Nur Hoffenheim und Bremen standesgemäß - Ishak rettet FCN

Frankfurt und Stuttgart raus, Erlöser Lewandowski, HSV-Spektakel

Pokal - 18.08. 22:37

Der Pokal-Samstag hatte es in sich! Titelverteidiger Frankfurt schied in Ulm aus, Rekordpokalsieger FC Bayern musste beim Regionalligisten Drochtersen lange zittern, ehe Lewandowski die Blamage abwendete. Wolfsburg mühte sich in Elversberg genauso wie Leverkusen in Pforzheim. Nürnbergs Ishak verhinderte bei Fünftligist Linx knapp die Verlängerung. Standesgemäß siegten nur Hoffenheim und Bremen, Dresden blamierte sich gegen Rödinghausen. Mainz setzte sich klar, der HSV torreich durch. Am späten Abend blamierte sich Stuttgart in Rostock.

Lewandowski rettet FC Bayern vor der größtmöglichen Blamage

Der Moment, der den FC Bayern bei Drochtersen rettete: Lewandowski stochert zum 1:0. © imago

Drochtersen gegen den FC Bayern, Nord-Regionalligist gegen Rekord-Pokalsieger, eine klare Angelegenheit? Nicht in den ersten 45 Minuten, denn der Underdog aus dem hohen Norden ließ sich gegen die in der bestmöglichen Formation angetretenen Münchner nicht aus dem Defensivkonzept bringen. Nach den ersten Minuten der spürbaren Nervosität kämpfte sich Drochtersen in die Partie und verschleppte die Angriffswellen der Kovac-Elf merklich. Zum Lohn ging es mit einem 0:0 in die Kabine, der haushohe Favorit verzeichnete keine Großchance, der Außenseiter hätte durch Nagel treffen können, doch er scheiterte alleine vor Nationaltorwart Neuer. Nach dem Seitenwechsel änderte sich am Spielgeschehen wenig, die Bayern rannten planlos an, Drochtersen stand vielbeinig vor dem eigenen Tor und hatte bei einem Lattentreffer von Thiago Glück. In der Schlussphase jublte Müller, doch sein Treffer wurde wegen Riberys Abseitsstellung aberkannt. Zum Erlöser in der 81. Minute avancierte Lewandowski, der den Ball aus wenigen Metern über die Linie stocherte. Die Pflicht der Bayern war damit erüllt, Drochtersen verließ das Feld erhobenen Hauptes.

Sensation in Ulm: Titelverteidiger Frankfurt ausgeschieden

Ulms Lux jubelt über sein Tor zum 2:0 gegen Titelverteidiger Frankfurt. © imago

Vor wenigen Wochen feierte die Frankfurter Eintracht noch den Pokalsieg (3:1 gegen den FC Bayern), doch nun folgte die kalte Dusche: Aus für den Titelverteidiger in der 1. Runde. Beim SSV Ulm hatte die Eintracht zunächst Pech, als Jovic nur den Pfosten traf (37.) und geriet dann auch noch kurz nach Wiederanpfiff in Rückstand: Kienle bewies im Anschluss an einen Freistoß den richtigen Riecher und brachte die Spatzen in Führung (48.). Die Frankfurter antworteten mit wütenden Angriffen, hatten aber erneut Alu-Pech (Torro, 65.) und mussten eine Viertelstunde vor Schluss die nächste bittere Pille schlucken. Bei einem Befreiungsschlag entwischte Lux und behielt gegen Rönnow die Nerven - 2:0. Weil Paciencas Anschlusstreffer zum 1:2-Endstand zu spät kam (90.), schied nach über 20 Jahren mal wieder der Titelverteidiger in der 1. Runde aus - 1996/97 war der 1. FC Kaiserslautern in Fürth gescheitert (0:1).

Hoffenheims Joelinton hat richtig Lust - Dreierpack am Betzenberg

Die TSG Hoffenheim ließ beim Drittligisten 1. FC Kaiserslautern nichts anbrennen und fuhr einen ungefährdeten 6:1-Auswärtssieg ein. Die Kraichgauer drückten vom Anpfiff weg aufs Tempo und überforderten die Pfälzer dadurch sichtlich. Nach 22 Minuten hieß es schon 3:0 für die Nagelsmann-Elf, bei der vor allem Joelinton extrem erfrischend aufspielte und doppelt traf. Die Lauterer brauchten eine halbe Stunde, um in der Partie anzukommen und belohnte sich mit dem Anschlusstreffer durch Spalvis zum 1:3-Halbzeitstand. Nach dem Wechsel machten die Hoffenheimer munter weiter mit dem Toreschießen. Unter anderem traf wieder Joelinton, der damit einen Dreierpack schnürte.

