Bochum und Regensburg fliegen raus

Leipzig zittert - Kantersiege für Köln und Gladbach

Pokal - 19.08. 20:34

Am Sonntag hatten von den Bundesligisten der FC Augsburg und RB Leipzig die größten Probleme. Aber letztlich setzte sich das Duo bei den Regionalligisten Steinbach und Viktora Köln knapp durch. Von den höherklassigen Teams erlebte Bochum eine böse Überraschung, der VfL verlor in Flensburg. Auch Regensburg wurde überrascht - 1:2 bei Chemie Leipzig. Im Berliner Olympiastadion feierte der 1. FC Köln einen Kantersieg. Diesen toppte Gladbach am Abend mit dem 11:1 beim Bremer Fünftligist Hastedt.

RB wacht nach dem 0:1 auf - Matchwinner Forsberg und Augustin

Leipziger Aufholjagd: Poulsen macht bei Viktoria Köln den zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich. © imago

Im Vorfeld der Partie zwischen Viktoria Köln und RB Leipzig hatte der Regionalligist durchblicken lassen, dass er sich durchaus beim Bundesligisten aus Sachsen etwas abschauen und den Weg in Teilen kopieren wolle. Auf dem Platz begegneten sich dann die beiden ungleichen Mannschaften auf Augenhöhe - und als Golley traf, lag sogar eine Überraschung in der Luft. RB-Trainer Rangnick schärfte offensichtlich in der Halbzeit die Sinne, denn seine Mannschaft kam viel giftiger aus der Kabine. Zum Lohn gab es den Ausgleich durch Poulsen und den bald darauf folgenden Führungstreffer durch Forsberg, der den Ball mit reichlich Wut in die Maschen zum 2:1 jagte. Einmal in Führung hielten die Leipziger das Tempo hoch, so dass die Viktoria zunächst kaum Möglichkeiten hatte, nochmal auf Offensive umzuschalten. Erst als Saracchi wegen Notbremse mit Rot vom Platz flog, keimte bei den Kölnern nochmal Hoffnung auf, die jedoch nicht belohnt wurde. Vielmehr machte Augustin per Konter das 3:1.

Hannover lässt im Wildpark nichts anbrennen

Karlsruhe gegen Hannover hört sich nach Augenhöhe an, doch die erfolgreicheren Zeiten der Badener liegen schon einige Jahre zurück. Den doppelten Klassenunterschied merkte man auch am Sonntagnachmittag, als der heimische Drittligist gegen den Bundesligisten aus Niedersachsen schon zur Halbzeit aussichtslos mit 0:3 zurücklag. Wimmer, Bebou und Füllkrug per Elfmeter zogen dem nachlässig verteidigenden KSC schnell den Zahn. In Halbzeit zwei trafen wieder nur die 96er - Asano machte das 4:0, Nachwuchsmann Weydandt besorgte per Doppelpack den 6:0-Endstand.

Lukebakios Doppelschlag ebnet Düsseldorfs Weg in Koblenz

Noch klarer gestaltete Fortuna Düsseldorf die erste Halbzeit bei Oberligist RW Koblenz. Der Bundesliga-Aufsteiger führte nach 45 Minuten schon 4:0 gegen den Fünftligisten. Ein Doppelschlag von Lukebakio in den ersten zwölf Minuten brachte die Funkel-Elf schnell auf die Siegerstraße. Ducksch und Stöger schraubten den Vorsprung noch vor dem Halbzeitpfiff in die Höhe. Nach dem Seitenwechsel ließen es die Fortunen langsamer angehen, Raman besorgte das Tor zum 5:0-Endstand.

Hahn mit dem Kopf zur Stelle - FCA zittert in Steinbach

Matchwinner für die Augsburger: André Hahn. © imago

Die Augsburger mussten beim TSV Steinbach ran, der mit Frankfurts Pokalschreck Ulm in der Regionalliga spielt. Entsprechend gewarnt ging der FCA in die Partie und beruhigte die Gemüter durch Richters Flachschuss zum 1:0 in der 14. Minute. Die Steinbacher agierten im ersten Abschnitt mit zu großem Respekt, allerdings schlug die Baum-Elf aus ihren klaren Feldvorteilen bis zur Pause keine weiteren Vorteile in Form von Toren. Das sollte sich nach dem Seitenwechsel rächen, denn der Underdog kam durch Routinier Herzig nach einer Ecke zum 1:1-Ausgleich. Fast wäre der Bundesligist sogar noch in Rückstand geraten, doch die Steinbacher hatten zweimal ihr Visier nicht scharf gestellt. Augsburg machte es auf der anderen Seite besser und kam durch Hahns Kopfball zur erneuten Führung. Diese sollte dann den Fuggerstädtern reichen, mit dem knappen 2:1 geht es in die zweite Runde.

