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04.09.2010, 14:23

Les Bleus verlieren gegen Weißrussland

Frankreichs Alptraum geht weiter

Nach der WM gab es bei der beginnenden EM-Qualifikation für einige Mannschaften etwas gutzumachen. Italien gelang dies beim 2:1 in Estland nur mit Mühe, England schoss sich dagegen den Frust beim 4:0 gegen Bulgarien so richtig von der Seele. Und Frankreich? Nach den desaströsen wie skandalösen Auftritten bei der WM setzte es für die "Grand Nation" die nächste "Grand Blamage".

Frankreich
Die Bilder gleichen sich: Frankreich ist schon wieder am Boden.
© imagoZoomansicht

Zum Auftakt der EM-Qualifikation verlor Frankreich gegen das von Bernd Stange trainierte Weißrussland mit 0:1. Für den vermeintlichen Heilsbringer Laurent Blanc der denkbar schlechteste Pflichtspiel-Auftakt als Coach der Bleus. "Katastrophal!", "Demütigung" oder "Der Alptraum geht weiter" waren nur drei der Schlagzeilen im französischen Blätterwald, wo sich die Weltuntergangsstimmung der WM nahtlos fortsetzte.

Dabei zeigte sich das Publikum im nahezu ausverkauften Stade de France zunächst versöhnlich und hatte lange Zeit Geduld. Wider Erwarten wurde die Equipe von 76.000 Zuschauern pausenlos angefeuert. Immer wieder hallte das "Allez les Bleus" durch das Stadion in Paris. Vor den Fernsehern versammelten sich neun Millionen Franzosen, eine Einschaltquote wie es sie selten bei einem Qualifikationsspiel gab. Doch in der 86. Minute traf Sergej Kisljak Frankreich mitten ins Herz.

Die Stimmung im Stade de France war anfangs noch prächtig.
Die Stimmung im Stade de France war anfangs noch prächtig.
© picture alliance

Ohne Bayern-Star Franck Ribéry und die ebenfalls als WM-"Sünder" gesperrten Nicolas Anelka, Patrice Evra und Jérémy Toulalan zeigte die "Equipe tricolore" gegen eigentlich harmlose Weißrussen eine indiskutable Vorstellung. Lediglich das 20-jährige Mittelfeld-Talent Yann M'Vila wusste zu gefallen, während erfahrenere Profis wie Florent Malouda sich in blamabler Verfassung präsentierten. "Wir haben unbeholfen und naiv agiert. Ich muss überlegen, was ich da mache", sagte Blanc ebenso ernüchtert wie ratlos.

Wir haben einfach keine Spieler, die Tore schießen können.Laurent Blanc

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Am Dienstag muss Frankreich in Bosnien antreten, und die Partie wird schon fast zu einem Endspiel. Stellt sich die Frage, wer die Tore schießen soll. "Wir haben einfach keine Spieler, die Tore schießen können. Wir haben sehr viele Spieler, die den Ball laufen lassen, aber 25 Meter vor dem Tor ist es vorbei. Da fehlen Leute, die den Unterschied ausmachen", wirkt Blanc nach dem ersten Pflichtspiel schon leicht verzweifelt. Louis Saha, Guillaume Hoarau und Loic Remy werden den Unterschied jedenfalls nicht ausmachen, weil das Trio verletzt ausfällt. Blanc nominierte Jimmy Briand von Olympique Lyon als Ersatz nach. Dagegen besteht Hoffnung bei Karim Benzema von Real Madrid, der am Samstag wieder ins Training eingestiegen ist.

Kollege Stange, der schon in den 1980-er Jahren als DDR-Coach 1:0 in Frankreich gewonnen hatte, sprang Blanc zur Seite: "Man kann doch nicht in ein paar Wochen ein Team aufbauen. Ich arbeite seit drei Jahren (in Weißrussland) und erst jetzt sieht man die Früchte." Ganz so viel Geduld wird die einst so stolze Fußballnation Frankreich mit ihrem neuen Trainer allerdings nicht aufbringen.

04.09.10
 

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