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VfL Osnabrück

VfL Osnabrück

3
:
1

Halbzeitstand
1:0
Hamburger SV

Hamburger SV


VFL OSNABRÜCK
HAMBURGER SV
15.
30.
45.










60.
75.
90.









Hamburg schlägt kein Kapital aus frühem Platzverweis

Zehn Osnabrücker schmeißen den HSV raus

Der VfL Osnabrück hat es wieder getan: Wie 2009 warfen die Lila-Weißen an der heimischen Bremer Brücke den Hamburger SV aus dem Pokal. Nach Rot gegen Appiah spielte der Drittligst dabei über 70 Minuten in Unterzahl, deckte die Defizite des HSV aber schonungslos auf und führte zwischenzeitlich sogar mit 3:0.

Jubel und Ernüchterung nach dem 2:0
Die Überraschung mit dem 2:0 auf dem Weg: Jubel bei Osnabrück, der Hamburger SV am Boden.
© imagoZoomansicht

Osnabrück-Coach Joe Enochs setzte im Duell mit dem Erstligisten gleich auf Neuzugang Susac, der im Abwehrzentrum begann. Im Vergleich zum 3:3-Remis gegen Halle in der 3. Liga waren auch Heider nach abgelaufener Sperre und Rückkehrer Alvarez von Beginn an dabei. Schulz fehlte verletzt, Reimerink und Zorba mussten zunächst auf die Bank.

Hamburgs Trainer Markus Gisdol schickte die Startformation ins Rennen, die nach den Eindrücken aus der Vorbereitung zu erwarten war. Im Tor stand die frisch gekürte Nummer eins Mathenia, mit Hahn begann zudem ein Neuzugang. Für Holtby blieb erst einmal ein Bankplatz.

Aytekin zieht früh Rot

VfL-Coach Enochs hatte einen dominanten HSV erwartet und einen solchen sah er auch. Die Gäste verbuchten ein deutliches Plus an Ballbesitz, ließen aus diesem heraus über weite Strecken aber Tempo und Spielwitz vermissen. Dass die Osnabrücker in der Defensive aber trotz Neuzugang Susac und einer angepassten Formation - Enochs ließ sein Team zu Beginn mit einer Dreierreihe agieren - nicht unverwundbar sind, zeigte sich erstmals in der 10. Minute. als Sangaré in höchster Not gegen Wood klärte.

Neun Minuten später gelang das nicht mehr: Wood setzte sich gegen Engel durch und war auf dem Weg in den Osnabrücker Strafraum, als Appiah zur Notbremse griff. Schiedsrichter Deniz Aytekin zog Rot, Hunt setzte den Freistoß aus 17 Metern neben das Tor.

DFB-Pokal, 1. Runde

Der VfL stellte personell um, für Angreifer Alvarez kam Innenverteidiger Zorba herein, mit ihm wurde nun wieder eine Viererkette gebildet.

Ballbesitz für den HSV - Osnabrück macht das Tor

Die Dominanz der Hamburger nahm mit der Überzahl noch zu, 70 Prozent Ballbesitz verzeichnete der Bundesligist im ersten Durchgang. Doch wie schon in der Vorbereitung zeigte die Gisdol-Elf Schwächen im Abschluss. Papadopoulos' Kopfball parierte Gersbeck (33.), Hahn hob den Ball freistehend in die Hände des VfL-Keepers (43.), Müller jagte den Ball auf das Tribünendach (45.+3).

Osnabrück hatte Mühe, für Entlastung zu sorgen - tat dies aber einmal lehrbuchmäßig. Heider verlängerte einen Ball per Kopf in den Lauf von Sangaré, der Mavraj und Papadopoulos leicht stehenließ. Von der Torauslinie legte er zurück auf Savran, der freistehend einschoss (39.) und den Außenseiter eine 1:0-Pausenführung bescherte.

Holtby kommt - Engels Frechheit führt zum 2:0

Zum zweiten Durchgang brachte HSV-Coach Gisdol Holtby für den Gelb-belasteten Jung. Das Spiel sollte aber sein Bild nicht ändern: Osnabrück stand tief, die Hamburger schoben den Ball drumherum. Die zehn verbliebenen Hausherren wehrten sich mit vollem Einsatz, für Entlastung konnten sie aber selten sorgen - bis der erste konstruktive Angriff der zweiten Hälfte direkt zum 2:0 genutzt wurde: Engel erkannte den freien Raum auf der linken Seite und wurde von Arslan bedient. Am Strafraum tunnelte der ausgewiesene Defensivexperte Müller und brachte den Ball mustergültig flach vor das Tor, wo der eingelaufene Heider vollstreckte (61.).

Arslan trifft zum 3:0 - Wood nutzt den Elfer

Gisdol reagierte erneut, brachte nun Waldschmidt. Doch echte Chancen hatten die Hamburger trotz am Ende 76 Prozent Ballbesitz lange nicht. Stattdessen klingelte es ein drittes Mal auf der anderen Seite. Nachdem Groß an der Eckfahne eigentlich nur einen Eckstoß herausholen wollte, brachte Sangaré den Ball einfach mal flach nach innen. Sakai zog zurück, Mathenia kam nicht hin, Arslan hingegen hatte leichtes Spiel - 3:0 (71.)! Der Ex-Hamburger im VfL-Trikot hielt sich mit dem Jubel zurück, auf den Tribünen stand der Osnabrücker Anhang unter den 15.700 Zuschauern an der Bremer Brücke natürlich Kopf.