Werder torhungrig - Osako legt den frühen Grundstein in Worms

Standesgemäßer Sieg in Worms: Bremens Kapitän Max Kruse. © imago

Die Bremer machten beim Südwest-Regionalligisten Wormatia Worms von Anfang an klar, wer Herr im Haus ist. Der SV Werder legte durch Osakos frühes Tor den Grundstein für eine beruhigende erste Hälfte, die beim Stand von 5:1 für die Mannschaft von Florian Kohfeldt abgepfiffen wurde. Die Hanseaten agierten in der Offensive sehr variabel. Kainz und Klaassen waren die Aktivposten beim Bundesligisten, die Wormser kamen durch Mimbala zum zwischenzeitlichen Anschlusstreffer. In Hälfte zwei besorgte Eggestein den 6:1-Endstand, in der 74. Minute feierte Pizarro mal wieder beim SVW sein Pflichtspiel-Debüt.

Linx ärgert Nürnberg lange - Ishak rettet den Club

Bundesliga-Aufsteiger 1. FC Nürnberg hatte beim Fünftligisten SV Linx einen ganz schweren Stand. Nahe der französischen Grenze gingen die Mittelfranken zwar durch Torjäger Ishak in Führung, doch Linx hatte durch Rubios verwandelten Foulelfmeter noch vor dem Halbzeitpfiff die passende Antwort parat. Mit dem 1:1 ging es in die Kabinen, bei der Köllner-Elf war im Offensivspiel noch viel Luft nach oben. In der zweiten Hälfte vergab der Bundesligist zahlreiche gute Chancen, hatte aber auch bei einer Standardsituation mächtig Glück. In der 88. Minute war dann Torjäger Ishak wieder zur Stelle, der mit seinem zweiten Treffer zum 2:1-Sieg die drohende Verlängerung verhinderte.

Bayer siegt und verliert Baumgartlinger

Leverkusen war in Pforzheim gefordert und gab sich beim Oberligisten keine Blöße. Die Werkself tat sich zwar mit dem Toreschießen schwer und hatte sogar Glück, als Ratifo die Riesenchance zum 1:0 vergab (23.). Die Strafe dafür folgte kurz darauf: Saito verursachte an Sven Bender einen Strafstoß, Alario verwandelte sicher und legte so den Grundstein für das Weiterkommen (26.). Ein Wermustropfen blieb aber: Baumgartlinger verletzte sich noch der Halbzeit am Knie und musste umgehend ausgewechselt werden - für ihn kam Neuzugang Kiese Thelin unverhofft zum Debüt.

Ginczek beendet das Wolfsburger Zittern

Elversberg zeigte dem VfL Wolfsburg, dass auch in der Regionalliga guter Fußball gespielt wird. Die Wölfe hatten zwar naturgemäß mehr Ballbesitz, wussten mit diesem aber nicht allzu viel anzufangen. Klare Chancen des Bundesligisten waren Mangelware, lange stand das 0:0 - und beim VfL begann das große Zittern. Dieses beendete Ginczek nach Zuspiel von Brekalo und sorgte nach 76 Minuten für den Treffer des Tages. Anschließend brachte der VfL den knappen Erfolg über die Zeit.

Duisburg feiert glanzlosen Sieg

Der MSV Duisburg kam beim Oberligisten TuS Dassendorf zu einem glanzlosen 1:0-Erfolg. Die Amateure verkauften sich zwar ordentlich, gerieten aber bereits in der 23. Spielminute in Rückstand - Tashchy traf für die Zebras - und erholten sich nicht mehr davon.

