Bei Griechenland gab es im Vergleich zur jüngsten 0:1-Niederlage gegen Russland folgende personelle Änderungen: Vyntra übernahm die rechte Außenbahn von Seitaridis, im Mittelfeld kamen Karagounis und Spiropoulos für Patsatzoglu und Torosidis zum Einsatz und im Angriff ersetzte Salpingidis den mit Jochbeinbruch verletzten Gekas.
Spaniens Trainer Luis Aragones brachte nach dem 2:1-Erfolg gegen Schweden in diesem bedeutungslos gewordenen Spiel gleich zehn neue Spieler in der Startformation. Einzig Iniesta blieb vom Spiel gegen die Schweden übrig.
Die Spanier fingen gut an und kamen mit schnellen Aktionen in der Startphase zwei Mal gefährlich vor das Tor von Nikopolidis, doch dann zeigte es sich, dass diese spanische Elf nicht eingespielt ist.
Nach fünf Minuten waren die Griechen besser im Spiel und die spanischen Aktionen wurden ungenauer. Erwartungsgemäß sprühten aber die bereits aus dem Turnier ausgeschiedenen Griechen nicht gerade vor Spielwitz. Lediglich zwei Standardsituationen sorgten für einen Hauch von Gefahr vor dem Tor von Pepe Reina. Allerdings konnten Dellas (6.) und Karagounis (13.) den spanischen Keeper nicht in Gefahr bringen.
Nach 20 Minuten hatten sich die Spanier offenbar warmgelaufen und kamen zu Chancen. Zunächst scheiterte Fabregas nach einem traumhaften Zuspiel von Xabi Alonso an Nikopolidis und Basinas (20.) , dann verfehlte Xabi Alonso mit einem Versuch von der Mittellinie gegen den viel zu weit vor dem Tor stehenden Keeper der Griechen sein Ziel nur knapp (24.).
Im Spiel drohte Langeweile aufzukommen, da die spanische Ersatz-Elf das Spiel unter Kontrolle hatte und die Griechen in der Offensive konzeptlos und ideenlos operierten. Lediglich Weitschüsse der Spanier durch Xabi Alonso (30. und 37.) und de la Red (34.) sorgten für einen Hauch von Gefahr für das griechische Tor.
Als sich alle schon mit dem 0:0 zur Pause abgefunden hatten, konnte die Rehhagel-Elf doch noch zuschlagen. Natürlich musste eine Standardsituation für den Führungs-Treffer herhalten. Karagounis hob einen Freistoß auf den Kopf von Charisteas und der Held der EM 2004 köpfte unbedrängt zur Pausenführung ein.
Auch zu Beginn der zweiten Spielhälfte dominierten die Spanier, ohne jedoch echte Torgefahr zu entwickeln. Einzig Xabi Alonso hatte bei einem Distanzschuss aus gut 25 Metern den Ausgleich auf dem Fuß, doch der Pfosten verhinderte einen Erfolg des Mittelfeldspielers vom FC Liverpool (54.).
Die Spanier wollten aber jetzt den Ausgleich. Die Aragones-Elf entwickelte mehr Druck auf das Tor der Hellenen als noch im ersten Durchgang. Folgerichtig war in der 61. Minute das 1:1 fällig: Fabregas hatte Guiza mit einem Steilpass eingesetzt. Der Mittelstürmer des RCD Mallorca legte per Kopf zurück auf de la Red, der volley abzog. Nikopolidis brachte an den satten Schuss aus zwölf Metern zwar die Hand noch heran, konnte den Einschlag des Balles im Tor aber nicht mehr verhindern.

Danach zogen die Spanier das Tempo etwas an und brachten die griechische Abwehr auch prompt in Verlegenheit. Guiza (73.) und de la Red (75.) scheiterten jedoch in aussichtsreicher Position.
In der Schlussphase hatten die Iberer mehr vom Spiel, doch nachdem auch Fabregas und Sergio Garcia gute Chancen unkonzentriert vergeben hatten, schienen sich beide Teams mit dem Unentschieden angefreundet zu haben. Die Aragones-Elf ließ jedoch nicht locker und kam in der 89. Minute zum Siegtreffer. Nach einer Flanke von Sergio Garcia schlief in der Mitte Dellas und ließ Guiza in seinem Rücken ziehen. Der Stürmer der Spanier ließ sich die Kopfball-Chance aus kurzer Distanz nicht entgehen und überwand Nikopolidis zum Siegtreffer.
In der Nachspielzeit ließen die Spanier gegen müde wirkende Griechen, die sich kaum noch aufbäumten, nichts mehr anbrennen und spielten den Sieg locker nach Hause.
Nachdem die Spanier das Viertelfinale gegen Italien bereits vor dem Spiel erreicht hatten retteten sie trotzdem ihre Serie von neun Siege in Folge. Dies gelang der Seleccion zuletzt zwischen 1924 und 1927. Diese Serie endete damals mit einem 0:2 gegen - Italien. Griechenland verabschiedet sich mit null Punkten von der EM 2008 und ist damit der erste Titelverteidiger bei einem EM-Turnier, der ohne Punkt wieder nach Hause fahren muss.
| Griechenland |
|---|
![]() Aufstellung: Nikopolidis (4) - Vyntra (4) , Dellas (5) , Kyrgiakos (4) , Spiropoulos (4) - Katsouranis (3) , Basinas (3,5) - Salpingidis (4,5) , Amanatidis (4) - Charisteas (2,5) Einwechslungen: 63. Antzas für Kyrgiakos 74. Tziolis für Karagounis 86. Giannakopoulos für Salpingidis Trainer:
Rehhagel |
| Spanien |
![]() Aufstellung: Reina (3) - Arbeloa (3) , Raul Albiol (3,5) , Juanito (3) , Fernando Navarro (3) - Xabi Alonso (1) - Sergio Garcia (3) , de la Red (2) , Fabregas (2,5) , Iniesta (2,5) - Reservebank: Casillas (Tor) , Palop (Tor), Puyol, Capdevila, Marchena, Sergio Ramos, Xavi, Silva, Marcos Senna, Fernando Torres, VillaTrainer:
Aragones |
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1:0
Charisteas (43., Kopfball, Karagounis)
1:2
Guiza (89., Kopfball, Sergio Garcia)
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Gelbe Karten |
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Griechenland: Karagounis(2. Gelbe Karte) , Basinas(1.) , Vyntra(1.) Spanien: Guiza(1. Gelbe Karte) , Arbeloa(1.) |
