Dotchev muss erstmal entspannen

Aogo: "'Wenn, dann' bringt uns jetzt nichts"

Pokal - 19.08. 15:03

Auch der vierte Auftritt des VfB Stuttgart im DFB-Pokal bei Hansa Rostock stand unter keinem guten Stern - wie dreimal zuvor schieden die Schwaben an der Ostsee aus, diesmal mit 0:2. Hansa-Trainer Pavel Dotchev musste erst einmal flüchten.

Erlebte mit dem VfB einen enttäuschenden Abend an der Ostsee: Dennis Aogo. © picture alliance

Nach dem im Ostseestadion umjubelten Schlusspfiff rannte der 52-Jährige erst einmal in die Kabine. "Ich wollte einfach meine Ruhe haben", erklärte der Coach. Und in der Kabine könne er eben am besten entspannen. Denn aufregend war es bis kurz vor Schluss, bis Mirnes Pepic mit dem 2:0 endgültig den Deckel draufmachte (84.) für den Drittligisten. "Ich weiß nicht, ob das glücklich ist, wenn du 2:0 gegen eine Spitzenmannschaft der Bundesliga gewinnst", jubelte Dotchev, nachdem er seinen Rückzugsort Kabine gegen das Podium für die Pressekonferenz getauscht hatte.

Tatsächlich agierte der Bundesligist insbesondere in den ersten 20, 25 Minuten offensiv indiskutabel und defensiv fahrig. "Das erste Tor haben wir selbst vorbereitet", kritisierte Trainer Tayfun Korkut, und auch Sportvorstand Michael Reschke schmeckte die Anfangsphase überhaupt nicht: "Wir hatten da keine Tiefe im Spiel waren in der Phase ja froh, wenn wir den Strafraum mal gesehen haben." Zwar unterstrich Korkut, dass er danach "60 Minuten Dominanz" seiner Mannschaft erkannt habe.

Das kann jedoch über die Schwächen, die der ambitionierte VfB eine Woche vor dem Bundesligaauftakt in Mainz offenbarte, nicht hinwegtäuschen: Abstimmungsprobleme in der Innenverteidigung, das fehlende aggressive Element vor der Kette, viel zu wenige Tempowechsel - so blieb es eher ein pomadiger Vortrag. Wenn dann auch noch die Chancenverwertung zu wünschen übriglässt - "dann verliert man halt gegen eine Mannschaft wie Hansa Rostock", so Korkut.

Natürlich hat Ron-Robert Zieler recht, wenn er sagt: "Wir hatten unsere Möglichkeiten." Und tatsächlich ist es im Bereich des Möglichen, dass Hansa nach aufopferungsvollem Kampf eingebrochen wäre, wenn der VfB in einer Drangphase das zwischenzeitliche 1:1 erzielt hätte - doch, so bringt es Dennis Aogo auf den Punkt: "'Wenn, dann' bringt uns jetzt nichts."

Benni Hofmann

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