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26.10.2010, 18:38

Korruptionsvorwürfe: Marangos' Anwalt meldet sich

UEFA stellt 48-Stunden-Ultimatum

Nachdem der ehemalige Schatzmeister der zyprischen Verbandes, Spyros Marangos, UEFA-Exekutivmitgliedern Bestechlichkeit bei der Vergabe der EURO 2012 an Polen und die Ukraine vorwarf, will die Europäische Fußball-Union nun Beweise sehen und stellte Marangos am Montag ein Ultimatum: Bis spätestens Mittwoch soll er seine Anschuldigungen mit Fakten belegen. Sollten bis dahin keine Beweise vorliegen, behalte man sich rechtliche Schritte vor, hieß es. Inzwischen hat sich der Anwalt von Marangos zu Wort gemeldet.

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Spyros Marangos
Schwere Anschuldigungen: Spyros Marangos soll der UEFA seine Beweise bis Mittwoch zukommen lassen.
© picture alliance Zoomansicht

Marangos liegen angeblich Beweise vor, die einen Verkauf des EM-Turniers 2012 an die Ukraine und Polen durch Vorstandsmitglieder der UEFA belegen. Marangos behauptet, er habe drei Zeugen dafür, wie in einer zyprischen Anwaltskanzlei in Limassol, die ukrainische Interessen vertreten habe, Korruptionsgeschäfte abgewickelt worden seien, die fünf hohe UEFA-Funktionäre betroffen und eine Gesamtsumme von rund elf Millionen Euro umfasst hätten.

"So kam es zur Entscheidung mit 8:4 Stimmen für die Vergabe an Polen und die Ukraine. Die Italiener sind eindeutig betrogen worden", sagte Marangos dem kicker (Montagausgabe). Favorit Italien war bei der Wahl im April 2007 überraschend leer ausgegangen.

Alle Versuche, dem Verband sein Material zukommen zu lassen, seien gescheitert, so der Zyprer weiter. Er sei sich daher sicher, dass "sie die Geschichte vertuschen wollen", erhob Marangos schwere Vorwürfe gegen die UEFA. Diesen Vorwurf wies der Verband von sich. Man habe wiederholt nach Beweisen gefragt. Sollten diese bis Mittwoch nicht vorliegen, wolle man sich gegen die "diffamierenden Erklärungen" zur Wehr setzen. Inzwischen hat sich Marangos' Seite erneut zu Wort gemeldet. "Unser Klient ist willens, die Beweise zu liefern. Voraussetzung dafür ist, dass die UEFA sich an die Abläufe hält und er genügend Zeit bekommt", schrieb sein Anwalt laut eines Berichts der zyprischen Nachrichtenagentur CNA.

Die Ukraine und Polen weisen die Anschuldigungen zurück

Die EM-Gastgeber wiesen die Vorwürfe zurück. "Die Behauptungen sind drei Jahre alt. Wenn sie zumindest teilweise wahr wären, hätten wir keine Meisterschaft mehr", sagte der stellvertretende Ministerpräsident der Ukraine, Boris Kolesnikow, der Nachrichtenagentur Interfax. Ähnlich fiel die Reaktion in Polen aus: "Das ist nur Verleumdung, es ist nicht einmal wert, dass man darüber redet", sagte Jakub Kwiatkowski, der Sprecher des polnischen Sportministeriums.

26.10.10
 
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