HSV kommt gegen Erndtebrück mit blauem Auge davon

Titz: "Würde nicht sagen, dass wir gewackelt haben"

Pokal - 18.08. 21:52

Es war ein Auf und Ab für den Hamburger SV im Pokalspiel bei Erndtebrück (5:3). Es gab einige gute Phasen, aber auch einige Nachlässigkeiten, über die sie beim Nordklub sprechen müssen. Vor allem das Gegentor nach der Pause ärgerte HSV-Coach Christian Titz, der auch zum Anschlusstor des Underdogs eine klare Meinung hatte.

"Wir haben es hier unnötig spannend gemacht": Hamburgs Trainer Christian Titz. © imago

Nach zehn Minuten und dem Doppelschlag durch Lewis Holtby per Elfmeter und Fiete Arp sah alles nach einem ruhigen Abend für den Hamburger SV in Siegen aus. Der Fünftligist aus Erndtebrück war in das Stadion der Sportfreunde ausgewichen, somit fanden über 13.000 Zuschauer Platz. Der HSV hatte nach der Führung alles im Griff, nahm allerdings auch etwas das Tempo raus und verwaltete das Ergebnis. "Ich dachte auch, dass es früher eine klare Angelegenheit wird. Dann werden wir so ein bisschen nachlässig", monierte HSV-Coach Titz nach der Begegnung am "Sky"-Mikrofon. Und so kassierten die Norddeutschen kurz vor der Pause den Anschluss, der etwas strittig war, da Lukas Rösch kurz vor dem Treffer von Tatsuya Yamazaki aus abseitsverdächtiger Position zum Ball ging. "Von außen war es gefühlt klares Abseits", hatte der Trainer seine eindeutige Meinung.

Nach dem Seitenwechsel kam der Underdog sogar zum Ausgleich - der den Trainer besonders ärgerte. "Wir haben klar angesagt: Die hohen und zweiten Bälle müssen wir konzentriert verteidigen. Dann ist das Spiel gefühlt zwei Minuten alt und genau das passiert nicht. Wir haben völlig unnötig das 2:2 bekommen", so Titz. "Dann würde ich nicht sagen, dass wir gewackelt haben, weil wir eine Vielzahl an Torchancen gehabt haben. Aber wir haben es hier unnötig spannend gemacht." Der HSV war gefordert - der Coach brachte den bulligen Angreifer Pierre-Michel Lasogga. Der Joker brauchte keine Anlaufzeit, traf kurz nach seiner Hereinnahme gleich doppelt und stellte die Weichen auf Sieg.

"Ich kann selber nicht erklären, warum wir zwei unnötige Tore kassiert haben. Wir hatten das Spiel von Anfang an im Griff und hätten auch schon in der ersten Hälfte deutlich höher führen müssen", sagte Lasogga, der sein Team wieder auf die Siegerstraße führte. "Dann kriegst du den Anschlusstreffer und das ist dann eben Pokal, da gibt der kleiner Verein nie auf und hat sich super zurückgekämpft.

Lasogga: "Haben verdient gewonnen"

Der Fünftligist gab sich in der Tat nie auf und kam sogar noch einmal auf 3:4 ran, doch mit dem Schlusspfiff machte Orel Mangala mit seinem Treffer zum 5:3 den Deckel drauf. "Es war unnötig, dass wir es so spannend gemacht haben. Aber wir können auch das Positive sehen: Wir haben fünf Tore geschossen. Wir sind jetzt einfach froh, dass wir es geschafft haben und eine Runde weiter sind", so Keeper Tom Mickel, der den unnötigen Freistoß vor dem 3:4 verursachte. Und auch Lasogga konstatierte: "Im Endeffekt muss man sagen, haben wir hier verdient gewonnen und sind zum Glück eine Runde weiter."

mst

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