
Neben den fehlenden Stadien, die der Norm der UEFA entsprechen, spielte auch die geplante Aufstockung der EM von derzeit 16 auf 24 Mannschaften bei der Aufgabe von Wales und Schottland eine Rolle. Denn mehr Teilnehmer würden automatisch auch weitere infrastrukturelle Maßnahmen und weitere Ausgaben notwendig machen. Aus Sicht des schottischen Verbandes SFA würde eine tatsächliche Erhöhung der Teilnehmerzahl den Bewerberkreis eindämmen.
Doch nicht nur die Teilnehmerzahl, auch das derzeitige finanzielle und wirtschaftliche Umfeld sorgten für das Umdenken von Wales und Schottland. Denn mit dem Millenium-Stadium in Cardiff genügt nur eine Arena den strengen UEFA-Kriterien, bei allen anderen Spielorten wären massive Geldeinsätze für den Umbau nötig. "Im derzeitigen ökonomischen und finanziellen Klima ist das unbezahlbar", meinte Wales' stellvertretender Regierungschef Ieuan Wyn Jones.
Als sicher galt bisher nur die Bewerbung Frankreichs, das seine Unterlagen definitiv bis zum Stichtag am 9. März bei der UEFA einreichen wird. Dies kündigte der französische Verbandspräsident Jean-Pierre Escalettes Mitte Februar an. Doch nun muss sich die "Grande Nation" namhafter Konkurrenz erwehren.
Denn am Montag kam mit Weltmeister Italien dann ein weiteres Schwergewicht des europäischen fußballs hinzu.
"Italien will sich mit der Organisation eines internationalen Wettbewerbs auseinandersetzen, was positive Auswirkungen für den Fußball im Land haben könnte", sagte FIGC-Präsident Giancarlo Abete. Italien hatte bereits seine Kandidatur für die Austragung der EURO 2012 eingereicht. Das Exekutivkomitee der Europäischen Fußball-Union (UEFA) hatte jedoch Polen und die Ukraine mit der Organisation der EM-Endrunde 2012 beauftragt. Italien war bislang 1968 (Europameister Italien) und 1980 (Europameister Deutschland) Gastgeber einer EM-Endrunde.
"Das zeigt, dass es die großen Nationen sein werden, die sich in Zukunft um diese Meisterschaften bewerben", meinte SFA-Sprecher Rob Shorthouse.
Ins Rennen gehen aber wahrscheinlich auch noch Schweden und Norwegen mit einer gemeinsamen Bewerbung. Ende letzter Woche haben die beiden skandinavischen Länder ihr Interesse an einer Ausrichtung ernsthaft bekundet.
Auch Russland, die Türkei, Griechenland sowie Ungarn und Rumänien haben sich zu Wort gemeldet. Ob diese Länder allerdings ernsthafte Absichten haben, bleibt abzuwarten.
Anfang April will die UEFA eine Liste der Bewerber vorlegen. Die offiziellen Bewerbungsunterlagen müssen bis 15. Februar 2010 eingereicht werden. Ende Mai 2010 entscheidet der Kontinental-Verband über den Gastgeber der EM-Endrunde 2016. Erstmals werden dann 24 Mannschaften um den Titel spielen.
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