Tschechiens Trainer Michal Bilek tauschte seine Formation im Vergleich zum 4:1-Sieg in Litauen auf drei Positionen: Pudil ersetzte den Rot-gesperrten Hubnik, außerdem bekamen Pekhart und Rosicky den Vorzug vor Baros und Kolar. Torwart Cech konnte trotz eines in der Premier League erlittenen Nasenbeinbruchs spielen.
Montenegros Coach Branko Brnovic ließ bei der jüngsten 0:2-Niederlage in der Schweiz kräftig rotieren, sodass nur Torwart Bozovic, Damjanovic und Savic auch gegen Tschechien auf dem Feld standen. So gab es insgesamt acht Veränderungen.
Die Anfangsphase begann recht ruhig. Beide Teams kamen nur durch Standards in Tornähe. Tschechien erspielte sich leichte Feldvorteile. Das erste Ausrufezeichen setzten allerdings die Gäste nach einer Viertelstunde: Vucinic nahm eine Pavicevic-Flanke aus zehn Metern direkt ab - schoss aber über das Gehäuse (15.).
Diese Großchance impfte Montenegro neuen Mut ein. Der "Underdog" kam besser in die Zweikämpfe und suchte selbst den Weg nach vorne. Das öffnete den Hausherren wiederum gute Kontermöglichkeiten, die beste vergab Jiracek freistehend aus 13 Metern (34.).
Bis zum Halbzeitpfiff erarbeiteten sich die Tschechen ein leichtes Chancenplus. Dabei agierte Spielmacher Rosicky als Dreh- und Angelpunkt im Mittelfeld. Montenegro kämpfte um jeden Meter, stemmte sich erfolgreich gegen die spielerische Überlegenheit seines Gegners und setzte dabei vereinzelt Nadelstiche.
Im zweiten Durchgang kamen die Gäste mit Volldampf aus der Kabine und drängten Tschechien sofort in die Defensive. Vukcevic zwang Cech zu einer Glanzparade (47.), kurz drauf wäre der Torhüter vom FC Chelsea chancenlos gewesen, doch Jovetics Schuss strich knapp am Pfosten vorbei (48.).
Nachdem die Gastgeber diese Drangphase überstanden hatten, änderten sich die Kräfteverhältnisse wieder. Die Mannschaften neutralisierten sich im Mittelfeld. Erst ein Schuss von Jiracek, der um Haaresbreite am rechten Kreuzeck vorbei zischte, brachte Tschechien zurück ins Spiel (60.). Kurz darauf zog Pilar aus 20 Metern frech ab. Der Ball nahm eine unvorhersehbare Flugkurve und schlug unhaltbar im Winkel ein (63.).

In der Folge verlor Montenegro völlig den Faden und konnte kaum noch Druck entwickeln. Stattdessen tauchten die Hausherren immer wieder gefährlich auf, schafften es aber nicht, das von Bozovic gehütete Gehäuse ernsthaft zu gefährden. Erst in den Schlussminuten näherten sich die Gäste dem Sechzehner wieder an, doch der erfahrene Cech war nach ruhenden und hohen Bällen stets zur Stelle. In der Nachspielzeit zirkelte Rosicky einen Freistoß vom linken Strafraumeck nach innen, wo Sivok am höchsten sprang und per Kopf für die Entscheidung sorgte (90.+2).
Damit hat Tschechien alle Trümpfe für das Rückspiel am Dienstag (20.15 Uhr) in der Hand. Dann muss Montenegro vor heimischem Publikum einen Zwei-Tore-Rückstand aufholen.