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29.04.2015, 15:15

Arminen sind zu Hause eine Macht

Bielefeld: Gelingt der Sprung nach Berlin?

Zwölf Stunden anstehen für eine Eintrittskarte, gespanntes Hinfiebern auf den Mittwoch. Es herrscht eine große Euphorie in Bielefeld - bei Fans, Spielern und Verantwortlichen, ja in der ganzen Stadt. Aber nicht nur das Halbfinale im DFB-Pokal der Arminia gegen den VfL Wolfsburg elektrisiert die Massen. Bielefeld ist seit geraumer Zeit im Aufstiegsmodus, auch wenn Trainer Norbert Meier, Sportchef Samir Arabi und die Spieler weiterhin von Spiel zu Spiel denken und den Tag nicht vor dem Abend loben wollen.

Der Bielefelder Jubel nach dem Pokalsieg gegen Gladbach im Elfmeterschießen war groß.
Der Bielefelder Jubel nach dem Pokalsieg gegen Gladbach im Elfmeterschießen war groß.
© imagoZoomansicht

"Der Pokal ist wunderbar, das Tagesgeschäft in der 3. Liga ist aber das Wichtigste überhaupt", sagt Norbert Meier. Das Ziel ist klar: Rückkehr in die 2. Bundesliga. Dort fing vor knapp 14 Monaten auch die Bielefelder Amtszeit von Meier an. Bielefeld übernahm er mitten im Abstiegskampf, trotz starker Aufholjagd gelang die Rettung unter sehr unglücklichen Umständen nicht. In der Relegation kam das Aus in allerletzter Sekunde gegen Darmstadt. Darüber spricht man in Bielefeld aber nicht mehr so gerne, vielmehr lenkte man die Blicke kurz nach dem Drama voll in die Zukunft.

Und die wurde mit Coach Meier in Angriff genommen. "Ich bin nicht der Typ, der nach einer Enttäuschung sofort das Weite sucht. Es hat mir imponiert, wie positiv die Fans und auch die Sponsoren in Bielefeld und Ostwestfalen reagiert haben. Wer werden hart dafür arbeiten, eine Mannschaft aufzubauen und weiterzuentwickeln, die mit dieser Hilfe der Aufbruchstimmung eine erfolgreiche Saison spielen kann", sagt der Trainer bei der Vertragsverlängerung.

Der Saisonstart - nicht nach dem Geschmack der Fans

Und bei Arminia wurde hart gearbeitet, auf die Aufbruchsstimmung musste man aber noch ein paar Wochen warten. Wenn man genau hinsieht, haben der sportliche Erfolg in Meisterschaft und Pokal einen Auslöser: das 4:1 in der ersten Hauptrunde gegen den Zweitligisten SV Sandhausen am 17. August 2014. Der holprige Start in der 3. Liga mit vier Punkten aus vier Spielen, inklusive zwei Niederlagen in der heimischen Schüco-Arena, war gar nicht nach dem Geschmack der Bielefelder, mit dem Sandhausen-Spiel kam aber die Wende. Mit einer besonderen Krönung: Fabian Klos erzielte in der Partie nach Vorlage von Florian Dick das Tor des Monats August.

Fabian Klos (2. v.l.) erzielte gegen Sandhauasen das Tor des Monats.
Fabian Klos (2. v.l.) erzielte gegen Sandhauasen das Tor des Monats.
© imago

Bielefeld klettert auf Platz eins

Arminia spielte fortan befreit auf, machte Platz für Platz in der Liga gut, um im November den ersten Platz zu erklimmen. Und der hat bis jetzt Bestand. "Man sieht, dass wir mit unseren Neuverpflichtungen nicht so viel verkehrt gemacht haben", sagt Norbert Meier, der zusammen mit Sportchef Arabi den Kader vor der Saison umgebaut hatte. Florian Dick, Sebastian Schuppan, Christoph Hemlein, Julian Börner, David Ulm, Alexander Schwolow, Dennis Mast, Daniel Brinkmann sowie Manuel Junglas, der erst im Winter nach Ostwestfalen wechselte, stehen für Qualität, zudem wurden diese Akteure perfekt in das System und in die Gemeinschaft integriert.

