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12.08.2017, 11:34

Essen war nah dran an der Sensation gegen Gladbach

Brauer: Wäre lieber mit "Scheiß-Spiel" weitergekommen

Als Timo Brauer und Benjamin Baier nach dem Spiel in den Gewölben der Essener Hafenstraße lehnten, sagte Brauer einen Satz, von dem genau das Gegenteil zutraf. "Im Endeffekt ist Fußball ein Ergebnissport", gab Essens Sechser zu Protokoll. Dabei hatten die 90 Minuten zuvor eindrucksvoll bewiesen, dass sich manchmal eben doch auch der Verlierer als Gewinner fühlen darf. Eine Stunde lang bot der Viertligist dem Bundesligisten die Stirn und ließ vergessen, dass zuletzt in der Regionalliga West nach dem 1:3 gegen Wuppertal bereits schlechte Stimmung aufkam.

Enttäuscht: Essens Timo Brauer (r.) gegen Gladbachs Denis Zakaria.
Enttäuscht: Essens Timo Brauer (r.) gegen Gladbachs Denis Zakaria.
© imagoZoomansicht

"Klar haben wir gewonnen. Wir können absolut zufrieden sein", gab Brauer dann doch noch zu. Die Spieler trauerten der verpassten Sensation hinterher, die Fans feierten eine Energieleistung ihres Klubs-Gefühlschaos bei Rot-Weiss.

Dass es überhaupt so weit kam, lag neben der lange harmlosen Borussia vor allem am plötzlichen Formanstieg Essens. "Wir wollten mit dem Spiel einiges wieder gut machen", gab "Man of the Match" und RWE-Kapitän Baier unumwunden zu. Positiv: Die Taktik von Trainer Sven Demandt ging planmäßig auf. Die Hausherren stürzten sich bei jeder Gelegenheit auf die Flügel um zu Flanken. Borussia geriet ins Schwimmen. "Wir waren schon darauf eingestellt, das war der Plan", sagte Baier zufrieden. "Wir wussten, dass wir mutig sein wollen. Wir wollten denen Stress bereiten. Dass irgendwann die Kraft bei dem Aufwand nachlässt, ist klar."

Doch so durfte der Ruhrgebietsklub immerhin knapp 60 Minuten lang träumen. Dass am Ende doch der Favorit siegte, lag neben der knappen Luft der Essener auch an etwas Pech: "Das darf so nicht passieren, wenn man die Tore sieht. Das ist unfassbar schlecht gelaufen", sagte der angefressene Stürmer Marcel Platzek. Besonders der Ausgleich verdiente die Marke "vermeidbar", nachdem RWE-Keeper Robin Heller den Ball unnötig prallen ließ.

Pokal-Aus im ausverkauften Haus

Wie Torschütze Baier scheiterte Platzek im dritten Anlauf mit RWE in der ersten Runde des DFB-Pokals. "Zweimal im Elfmeterschießen raus, jetzt kurz vor Schluss zwei Dinger bekommen. Es gab einige anerkennende Worte, aber die will ich gar nicht hören. Da kann ich mir auch nichts von kaufen", moserte der Angreifer. Doch so negativ wollte Brauer das Spiel nicht stehen lassen: "Ich wäre lieber weitergekommen und hätte ein Scheiß-Spiel gemacht. Aber so war es für die Fans ganz okay."

Tatsachlich dankten die die gute Vorstellung ihrer Mannschaft mit einem ausverkauften Stadion (18.500 Plätze) und einer Stimmung deutlich über Regionalliga-Niveau. Das besänftigte auch Platzek: "Jedes Spiel ist geil, aber heute war etwas Besonderes."

Jim Decker

 kicker Sonderheft Bundesliga 2017/18
 
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Vorname:Marcel
Nachname:Platzek
Nation: Deutschland
Verein:Rot-Weiss Essen
Geboren am:21.05.1990

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Vorname:Daniel
Nachname:Baier
Nation: Deutschland
Verein:FC Augsburg
Geboren am:18.05.1984

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Vorname:Timo
Nachname:Brauer
Nation: Deutschland
Verein:Rot-Weiss Essen
Geboren am:30.05.1990


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