Aktion zum DFB-Pokal

Der ERGO-Fan-Reporter im kicker

Pokal - 20.08. 14:07

In der 1. Runde: Felix Lampert aus Bruchmühlbach-Miesau. Der 21-Jährige ist frischgebackener Bachelor im Studiengang "Angewandte Medien". Er war beim Pokalspiel des 1. FC Kaiserslautern gegen die TSG Hoffenheim vor Ort und schreibt über zwei ganz besondere Kommentatoren.

Unterwegs als ERGO-Fan-Reporter: Felix Lampert. © imago

"Test eins, zwei, eins, zwei." Was sich anhört wie der Soundcheck vor einem Konzert geschieht auf dem Lauterer Betzenberg wenige Minuten vor Beginn des Erstrundenduells im DFB-Pokal gegen die TSG Hoffenheim. Unter dem Dach des Stadions testen Marco Menches und Tom Mihanovic die Technik in ihrer Kabine. Die beiden gehören einem insgesamt vierköpfigen Kommentatorenteam an, das regelmäßig sehbehinderten Stadionbesuchern die Heimspiele des FCK aufs Ohr bringt.

"Wichtig ist, immer auf Ballhöhe zu sein."

Marco Menches

Menches ist seit sechseinhalb Jahren Blindenkommentator, Mihanovic seit fünf. Sie wissen also was ein guter Blindenkommentator mitbringen muss. "Wichtig ist vor allem immer auf Ballhöhe zu sein", erzählt Menches, "aber auch eine gute Vorbereitung auf den Gegner braucht es. Zudem sollte man mit seiner Stimme den Hörern die Emotionen transportieren." Sein Kollege ergänzt: "„Es geht auch um Punkte wie beispielsweise Fairness." Ausschließlich mit der FCK-Brille könne man eine Partie auch nicht kommentieren, so Mihanovic.

Den Worten der Beiden lauschten zu Bundesligazeiten noch bis zu acht sehbehinderte Fans. Immerhin vier kamen zur Begegnung am Samstag gegen die TSG. Die bekamen zwar sieben Tore zu hören, davon fielen allerdings sechs für das Gästeteam. Jubeln durften sie nur beim Tor von Lukas Spalvis zum zwischenzeitlichen 1:3. "Dick läuft an, bringt den Freistoß aus dem rechten Halbfeld in den Strafraum, Kobel springt vorbei, Spalvis mit dem Kopfball. Tor, Tor für den FCK." So schilderte Mihanovic den einzigen Lichtblick der Roten Teufel an diesem Tag. Denn Hoffenheim ließ vom Start weg den von Trainer Nagelsmann erwünschten Klassenunterschied erkennen und überrannte den FCK mit Tempo und Spielfreude.

Hier noch meine Noten zum Spiel:

