Mit seinen beiden Treffern im Endspiel gegen die favorisierten Hanseaten baute sich Norbert Dickel am 24. Juni 1989 bereits zu Lebzeiten ein Denkmal. Noch heute besingt die berühmt-berüchtigte Dortmunder Südtribüne den heutigen Stadionsprecher des BVB nach der Melodie von "Flipper": "Wir singen Norbert, Norbert, Norbert Diiiieckel, jeder kennt ihn, den Held von Berlin."
Es ist eine Geschichte wie sie so oft nur der Sport schreibt. Dickel hatte am Tag vor dem Finale 1989, Borussias erster Endspiel-Teilnahme seit 1966, erstmals nach sechseinhalb Wochen Verletzungspause wieder am Training teilgenommen.
Am Tag vor dem großen Finale nimmt der damals 27-Jährige nach sechseinhalb Wochen Pause erstmals wieder am Training teil. Der Angreifer hatte sich im Halbfinale gegen den VfB Stuttgart einen Meniskusriss im rechten Knie und einen Knorpelschaden zugezogen. Mit großem Eifer arbeitete sich der Rekonvaleszent pünktlich zum Finale zurück ins Team, war überglücklich, noch rechtzeitig in den Kader gerutscht zu sein.
Dass er dann sogar von Trainer Horst Köppel in die Startelf berufen wurde, hätte er sich gar nicht erträumt. Nach frühem 0:1-Rückstand glich Dickel für die Borussen aus und erzielte nach Frank Mills zwischenzeitlichem 2:1 sogar noch einen zweiten Treffer zum vorentscheidenden 3:1, ehe Michael Lusch den Endstand herstellte.
Dickel erzielte das 3:1 mit einem Spannstoß, "weil Innenseite auch nicht mehr gegangen wäre. Dann wäre mir der Meniskus im rechten Knie um die Ohren geflogen", sagte Dortmunds heutiges Kultobjekt jüngst gegenüber dem kicker.
Der jetzige Trainer der U21-Nationalmannschaft, Dieter Eilts, stand damals in der Werder-Elf und erinnert sich an den 24. Juni 1989: "Wir sind Favorit, führen durch Riedle 1:0. Dann der Super-Auftritt von Norbert Dickel, der uns fast im Alleingang schlägt."
Der heute 46-Jährige Dickel hat mit dem DFB-Pokalerfolg seine Karriere bezahlt. Für Dickel war Schluss kurz nach dem Finale. Die Verehrung dagegen dauert auch über den Samstag hinaus an.
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