Zur Loginbox springen Zur Navigation springen Zum Inhalt springen
Nicht registriert?
30.07.2011, 22:08

Samstag: Werder und Bayer sind raus

BVB besiegt den Fluch, FCA entkommt

Auch der Samstag bot Sensationen: In einem dramatischen Pokalfight setzte sich Dresden nach Verlängerung gegen Leverkusen durch. Drittligist Heidenheim gab dem sechsmaligen Pokalsieger Bremen das Nachsehen. Meister BVB dagegen nahm die Hürde Sandhausen locker. Der viermalige Titelträger Nürnberg siegte dank Feulner in Bielefeld, der HSV mühte sich in Oldenburg zum Sieg. Keine Probleme hatte Lautern (beim BFC Dynamo), Paderborn feierte in Ahlen ein Schützenfest. Trier kegelte den Bundesliga-Absteiger St. Pauli aus dem Wettbewerb. Cottbus ging in Kiel baden, der FCA entkam in Oberhausen im letzten Moment.

Dortmunder Jubel in Sandhausen - der Meister wird seiner Rolle gerecht.
Dortmunder Jubel in Sandhausen - der Meister wird seiner Rolle gerecht.
© Getty Images

Samstagabend: Lewandowski stellt früh die Weichen - Klatsche für Cottbus

Der deutsche Meister hat sich im Gegensatz zum Vize Leverkusen die Butter nicht vom Brot nehmen lassen und die Aufgabe Sandhausen gelöst. Nach bösen Überraschungen in den vergangenen Jahren bei den Drittligisten Osnabrück und Offenbach konnte dieser Fluch besiegt werden. Weichensteller war Lewandowski, der schon nach zehn Minuten vollstreckte. Kurz nach der Pause beeindruckte insbesondere die Traumkombination zwischen Kagawa und Neuzugang Gündogan. Die Zuschauer im ausverkauften Hardtwaldstadion sahen über weite Strecken Einbahnstraßenfußball mit einem verdienten Sieg des Favoriten. "Unsere Tore waren herausragend herausgespielt", lobte BVB-Coach Jürgen Klopp und freute sich auf die Rückkehr ins geliebte heimische Stadion zum Ligaauftakt am Freitagabend gegen den HSV.

Der Paukenschlag des Abends ertönte am Abend in Kiel. Holstein entledigte sich des favorisierten Zweitligisten Energie Cottbus, der ohne die verletzten Defensivstützen Kirschbaum und Brzenska angetreten war. Sykora ließ die "Störche" früh abheben, spätestens nach Herrmanns Kontertreffer zum 3:0 im zweiten Abschnitt wollten sie gar nicht mehr landen. Gästecoach "Pele" Wollitz hatte mit frühen Wechseln keinen Erfolg, der Regionalligist hätte bei seinen Gegenstößen noch weitere Tore hinzufügen können.

Zwei weitere Favoriten hatten lange Zeit mächtig zu kämpfen. Erstliga-Aufsteiger FC Augsburg musste beim Zweitliga-Absteiger RW Oberhausen nach einem Lapsus von Kapitän Möhrle das 0:1 hinnehmen. Zwar gab's noch vor der Pause den Ausgleich, doch die zündenden Ideen fehlten Jos Luhukays Akteuren. Bis zur letzten Minute der Verlängerung, als Bellinghausen links unwiderstehlich zur Grundlinie durchstieß und gefühlvoll auf de Roecks Scheitel flankte: 1:2!

Der FSV Frankfurt bot vor allem eins über weite Strecken seines Spiels bei Kickers Emden - Tristesse im Angriffsspiel. Ein Freistoßtor von Yelen musste herhalten, ehe ein preisverdächtiger "Faller" Bennerts Sekunden vor der Pause für einen unberechtigen Strafstoß für den in der Oberliga beheimateten Außenseiter sorgte. Janßen verwandelte gegen FSV-Keeper Langer. Erst in der Verlängerung gelang den Hessen dann der Durchbruch, am Ende stand es 1:5 aus Sicht der Ostfriesen.

Im reinen Zweitliga-Duell verlor Hansa Rostock Offensivneuerwerb Mintal früh durch Verletzung. Im Anschluss entwickelte sich eine spannende und im zweiten Abschnitt phasenweise furiose Partie gegen einen VfL Bochum, der zweimal ausgleichen konnte. Im Elfmeterschießen parierte dann Luthe gleich zu Beginn entscheidend gegen Wiemann.

Dresden und Heidenheim drehen Partien

Robert Koch und David Yelldell
Wahnsinn pur! Dresdens Koch (li.) gibt Leverkusens Keeper Yelldell das Nachsehen.
© Getty ImagesZoomansicht

Einen packenden Pokalfight mit dramatischem Spielverlauf lieferten sich Dynamo Dresden und Bayer Leverkusen am Samstagnachmittag. Das bessere Ende hatte dann Dresden für sich, das sich mit 4:3 nach Verlängerung durchsetzte. Dabei sah es lange Zeit nach einer relativ einseitigen Angelegenheit aus. Denn der favorisierte Bundesligist stellte durch Derdiyok (6.) und Sam (12.) die Weichen frühzeitig auf Sieg. Als Neuzugang Schürrle in der 49. Minute gar das 0:3 folgen ließ, deutete alles auf einen souveränen Sieg der Rheinländer hin.