Auf der Alm eine Macht

Vor allem auf der Bielefelder Alm wurden die Gegner reihenweise mit Niederlagen wieder nach Hause geschickt. Nur dem SV Wehen-Wiesbaden gelang beim 1:1 Anfang November ein Punktgewinn in Bielefeld, zuletzt kassierte Arminia am 9. August eine Heimpleite (1:2 gegen Osnabrück). Zählt man Liga, DFB- und Westfalenpokal zusammen, haben die Ostwestfalen nun aus den letzten 21 Heimbegegnungen 20 Siege und ein Unentschieden geholt.

Womit wir beim Thema DFB-Pokal wären. Wie so oft bei den vermeintlichen Außenseitern hat Arminia Bielefeld in diesem Wettbewerb eine Eigendymamik entwickelt, von Spiel zu Spiel wurde die Leistung besser, die Euphorie größer, der Wille noch leidenschaftlicher. Und die Gegner stärker. Zweitligist Sandhausen war wie beschrieben der Anfang, danach wurden mit Hertha BSC, Werder Bremen und Borussia Mönchengladbach drei Bundesligisten eliminiert. Und zwar in dieser Reihenfolge. Schaut man auf die Tabelle der höchsten deutschen Spielklasse, wurden die Arminia-Kontrahenten immer besser.

Den Wolfsburgern das Leben schwer machen

Manuel Junglas
Manuel Junglas bescherte Bielefeld gegen Gladbach die Führung. Im Elfmeterschießen gewann die Arminia.
© imagoZoomansicht

Und auch in der fünften Pokal-Begegnung steigern sich die Bielefelder: Mit dem VfL Wolfsburg kommt der Tabellenzweite. Und auch diesmal ist der DSC nicht chancenlos. Zumindest wird man wieder das ganze Programm, bestehend aus Kampf, Laufbereitschaft, gesunder Aggressivität und Leidenschaft, auffahren, um den Wolfsburgern das Leben so schwer wie möglich zu machen.

Gelingt dem DSC Arminia Bielefeld im dritten Anlauf der Sprung in Finale von Berlin, würde die Stadt am Teutoburger Wald für ein paar Tage in den Feiermodus wechseln, zumal am Samstag das Drittliga-Spitzenspiel gegen Holstein Kiel ansteht. 2005 verlor Arminia im Pokalhalbfinale mit 0:2 gegen Bayern München und 2006 mit 0:1 bei Eintracht Frankfurt. Damals war Arminia selber Bundesligist, auf dem besten Weg sich nach langjähriger Karriere als Fahrstuhlmannschaft in der Erstklassigkeit zu etablieren.

Ein Tribünenneubau und schlechtes Wirtschaften führten zum finanziellen und sportlichen Absturz in die 3. Liga. Jetzt scheint sich Arminia zu berappeln (3. Liga-Zuschauerschnitt von 14.000), vor allem die guten Pokaleinnahmen von vier Millionen Euro für TV- und Werberechte (plus Eintrittsgelder) tun dem Verein gut. Jetzt muss nur noch der Sprung in die 2. Liga gelingen, um die Euphorie in Bielefeld nicht gleich wieder einschlafen zu lassen.

Carsten Blumenstein

Video zum Thema
kicker.tv Hintergrund- 29.04., 15:19 Uhr
Nichts zu verlieren: Bielefelds Traum von Pokalfinale
Zu verlieren hat Arminia Bielefeld im Pokal-Halbfinale gegen den VfL Wolfsburg nichts, dafür vieles zu gewinnen. Sollte nach Hertha und Gladbach auch der dritte Bundesligist ausgeschaltet werden, steht die Fahrt nach Berlin an. Mit den Wölfen treffen die Arminen aber auf ein Topteam gespickt mit Stars. "Das werde ich meiner Mannschaft sagen", lautet der trockene Kommentar von Trainer Norbert Meier.
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weitere Infos zu Klos

Vorname:Fabian
Nachname:Klos
Nation: Deutschland
Verein:Arminia Bielefeld
Geboren am:02.12.1987

weitere Infos zu Meier

Vorname:Norbert
Nachname:Meier
Nation: Deutschland
Verein:SV Darmstadt 98

Vereinsdaten

Vereinsname:Arminia Bielefeld
Gründungsdatum:03.05.1905
Mitglieder:12.238 (01.07.2015)
Vereinsfarben:Schwarz-Weiß-Blau
Anschrift:Melanchthonstraße 31 a
33615 Bielefeld
Telefon: (05 21) 96 61 10
Telefax: (05 21) 96 61 11 1
E-Mail: info@arminia-bielefeld.de
Internet:http://www.arminia-bielefeld.de