Kölns Terodde dreht das Spiel im Olympiastadion per Hattrick

Kölns Terodde traf im Olympiastadion gegen BFC Dynamo viermal. © imago

Der Bundesliga-Absteiger 1. FC Köln hatte die Ehre, sein Erstrunden-Duell mit dem BFC Dynamo im Finalstadion auszutragen. Allerdings lief es für die Mannschaft von Trainer Markus Anfang im Berliner Olympiastadion zunächst alles andere als traumhaft: Twardzik schockte den Geißbockklub mit dem Führungstor für den Underdog aus der Regionalliga. Doch der FC besann sich schnell und das in Form von Terodde. Der Mittelstürmer schnürte binnen zwanzig Minuten einen Hattrick und drehte so das Spiel im Alleingang. Bitter für den BFC: Bei zwei Toren stand Terodde im Abseits. Den 4:1-Halbzeitstand besorgte schließlich Neuzugang Drexler mit seinem ersten Pflichtspieltor für die Kölner. Im zweiten Abschnitt kam von den Dynamos nichts mehr, vielmehr schoss der FC durch Risse, Koziello, Drexler, abermals Terodde und Schaub einen ungefährdeten 9:1-Erfolg heraus.

Heidenheims Pusch macht früh alles klar

Der 1. FC Heidenheim löste seine Aufgabe beim SSV Jeddeloh II souverän. Etwas mehr als 20 Minuten benötigte der Zweitligist, um den Widerstand des Regionalligisten zu brechen: Glatzel bediente Griesbeck, der das 1:0 markierte (23.). Später sorgte Pusch mit einem Doppelschlag vor der Pause endgültig für klare Verhältnisse. Nach dem Seitenwechsel sorgte Glatzel per Kopf für das 4:0, ehe der FCH die Zügel ein wenig schleifen ließ. Das blieb nicht ohne Folgen, denn Jeddeloh kam noch einmal zurück: Lindemann per Foulelfmeter und Tönnies brachten sogar noch einmal so etwas wie Spannung in die Begegnung - mehr aber auch nicht. Heidenheim, für das Lankford in der Nachspielzeit den 5:2-Endstand markierte, erreichte letztlich ungefährdet Runde zwei.

Stendal gehen die Kräfte aus: Arminia erbarmungslos

Durchaus zufrieden mit der eigenen Leistung durfte Oberligist Lok Stendal sein - zumindest eine Stunde lang. Die Amateure hatten zwar Arminia Bielefeld offensichtlich nicht allzu viel entgegenzusetzen, allerdings gestalteten sie das Ergebnis eine Stunde lang erträglich. Bielefeld führte bis zur 61. Minute lediglich mit 1:0 - Owusu hatte es nach einer Ecke klingeln lassen (11.) -, doch dann schwanden die Kräfte der Stendaler und der Zweitligist zeigte kein Erbarmen: Owusu (61.), Schipplock (64.), Schütz (66., Elfmeternachschuss) und Schipplock (69.) schossen ein klares 5:0 heraus.

Bochum scheitert im hohen Norden

Flensburg jubelt über den Sieg gegen Bochum. © imago

Im hohen Norden gab es eine Überraschung: SC Weiche Flensburg 08 schlug dem VfL Bochum ein Schnippchen und zog eine Runde weiter. In der 34. Minute war Schulz zur Stelle, um den Underdog in Führung zu bringen. Das 1:0 war gewiss ein wenig überraschend, da der VfL mehr vom Spiel gehabt hatte und insgesamt die aktivere Mannschaft war. Das blieb auch im weiteren Verlauf so, allerdings fehlte es den Bochumern an Durchschlagskraft und je mehr Zeit verstrich, desto näher rückte die Überraschung. Als dann Schiedsrichter René Rohde schließlich abpfiff, war es um den Revierklub geschehen - und Flensburg darf vom nächsten Pokal-Kracher träumen.

