auch in der Quali eine Klasse für sich. Vier Spiele, vier Siege lautet die Bilanz der "Roten Furie". Diesmal mussten die Iberer aber in Granada gegen die zweitplatzierten Tschechen ein gehöriges Stück Arbeit verrichten. Die Mitteleuropäer schnupperten nämlich lange an einer Sensation, da Jaroslav Plasil die Gäste nach 29 Minuten in Front gebracht hatte. Die Führung verteidigen konnte der Europameister von 1976 aber nicht, vor allem David Villa war nicht zu stoppen. Der 29-Jährige brachte die Spanier innerhalb von vier Minuten mit einem Doppelpack wieder auf die Siegerstraße (69., 73., Elfmeter). Tschechien hatte dem nichts mehr entgegenzusetzen und musste sich letztlich geschlagen geben.

26.03.11
 
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