Dresden verliert in der 123. Minute gegen Rödinghausen

Dynamo Dresden machte sich in Rödinghausen das Leben selbst schwer. Eigentlich waren die Sachsen die bessere Mannschaft, hatten mehr vom Spiel und kontrollierten über weite Strecken der Partie das Geschehen auf dem Rasen. Dazu kam noch, dass Dynamo gleich zweimal in Führung ging: zuerst durch Duljevic (11.), dann durch Aosman (25.). Allerdings gaben die Dresdner hinten auch das ein oder andere Mal den Bruder Leichtfuß, was nicht folgenlos blieb: Meyer sorgte nach Dumic-Fehler für das zwischenzeitliche 1:1 (20.), Engelmann, den Röser bei einem langen Einwurf ziehen hatte lassen, für das 2:2 (45.+1). Hälfte zwei hatte mit Ausnahme von zwei guten Chancen durch Duljevic (74.) und Röser (76.) nicht viel zu bieten, sodass die Partie folgerichtig in die Verlängerung ging. Der Wahnsinn nahm dann in der 123 Spielminute seinen Lauf: Bei einer Ecke lief sich der eingewechselte Hippe frei, kam an den Ball und traf zum vielumjubelten 3:2-Sieg.

Joker Lasogga sticht doppelt bei Erndtebrück

Lichtblick: HSV-Joker Lasogga sticht zum 3:2 für den HSV. © imago

Der Hamburger SV konnte durch zwei frühe Tore beim Oberligisten TuS Erndtebrück einen scheinbar beruhigenden Pokal-Auftakt verleben . Holtby traf vom Elfmeterpunkt zur Führung, Arp legte schon in der 10. Minute zum 2:0 nach. Der Zweitligist ließ dann den Underdog etwas aufkommen, der noch vor dem Halbzeitpfiff durch Yamazaki verkürzte. Erndtebrück war zurück und setzte die Aufholjagd direkt nach Wiederanpfiff fort: Hunold erzielte den 2:2-Ausgleich. Jetzt war wieder der Zweitligist aus der Hansestadt gefordert und der antwortete mit Joker Lasogga: Kaum war der wuchtige Angreifer auf dem Platz, schlug er doppelt zu. Der HSV fühlte sich mit dem 4:2 im Rücken schon auf der Siegerstraße, doch der Oberligist wollte sich noch nicht aufgeben und kam durch Hilchenbach nochmals zum 3:4 ran. Mehr war dann aber für die TuS nicht mehr drin, so dass sich die Titz-Elf letztlich mit 5:3 in die zweite Runde zitterte.

Trotz 87 Minuten in Unterzahl: Maxim führt Mainz zum Sieg in Aue

Die Mainzer mussten beim Zweitligisten Erzgebirge Aue schon nach drei Minuten einen Tiefschlag verkraften, als der FSV-Abwehrspieler Niakhaté wegen einer Notbremse die Rote Karte sah. Die Auer kamen trotz Überzahl im ersten Abschnitt kaum zu Torchancen, die Nullfünfer nutzten eine zur Führung: Maxim umkurvte zwei Gegenspieler und schoss flach ein. Nach der Pause drängten die Sachsen, aber FSV-Keeper Müller war mehrmals zur Stelle. Auf der anderen Seite zeigten sich die Rheinhessen dagegen entschlossener und erhöhten durch Quaison und abermals Maxim zum 3:0. Testroet war es vorbehalten, für Aue zum 1:3-Endstand zu verkürzen - es war das erste Saisontor des FC Erzgebirge.

Oberhausen kommt gegen Sandhausen unter die Räder

Eine klare Angelegenheit war auch das Duell zwischen RW Oberhausen und dem SV Sandhausen. Der Zweitligist führte schon nach 24 Minuten beruhigend mit 2:0 und legte direkt zu Beginn des zweiten Durchgangs den dritten Treffer nach. Davon erholte sich der West-Regionalligist nicht mehr und fügte sich in die schlussendliche happige 0:6-Niederlage.

Stuttgart planlos an der Ostsee - Rostock siegt dank Soukou und Pepic

Auftakt in Minute 8: Soukou trifft für Rostock zum 1:0. © imago

Nach Titelverteidiger Frankfurt hat es aus dem Oberhaus nun auch den VfB Stuttgart in der ersten Pokal-Runde erwischt. Die Schwaben verloren bei Drittligist Hansa Rostock mit 0:2. Die Matchwinner für die Rostocker waren Soukou und Pepic. Bereits in der 8. Minute gelang Soukou die Führung per Außenrist – zuvor hatte Badstuber gepatzt. In der verbleibenden Zeit fiel der Elf von Trainer Tayfun Korkut wenig bis nichts ein. In der Schlussphase bestrafte die Dotchev-Elf die nachlässigen Stuttgarter mit dem 2:0-Endstand durch Pepic, so dass das Aus des VfB verdient war.

kon