Wehen St. Pauli
n.V. 3:2
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Drittligist ringt den Zweitligisten in der Verlängerung nieder

Wehens Doppelschlag zieht St. Pauli den Zahn

Pokal - 17.08. 22:40

Der SV Wehen Wiesbaden hat in der 1. Runde des DFB-Pokals für die erste Überraschung gesorgt. In einem echten Pokalkrimi rang der Drittligist den FC St. Pauli mit 3:2 nieder. In einer überwiegend ausgeglichenen Partie setzten sich die Hessen schließlich dank eines Doppelschlags in der Verlängerung gegen die Kiezkicker durch. Für die Hanseaten ist damit zum zweiten Mal in Folge bereits in Runde eins Schluss.

Jubel in Wiesbaden: Drittligist Wehen warf in der 1. Runde Zweitligist St. Pauli aus dem Wettbewerb. © imago

Wehens Trainer Rüdiger Rehm nahm im Vergleich zum spektakulären 3:3 gegen Eintracht Braunschweig vier Änderungen vor: Mockenhaupt, Schönfeld, Shipnoski und Brandstetter kamen für Modica, Schmidt (beide Bank), Lorch und Schwadorf (beide nicht Kader) neu in die Mannschaft.

St. Pauli-Coach Markus Kauczinski musste seine Startelf gegenüber dem 2:0-Erfolg gegen den SV Darmstadt 98 auf einer Position umbauen: Buchtmann fehlte aufgrund einer Hand-OP. Für ihn begann Sobota über rechts, Möller Daehli rutschte ins Zentrum.

St. Pauli überlegen, aber harmlos

Wehen begann mutig und setzte die Gäste bereits früh unter Druck. Die erste gute Chance der Partie hatte Andrist, der die Kugel knapp am Kreuzeck vorbeizirkelte (10.). Im Anschluss verflachte die Partie ein wenig. Wiesbaden zog sich etwas zurück, St. Pauli hatte optische Vorteile, konnte daraus aber kein Kapital schlagen. Die Kiezkicker kombinierten bis zum Strafraum zwar phasenweise recht ansehnlich, ließen im letzten Drittel aber die Genauigkeit vermissen. Richtig gefährlich wurde es für das Tor von Keeper Kolke deshalb nicht.

DFB-Pokal, 1. Runde

Die Gastgeber hielten mit viel Kampf dagegen und die Hanseaten damit gut vom eigenen Tor weg. So spielte sich die Partie lange hauptsächlich zwischen den Strafräumen ab - bis zur 35. Minute: Nach einer Ecke von Shipnoski bekamen die Gäste im Strafraum den Ball nicht weg, Reddemann bedankte sich und vollstreckte zum 1:0 für den Drittligisten. St. Pauli war zwar um eine schnelle Antwort bemüht, war aber offensiv weiterhin nicht zwingend genug. So ging es mit der knappen Führung für den SVWW in die Pause.

Neudeckers schnelle Antwort

Den besseren Start nach dem Seitenwechsel erwischte St. Pauli. Nach zuvor sieben erfolglosen Ecken führte die achte schließlich zum Ausgleich: Den Standard von Knoll verlängerte Schönfeld an den zweiten Pfosten, wo Neudecker völlig blank stand und volley zum 1:1 traf (51.). Im Gegenzug wäre Wehen fast erneut in Führung gegangen, Brandstetter bekam allein vor Himmelmann aber nicht genug Druck hinter den Ball (53.).

Ausgleich: Die Spieler des FC St. Pauli bejubeln den Treffer von Richard Neudecker. © imago

Die Zuschauer sahen nun eine ausgeglichene Partie, in der beide Mannschaften auf das zweite Tor drängten. Möller Daehli zwang Kolke nach einer feinen Einzelaktion zu einer Glanztat (65.), auf der Gegenseite verzog Andrist mit einer Volleyabnahme nur knapp (73.). Nur kurz darauf bekam der eingewechselte Schmidt nicht genug Druck hinter den Ball (77.). In der Schlussphase bot sich beiden Mannschaften beste Chancen, das Spiel zu entscheiden. Sowohl Veermann (86./89.) als auch Andrist (89.) scheiterten jedoch frei vor dem Tor.

SVWW-Doppelschlag durch Schäffler und Schmidt

So ging es in die Verlängerung, in der sich die Kontrahenten nach der turbulenten Schlussphase eine kleine Verschnaufpause gönnten - bis Schiedsrichter Christan Dingert kurz vor der Pause auf den Punkt zeigte. Ziereis hatte Andrist im Strafraum zu Fall gebracht, Schäffler ließ sich die Chance nicht entgehen und verwandelte den Elfmeter wuchtig zum 2:1 (103.). Doch damit nicht genug: Noch vor der Halbzeit der Verlängerung erhöhte der eingewechselte Schmidt nach einer Ablage von Brandstetter sogar auf 3:1 für den Drittligisten (105.+1).

St. Pauli musste nun einen Zwei-Tore-Rückstand wettmachen, gab sich jedoch nicht auf - und wurde dafür belohnt: Zunächst scheiterte Neudecker frei vor Kolke, gegen den Nachschuss von Avevor war der Schlussmann der Gastgeber aber machtlos (109.). In den Schlussminuten warf der Zweitligist noch einmal alles nach vorne, Wehen verteidigte mit Mann und Maus. Letztlich blieb es beim knappen 3:2.

Damit ist für St. Pauli wie bereits in der vergangenen Saison (0:1 in Paderborn) in der ersten Runde Schluss. Wehen sorgte nach dem 2:0-Sieg im Vorjahr gegen Aue erneut für eine Pokal-Überraschung. In der Liga ist Wehen am Samstag in einer Woche (14 Uhr) gegen die SpVgg Unterhaching gefordert, St. Pauli spielt tags darauf bei Union Berlin (13.30 Uhr).

Torschützen
1:0 Reddemann (35., Linksschuss, Mockenhaupt)
1:1 Neudecker (51., Rechtsschuss)
2:1 Schäffler (103., Foulelfmeter, Rechtsschuss, Andrist)
3:1 N. Schmidt (105. + 1, Rechtsschuss, S. Brandstetter)
3:2 Avevor (109., Linksschuss, Neudecker)