Optimismus vor dem Spiel gegen Mainz - Tuchel warnt
Kiel glaubt an die Sensation - Hans Sarpei auch
Holstein Kiel ist der letzte verbliebene Vertreter des Amateurfußballs im DFB-Pokal. Die viertklassigen Störche empfangen am heutigen Mittwoch (LIVE!-Ticker ab 19 Uhr bei kicker online) den Bundesligisten Mainz 05. Die Euphorie an der Förde ist groß, und die Verantwortlichen glauben sogar an ein Weiterkommen. Für einen 05er ist es zudem die Rückkehr an den Ort, an dem er seine Profi-Karriere begann.

Macher des Erfolgs: Holstein-Trainer Thorsten Gutzeit rechnet sich Chancen aus, den Bundesligisten Mainz zu schlagen.
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Im August 2007 gastierte der Hamburger SV zur ersten Pokalrunde in Kiel. Eric-Maxim Choupo-Moting wurde zehn Minuten vor Schluss eingewechselt und nutzte seinen ersten Einsatz gleich zur Tor-Premiere: ein Einstand nach Maß. Für den HSV lief er danach 23-mal in der Bundesliga auf, über Nürnberg kam der kamerunische Nationalspieler in diesem Sommer nach Mainz. Nun folgt also die Rückkehr nach Kiel.
Die Störche warfen in den ersten beiden Runden die Zweitligisten Cottbus (3:0) und Duisburg (2:0) aus dem DFB-Pokal. Zudem herrscht nach der Herbstmeisterschaft in der Regionalliga Nord große Euphorie in der Stadt - das Spiel ist seit Wochen restlos verkauft. "Die Stimmung im Team ist natürlich sehr gut. Für jeden Sportler ist es toll, vor voller Hütte zu spielen. Und Mainz ist eine andere Hausnummer als unsere bisherigen Pokalgegner", freut sich Holstein-Coach Thorsten Gutzeit.
"Wille und Leidenschaft sind da"
An mangelnder Einstellung solle das Weiterkommen nicht scheitern: "Jeder weiß, worum es geht, wir kennen unsere Stärken. Wille und Leidenschaft sind da. Wir leben und lieben den Fußball", ergänzte Gutzeit. Und auch taktisch haben sich die Kieler ein Konzept zurechtgelegt, das im besten Falle zum Erfolg führt. "Wir wollen sicher stehen, die Räume eng machen und eine gute Ordnung haben. Wenn uns dies gelingt, können wir wie gegen Cottbus und Duisburg bei Ballbesitz schnell nach vorn spielen und Konter fahren."
Die Mainzer werden laut Trainer Thomas Tuchel keineswegs den Fehler machen und den Gegner aufgrund seiner Spielklasse unterschätzen: "Holstein Kiel hat mit einem normalen Regionalligisten nullkommanull zu tun - nicht in Bezug auf das spielerische und körperliche Potenzial, noch in Bezug auf das Umfeld, die Professionalität, die Emotionen des Vereins."
Angesprochen auf die klare Favoritenrolle des FSV, spricht Tuchel noch direkter über die Qualitäten der Kieler: "In der dritten Liga würde unser Gegner in der oberen Tabellenhälfte spielen. Wir können einschätzen, was auf uns zukommt, wenn wir im Pokal bei einem guten Drittligisten spielen, der an seine Leistungsgrenze geht."
"Joachim" hat seine Finger im Spiel
Nichtsdestotrotz hat Mainz als Bundesligist die Ambition und Pflicht, sich mit einem Sieg aus dem Jahr 2011 zu verabschieden. "Wir wollen mit aller Macht in die nächste Runde. Da sind unsere Ansprüche, anders als bei Bundesligaspielen, ganz klar am Ergebnis orientiert. Wir werden bei der Art und Weise unseres Spiels anderthalb Augen zudrücken", erklärt Tuchel, auch in Anbetracht der widrigen Platzverhältnisse im Norden Deutschlands. Tief "Joachim" hat seine Spuren hinterlassen und den Rasen arg mitgenommen.
Doch auch die Kieler haben noch ein Ass im Ärmel: Schalkes Hans Sarpei - auf Facebook zum Kult geworden - tippte am Dienstag alle Spiele des Achtelfinals. Für die Partie Kiel gegen Mainz sagte er ein 1:0 voraus - für die Störche.