Druschkys Sonntagsschuss: Regensburg scheitert

Deutlich mehr Mühe hatte Jahn Regensburg in Leipzig, wo sich BSG Chemie als harte Nuss entpuppte. Die Sachsen kamen auf schwierigem Geläuf über den Kampf und machten dem Jahn das Leben schwer. Dennoch ging der Favorit mit einem Vorsprung in die Halbzeit, weil Derstroff in der 20. Minute per Volley sein erstes Tor im ersten Pflichtspiel für die Oberpfälzer erzielt hatte. Mitte des zweiten Durchgangs brandete dann aber großer Jubel im Stadion auf, denn Wendt hatte für den Außenseiter ausgeglichen und seinem Team sowie den eigenen Fans neue Hoffnung geschenkt (69.). Danach erhöhte der Jahn den Druck, drängte auf die Entscheidung noch innerhalb der regulären Spielzeit. Geipl hatte jedoch Pech mit einem Pfostentreffer (83.), ehe der Leipziger Druschky aus 25 Metern einfach mal draufhielt und den Ball im hohen Bogen über Weis hinweg zum 2:1 versenkte (90.+1). So brachte ein äußerst sehenswerter Sonntagsschuss die Entscheidung zugunsten des Fünftligisten.

Bisher höchster Sieg: Gladbach 11:1 gegen Hastedt

Dreierpack für den Gladbacher Neuzugang: Plea traf gegen Hastedt erstmals für die Borussia. © imago

Am Sonntagabend feierte Borussia Mönchengladbach den bisher höchsten Sieg in der 1. Runde des DFB-Pokals. Die Fohlen gewannen beim Bremer Fünftligisten BSC Hastedt mit 11:1. Schon nach einer Viertelstunde stand es 3:0 für die Hecking-Elf – Plea machte seinen ersten Treffer für die Borussen. Raffael schnürte in Habzeit eins einen Doppelpack, Neuzugang Neuhaus schlenzte den Ball sehenswert in den Winkel. Nach dem 6:0 zur Pause machten die Gladbacher auch in Hälfte zwei mit dem Toreschießen weiter. Plea (2), Hofmann, Raffael und Hazard jubelten. Auch Kücük dufte die Arme hoch reißen, er erzielte in der 88. Minute den Ehrentreffer.

Kiel hat mehr Luft als 1860 - und Doppelpacker Mühling

Holstein Kiel setzte sich trotz Rückstand mit 3:1 gegen Drittligist 1860 München durch. Der Drittligist ging durch Karger bereits in der 7. Minute in Führung. Die Kieler, vom ehemaligen Bayern-Amateur-Trainer Tim Walter betreut, wurden gegen Ende des ersten Abschnitts stärker, doch die Defensive der Löwen zeigte sich bissig. In Hälfte zwei versuchten die Norddeutschen viel, aber so richtig kamen die Kieler nicht zum Zug gegen effektiv verteidigenden Löwen. Erst eine Viertelstunde vor dem Ende tat sich für den eingewechselten Seydel eine Lücke auf und sein Zuspiel verwertete Mühling zum 1:1-Ausgleich. Jetzt wollte die Walter-Elf mehr und sie konnte sich erneut bei Mühling bedanken, der im Anschluss an eine Ecke sehenswert das 2:1 für den Zweitligisten erzielte. Den 3:1-Endstand besorgte schließlich Schindler in der Nachspielzeit.

Hedlund bringt Union bei Jena auf die Siegerstraße

Das Ost-Duell zwischen Drittligist Jena und Zweitligist war in den ersten 45 Minuten eine lebhafte Angelegenheit. Zunächst gingen die Eisernen zweimal in Front, doch jeweils hatte Carl Zeiss eine passende Antwort. Tief in der Nachspielzeit des ersten Durchgangs leistete sich dann Jena aber mehrere Fehler im Aufbau und produzierte einen Elfmeter, den Hedlund zur 3:2-Halbzeitführung der Berliner nutzte. In den zweiten 45 Minuten wiesen die Jenaer mehr Spielanteile auf, doch die Unioner hatten die besseren Chancen, um die Partie vorzeitig zu entscheiden. Zunächst verpasste Hedlund noch, doch in der 71. Minute war er gegen die fehlerhaft agierten Jenaer entscheidend zur Stelle und besorgte den 4:2-Endstand.

bst/drm