Doch die Sachsen gaben sich nicht geschlagen, ein Doppelpack von Schuppan (68.) und Koch (70.) sorgte für Hoffnung und prächtige Stimmung im Stadion. Und Koch mit seinem zweiten Treffer erzwang dann in der 86. Minute tatsächlich die Verlängerung. Dort schien dann eigentlich kein Team mehr entscheidend zulegen zu können. Doch nach einem tollen Konter Dynamos behielt Schnetzler alleine vor Yelldell die Nerven und sorgte mit einem ebenso frechen wie sehenswerten Lupfer für die Sensation!

Abgang Werder Bremen
Wie begossene Pudel schlichen die Spieler von Werder Bremen in Heidenheim vom Platz.
© picture alliance

Das hat sich Werder Bremen aber anders vorgestellt. Der sechsmalige Pokalsieger unterlag am Samstagnachmittag beim Drittligisten 1. FC Heidenheim mit 1:2 (1:0) und setzte damit den Saisonauftakt komplett in den Sand. Die Ostalbstädter dagegen feierten den größten Erfolg ihrer Vereinsgeschichte.

Dabei lief das Spiel eigentlich zu Gunsten des Bundesligisten. Nach 33 Minuten erzielte Rückkehrer Rosenberg die Führung für die Hanseaten, die Marin in der 51. Minute hätte ausbauen müssen. Doch der Nationalspieler scheiterte mit einem Handelfmeter an Heidenheims Keeper Lehmann. Diese Szene war der Wendepunkt, der Underdog witterte Morgenluft. Sauter (57.) und Schnatterer (59.) mit einem Doppelpack machten dann die Sensation perfekt.

Trier stellt seinen Ruf unter Beweis

Eintracht Trier stellte seinen Ruf als "Pokalschreck" einmal mehr unter Beweis. Der Regionalligist schaltete den Zweitligisten FC St. Pauli mit 2:1 (1:0) aus und überstand damit wie schon so oft in den letzten Jahren die erste Pokalrunde. Der Erfolg der Moselstädter ging dabei in Ordnung. Das Team von Trainer Roland Seitz war ebenbürtig, zumeist sogar einen Tick besser, ein Zweiklassen-Unterschied war jedenfalls zu keiner Zeit festzustellen. St. Pauli agierte viel zu harmlos, erst gegen Ende der Partie kam der Zweitligist auf. Doch Hauswald sorgte eine Minute vor Abpfiff für den Sieg und für Jubelstürme im Moselstadion.

Club siegt dank Feulner - Lautern souverän

Markus Feulner
Schussstark: Nürnbergs Feulner erzielte in Bielefeld einen Hattrick.
© picture alliance

Dank Neuzugang Markus Feulner hat der 1. FC Nürnberg die erste Pokalhürde überwunden. Der Mittelfeldspieler erzielte beim 5:1 (3:1) bei Zweitliga-Absteiger Arminia Bielefeld einen lupenreinen Hattrick (26., 35., 39.) und stellte so die Weichen auf Sieg. Der Club tat sich aber sehr schwer, spielerisch lief lange Zeit nicht viel zusammen. Die sportlich wie finanziell gebeutelten Ostwestfalen durften nach dem Führungstor durch Jerat (15.) kurz von der Sensation träumen, ehe Feulner zuschlug. Mak (64.) und Pekhart (71.) sorgten dann aber doch noch für einen standesgemäßen Sieg des Favoriten.

Der 1. FC Kaiserslautern löste seine Erstrunden-Aufgabe beim BFC Dynamo souverän. Die Pfälzer behielten beim einstigen DDR-Serienmeister, der mittlerweile in der Oberliga antritt, ohne große Kraftanstrengung mit 3:0 die Oberhand. Die Hauptstädter begegneten dem FCK zwar mit einem couragierten Auftritt im Defensivverbund. Nach vorne agierten die Hohenschönhausener jedoch zu zaghaft. Die Kurz-Truppe nutzte ihre deutlichen spielerischen Vorteile zu zwei Treffern durch Ilicevic und Tiffert (18., 22.) vor der Pause, und einen durch Petsos (50.) nach dieser. Die Lauterer sammelten - einen weiten Weg bis ins Finale gleichwohl vor der Brust - somit erste gute Erfahrungen in der laufenden Saison mit Berlin. Unschön dagegen die Randale nach dem Spiel, ausgelöst von den berüchtigen BFC-Hooligans.

Paderborn feiert Schützenfest

Der Außenseiter aus Ahlen konnte die Partie gegen Paderborn lediglich in den ersten zehn Minuten offen gestalten und hatte die erste Chance durch Venker. In der Folge wurde der SCP seiner Favoritenrolle immer mehr gerecht und nutzte die größer werdenden Lücken bei RWA schonungslos. Alushi (2), Krösche, Taylor (3), Meha, Proschwitz (2) und Kara brachten die Ostwestfalen auf die Siegerstraße und bestraften die Hausherren mit einer 0:10-Klatsche. Venker verpasste mit einem Handelfmeter knapp den Ehrentreffer.

In den anderen Partien kamen die Favoriten zu mehr oder weniger glanzlosen Arbeitssiegen: So Eintracht Frankfurt (2:0 in Halle), Vorjahresfinalist MSV Duisburg (2:0 in Babelsberg) und besonders der Hamburger SV, der beim 2:1 beim VfB Oldenburg deutlich mehr Mühe hatte als im Vorfeld erwartet.

30.07.11
 
Seite versenden
zum Thema