Zur Loginbox springen Zur Navigation springen Zum Inhalt springen
Nicht registriert?
14.08.2014, 09:55

Bremen: Dutt liebt seinen Beruf bei Werder

Geht Werders Horror weiter?

Am 30. Mai 2009 stand Werder Bremen im DFB-Pokal das letzte Mal ganz oben. Nach einem 1:0-Erfolg im Finale über Bayer Leverkusen reckte Kapitän Frank Baumann in seinem letzten Pflichtspiel den "Pott" in die Berliner Hauptstadtlüfte. Bis dato war das Verhältnis zwischen dem fünfmalige Titelträger und dem DFB-Pokal intakt. Doch seitdem geht es kontinuierlich bergab, bis hin zum Totalabsturz. Der jüngste Fluch soll am Sonntag (14.30 Uhr, LIVE! bei kicker.de) beim FV Illertissen jedoch endlich aufgehoben werden. Das sieht nicht nur Geschäftsführer Thomas Eichin so.

Clemens Fritz
Kapitän Clemens Fritz sitzt nach dem letztjährigen Aus gegen Saarbrücken auf dem Hosenboden - darauf will Bremen dieses Jahr verzichten.
© Getty ImagesZoomansicht

"Es gibt keine zwei Meinungen", prescht Eichin direkt voran. "Wir müssen dieses Spiel gewinnen. Zuletzt haben wir im Pokal nicht gerade glücklich agiert. Im letzten Sommer war ich erstmals dabei, als wir prompt die Negativserie fortgesetzt haben. Es ist an der Zeit, diese Serie zu beenden."

Dieser Negativlauf, den der 47-Jährige anspricht, liest sich wahrlich nicht prickelnd - zumal Werder sich früher stets in diesem Wettbewerb wohl gefühlt hatte und als Pokalmannschaft galt. Nach dem 1:0-Erfolg 2009 im Finale gegen Leverkusen, als Mesut Özil den Treffer des Abends markierte und Spieler wie Torsten Frings, Diego oder Claudio Pizarro auf dem Feld standen, knickte die Erfolgskurve aber gewaltig ein. 2010 stand immerhin noch das Finale zu Buche (0:4 gegen Bayern München), ein Jahr später folgte wieder gegen den Rekordmeister mit einem 1:2 das Zweitrunden-Aus. In den letzten drei Spielzeiten erlebten die Norddeutschen schließlich ein Horrorszenario: Bei den damaligen Drittligisten Heidenheim (1:2), Preußen Münster (2:4 n.V.) und Saarbrücken (1:3 n.V.) hagelte es jedes Mal das Aus in Runde eins. An alte erfolgreiche Zeiten oder eben an den jüngsten Fluch will Eichin aber nicht denken: "Wir müssen im Heute lebe, nach vorne schauen."

Bartels: "Ich kann sehr gut darauf verzichten"

Obwohl viele aktuelle Akteure wie Kapitän Clemens Fritz, Sebastian Prödl oder Zlatko Junuzovic auch die letzten Pokalpleiten miterlebt haben, sieht der Geschäftsführer darin keine Kopfsache, die sich festgesetzt haben könnte. Die gestandenen Bremer werden wie die Neuzugänge versuchen, dieses Laster endlich auszumerzen. Einer davon: Fin Bartels, der vom FC St. Pauli kam. "Ich sehe uns gut gerüstet. Wir haben viel gearbeitet", blickt der 27-Jährige auf der SVW-Internetseite voraus. Wie sich so ein Erstrunden-Aus anfühlt, weiß der Ex-Kiezkicker aus eigener Erfahrung. Unter anderem im letzten Jahr scheiterten die Paulianer mit 0:1 beim SC Preußen Münster. "Ich kann deshalb sehr gut darauf verzichten", führt Bartels weiter aus. "Wir werden alles dafür geben, um eine Runde weiterzukommen."

