Im Vergleich zum 6:0-Erfolg am Samstag in Nürnberg gegen San Marino brachte Bundestrainer Joachim Löw den Bremer Clemens Fritz im Mittelfeld für den Stuttgarter Roberto Hilbert. Bei den Slowaken konnte Robert Vittek auflaufen, der Club-Stürmer wurde nach seiner Muskelverletzung rechtzeitig fit, während Vereinskamerad Marek Mintal wegen der Knieverletzung aus dem Pokalendspiel passen musste. Ebenfalls in der Startelf: Angreifer Stanislav Sestak, in der kommenden Saison in den Diensten des VfL Bochum.
Der Europameister von 1996 begann couragiert gegen die defensiv eingestellten Gäste. Zunächst fehlte jedoch die nötige Durchschlagskraft. Dass die DFB-Elf dennoch in Führung ging, hatte sie zu einem guten Anteil dem Gegner zu verdanken. Nach einer feinen Einzelleistung von Jansen über die linke Seite schlug Skrtel zunächst über den Ball. Durica vollendete die ungewollte Vorarbeit seines Defensivkollegen und traf, noch bevor Klose abstauben konnte, ins eigene Tor.
Die Slowakei gab ihre Zurückhaltung nach dem Rückstand streckenweise auf, Deutschland blieb aber die dominante Mannschaft. Doch in der 20. Minute verstummten die 51500 Zuschauer in der AOL-Arena. Der flinke Krajcik setzte auf der rechten Seite zum Sprint gegen Metzelder an - und dem Dortmunder gelang dabei das selbe Missgeschick wie Durica auf der anderen Seite. Mit der Fußspitze kickte er das Leder aus elf Metern in die kurze Ecke. Die Reaktion des überraschten Schlussmanns Jens Lehmann kam zu spät.
Zwar versuchte Deutschland weiter Druck auszuüben, außer einem Schuss von Jansen (24.) und einer Chance für Schneider, der das Leder nach einer feinen Kombination über Kuranyi und Klose knapp neben das Tor setzte (35.), ereignete sich wenig Erwähnenswertes an der Alster. Kurz vor der Pause dann doch die erneute Führung für die Hausherren: Der erste Flankenversuch von Lahm sorgte noch für keine Gefahr, doch nach beherztem Einsatz von Kuranyi und Klose erhielt der Münchener eine zweite Chance zur Hereingabe. Diesmal machte er es besser: Seine Flanke mit links landete punktgenau bei Hitzlsperger, der am langen Eck problemlos zur 2:1-Halbzeitführung einköpfte (43.).
Zu statisch und ideenlos gestaltete sich das Spiel der Deutschen im zweiten Spielabschnitt. Die Flanken kamen oft zu ungenau, Klose und Kuranyi konnten sich meist nicht entscheidend im Eins gegen Eins durchsetzen. Auf der anderen Seite stand die DFB-Abwehr dafür sicher und ließ die nun agiler wirkenden Slowaken nicht zum Zuge kommen. Einmal jedoch musste Schneider zu unfairen Mitteln greifen und sah die Gelbe Karte. Der Leverkusener fehlt darum beim Spiel in Wales.
Letztlich entwickelte sich eine Partie ohne nennenswerte Höhepunkte. Erst in der 69. Minute sorgte eine Szene mit dem eingewechselten Gomez (65. für Kuranyi), der frischen Wind ins Angriffsspiel brachte, für Diskussionsstoff. Der Stuttgarter Angreifer stand nach einer Flanke von Lahm in aussichtsreicher Position, wurde jedoch von Krajcik festgehalten. Die Slowaken hatten Glück, dass Referee Benquerenca aus Portugal weiterspielen ließ.
Als auch noch Klose in der 74. Minute den Platz verließ und Bundestrainer Löw dafür mit Trochowski einen Mittelfeldspieler einwechselte, war klar, dass Deutschland das Ergebnis über die Zeit bringen wollte - und das gelang dem WM-Dritten ohne viel Mühe. Dank einer konzentrierten Abwehrleistung geriet der Sieg bis zum Ende nicht mehr in Gefahr.
Am 22.08. kommt es zum Knaller in London: Deutschland trifft im "New Wembley" auf den ewigen Rivalen England. Am 08.09. geht es für die DFB-Elf im walisischen Cardiff wieder um Punkte für die EM-Qualifikation.
| Deutschland |
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| Slowakei |
Gelbe Karten |
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