1. FC Kaiserslautern:

Jan-Ole Sievers: Note 2
Bester Lauterer. Hielt vor dem 0:1 noch gut gegen Schulz. Stark gegen Szalai (46.) und Belfodil (74.). Verhinderte ein noch größeres Debakel.
Florian Dick: Note 5
Ließ Nico Schulz bei der Entstehung des 0:1 ungestört nach innen ziehen und war beim 0:2 nicht eng genug am Mann. Guter Freistoß vor dem 1:3.
Kevin Kraus: Note 4
Lief beim 0:3 Joeliton nur hinterher. Anders als in der Liga nicht der gewohnte Stabilisator der Viererkette.
André Hainault: Note 4,5
Unglücklich als er beim 1:4 Kaderabek den Ball auflegte. Ausgetanzt von Joeliton beim 1:5.
Janek Sternberg: Note 4
Ließ Kaderabek vor dem 0:2 zu viel Platz zum Flanken. Hatte eine gute Schusschance (75.).
Mads Albaek: Note 5
Blieb sehr blass. Zeigte sich zu wenig. Vertändelte eine gute Schusschance in der 1. Halbzeit.
Gino Fechner: Note 5
Schwache Vorstellung. Schon in der 1. Minute mit einem Ballverlust. Griff Vorlagengeber Grifo vor dem 0:3 nicht an. Zur Pause raus.
Christoph Hemlein: Note 4
Starker Pass bei Spalvis´ Großchance (20.). Sezte Thiele mit einem Rückpass in Szene (72.). Kam zu selten durch auf rechts.
Julius Biada: Note 5
Ließ sich immer wieder fallen, aber wenig ins Spiel eingebunden. In der Halbzeit war Schluss.
Hendrick Zuck: Note 5
Kaum gelungene Aktionen. Selten zu sehen. War auf seiner Seite komplett abgemeldet und zu keiner Zeit ein Faktor.
Lukas Spalvis: Note 4
Ließ eine Großchance liegen (20.), traf dann per Kopf. Erste Anspielstation bei hohen Bällen. Arbeitete sich in den Duellen mit Vogt auf.
Jan Löhmannsröben: Note 3
Kam für Fechner. Wollte immer den Ball haben. Ging in die Zweikämpfe, eroberte Bälle (56.), verteilte sie auch diagonal (61.). Empfahl sich durchaus für mehr.
Timmy Thiele: Note 5
Zur Halbzeit eingewechselt mit Abschluss aus spitzem Winkel (80.). Trat bei der Vorarbeit von Hemlein über die Kugel (72.). Konnte keine entscheidenden Akzente setzen.
Florian Pick: Note -
Kam in der 73. Minute. Suchte die Dribblings. Zog immer wieder nach innen. Traute sich aber kein Abschluss zu.

TSG Hoffenheim:

Gregor Kobel: Note 4,5
Unsicherer Auftritt. Flog beim 1:3 am Ball vorbei und schoss Thiele bei einem Rückpass an (48.). Insgesamt kaum geprüft.
Ermin Bicakcic: Note 3
Stark in der Luft. Löste die wenigen Prüfungen souverän.
Kevin Vogt: Note 2,5
Hatte hinten zumeist alles im Griff. Stark im Spielaufbau. Spielte oft zwischen die Lauterer Abwehrlinien.
Stefan Posch: Note 3,5
Musste nicht groß in Erscheinung treten. Beschränkte sich auf Sicherheitspässe. Unaufgeregtes Spiel.
Pavel Kaderabek: Note 2
Vorlage zum 0:2 und Tor zum 1:4. Auch sonst mit viel Vorwärtsdrang.
Steven Zuber: Note 4
Mit Dienst nach Vorschrift. Konzentrierte sich vor der Abwehr nur auf das Nötigste.
Nico Schulz: Note 1,5
Zwei Assists. Selbst erfolgreich beim 0:2. Machte auf links viel Betrieb und beschäftigte Dick ordentlich. In Minute 62 ausgetauscht.
Leo Bittencourt: Note 2,5
Spielfreudig. Fädelte über halbrechts immer wieder Angriffe ein. Initiierte das 1:4 mit einem kurzen Sprint. Raffinierter Heber aufs Tornetz (29.). Raus nach 56 Minuten.
Vincenzo Grifo: Note 3
Steckte beim 0:3 auf Joeliton durch. Ausgangspunkt vieler Kombinationen. Kam aber selbst nicht zum Abschluss.
Joeliton: Note 1
Mann des Tages bei seinem Pokaldebüt. Dreierpack plus eine Vorlage. Gut ins Kombinationsspiel integriert.
Adam Szalai: Note 4
Riss viele Räume für die Mitspieler, aber zu wenig torgefährlich. Ohne Glück bei zwei Kopfbällen direkt nach der Pause.
Justin Hoogma: Note 3
In der 56. Minute eingewechselt. Nahm die Rolle von Zuber vor der Abwehr ein. Verteile sicher die Bälle.
Joshua Brenet: Note -
Kam für Schulz. Machte das 1:6. War dabei gerade einmal 73 Sekunden auf dem Platz.
Ishak Belfodil: Note -
Für Joeliton eingewechselt. Vergab alleine vor Sievers das mögliche 1:7.

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