Fin Bartels
Heiß auf Pflichtspiel eins im Werder-Trikot: Neuzugang Fin Bartels.
© Getty ImagesZoomansicht

Persönlich rechnet der Mittelfeldmann natürlich mit einem Pflichtspieleinsatz - seinem ersten mit Grün-Weiß: "Für mich ist es auch deshalb ein besonderes Spiel, weil es mein erster Pflichtspieleinsatz für Werder sein könnte - da spürt man noch eine besondere Spannung." Allgemein sei die "Vorfreude auf den Start ist riesig. Es knistert. Die achtwöchige Vorbereitung war lang und intensiv, da freut man sich schon, dass es endlich wieder um die Wurst geht."

Dutt: "Zu schön, um wahr zu sein"

Vorfreude hegt auch Trainer Robin Dutt, der trotz der jüngsten Testspielniederlagen gegen den Liga-Rivalen Hannover 96 (0:2) und bei Premier-League-Aufsteiger Leicester City (0:1) nicht an eine neuerliche Pokalschmach denkt. Viel eher freut sich der 49-Jährige darüber, bei Werder diesen Beruf bekleiden zu dürfen. "Bremen ist für mich zu schön, um wahr zu sein", wird Dutt in der "Kreiszeitung Syke" zitiert. "Es gibt tatsächlich noch einen Bundesliga-Standort, an dem du als Trainer Höhen und Tiefen durchstehen kannst. Hier habe ich die Hoffnung, nicht mehr meinen Arbeitsplatz wechseln zu müssen."

Illertissen glaubt nicht groß ans Wunder

Der Gegner aus der Regionalliga Bayern hofft derweil nicht großartig auf ein Weiterkommen gegen den Bundesligisten. "Die Situation ist nicht vergleichbar", blickt Illertissen Trainer Holger Bachthaler nochmals auf die Erstrunden-Niederlagen des SVW zurück. "Diese Niederlagen gegen Profimannschaften haben keinerlei Relevanz für das anstehende Spiel." Sein Team sei "absoluter Außenseiter". Einen kleinen Vorteil rechnet sich der FV immerhin durch den Austragungsort aus - gespielt nämlich wird im Ulmer Stadion, das rund 16.000 Besucher fassen kann. Mit 10.000 Fans wird gerechnet. "Wir freuen uns sehr, dass wir diese Partie in Ulm austragen dürfen. Das ist für unsere Fans wichtig und für uns ein Vorteil", sagte Geschäftsführer Matthias Endler und fügte knochentrocken an: "Früher kannte ich bei Bremen die ganze Mannschaft, inzwischen nur noch ein paar wenige Spieler."

Schnäppchen und Hoffnungsträger
Von Alonso bis Lopez: Die Transferkracher der Bundesliga
Die Neuzugänge im deutschen Oberhaus
Die neuen Hoffnungsträger

Neues Spieljahr, neues Glück. Mit neuem Personal ist bei den Bundesligisten auch die Hoffnung auf eine erfolgreiche Zukunft verbunden. Und so wird teilweise kräftig investiert: Bayer 04 Leverkusen etwa legte für drei Spieler knapp 28 Millionen Euro auf den Verhandlungstisch, noch tiefer greift der BVB in die Tasche. Andere Klubs setzten eher auf ablösefreie Spieler oder solche mit Ausstiegsklauseln.
© Getty Images/imago

vorheriges Bild nächstes Bild
14.08.14
 
Seite versenden
zum Thema

weitere Infos zu Bartels

Vorname:Fin
Nachname:Bartels
Nation: Deutschland
Verein:Werder Bremen
Geboren am:07.02.1987

weitere Infos zu Dutt

Vorname:Robin
Nachname:Dutt
Nation: Deutschland
Verein:Werder Bremen

weitere Infos zu Bachthaler

Vorname:Holger
Nachname:Bachthaler
Nation: Deutschland
Verein:FV Illertissen