Die Hoffnung kehrte beim HSV aber schnell zurück: Engel rutschte in eine Hereingabe von Müller und blockte diese mit vom Körper weggestrecktem Arm ab - Aytekin gab Strafstoß. Wood verwandelte sicher zum 1:3 (73.).

Betretene Gesichter beim Hamburger SV
Aus in Osnabrück - betretene Gesichter beim Hamburger SV
© imago

Wood und Müller verpassen den Anschluss

Knapp 20 Minuten blieben, in denen der HSV, der vorher noch viele Standards kurz ausgeführt hatte, nun zunehmend hohe Bälle in den Strafraum schlug. Richtig gefährlich wurde es so aber erst spät: Wood versiebte eine Chance nach Vorarbeit von Papadopoulos und Holtby aus kurzer Distanz (88.), Müller setzte - erneut nach einer Papadopoulos-Vorlage per Kopf einen Volley neben das Tor (90.+1).

Die Minuten verrannen, bis Aytekin tief in der Nachspielzeit für Verwirrung sorgte: Nachdem der eingewechselte Reimerink beim Klärungsversuch am Strafraumrand den von Hahn hereingestellten Fuß getroffen hatte, zeigte der FIFA-Referee zunächst ein zweites Mal auf den Elfmeterpunkt, nahm diese Entscheidung aber wenig später zurück und gab einen Freistoß für Osnabrück. Dieser wurde noch ausgeführt, dann brach der Jubel in Osnabrück voll los. Aytekin pfiff ab und besiegelte damit das Ergebnis: Osnabrück setzte sich in Unterzahl mit 3:1 gegen den zwei Klassen höher spielenden Hamburger SV durch und sorgte damit für das erste Aus eines Bundesligisten im DFB-Pokal 2017/18.

Der VfL Osnabrück ist mit dem Rückenwind am Sonntag (14 Uhr) bei Chemnitz zum 5. Spieltag der 3. Liga zu Gast. Merken können sich Anhänger der Lila-Weißen auch diese Termine: Die Auslosung für die 2. Runde des DFB-Pokals findet am 20. August statt, ausgetragen werden die Partien am 24. und 25. Oktober. Der HSV hat bis zum Bundesliga-Start am nächsten Samstag (15.30 Uhr) gegen den FC Augsburg hingegen noch einiges an Klärungsbedarf.

DFB-Pokal, 2017/18, 1. Runde
VfL Osnabrück - Hamburger SV 3:1
VfL Osnabrück - Hamburger SV 3:1
Fokussiert

Osnabrücks Trainer Joe Enochs vor dem Anpfiff
© picture alliance

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Aufstellungen, Einwechslungen & Reservebänke

VfL Osnabrück
Aufstellung:
Appiah    
Susac
Engel
Sangaré    
A. Arslan    
Heider        
Savran                
Alvarez    

Einwechslungen:
22. Zorba für Alvarez
70. Reimerink für Savran
84. Kristo für Heider

Trainer:
Enochs
Hamburger SV
Aufstellung:
G. Sakai    
K. Papadopoulos    
Mavraj
Douglas Santos    
Jung        
Walace
Hunt    
Hahn    
Wood    

Einwechslungen:
46. Holtby für Jung
63. Waldschmidt für Douglas Santos
81. Schipplock für Hunt

Trainer:
Gisdol

Tore & Karten

 
Torschützen
1:0
Savran (39., Rechtsschuss, Sangaré)
2:0
Heider (61., Linksschuss, Engel)
3:0
A. Arslan (71., Rechtsschuss, Sangaré)
3:1
Wood (73., Handelfmeter, Rechtsschuss)
Rote Karten
Osnabrück:
Appiah
(18., Notbremse, Wood)
HSV:
-
Gelbe Karten
Osnabrück:
Savran
(1. Gelbe Karte)
,
Sangaré
(1.)
HSV:
Hahn
(1. Gelbe Karte)
,
K. Papadopoulos
(1.)
,
Jung
(1.)

Spieldaten

VfL Osnabrück       Hamburger SV
Tore 3 : 1 Tore
 
Torschüsse 8 : 13 Torschüsse
 
gespielte Pässe 196 : 595 gespielte Pässe
 
angekommene Pässe 91 : 503 angekommene Pässe
 
Fehlpässe 105 : 92 Fehlpässe
 
Passquote 46% : 85% Passquote
 
Ballbesitz 24% : 76% Ballbesitz
 
Zweikampfquote 57% : 43% Zweikampfquote
 
Foul/Hand gespielt 12 : 14 Foul/Hand gespielt
 
Gefoult worden 14 : 11 Gefoult worden
 
Abseits 2 : 3 Abseits
 
Ecken 2 : 8 Ecken
 

Spielinfo

Anstoß:
13.08.2017 15:30 Uhr
Stadion:
Bremer Brücke, Osnabrück
Zuschauer:
15700 (ausverkauft)
Spielnote:  2
packender Pokalfight ohne erkennbaren Klassenunterschied.
Eckenverhältnis:
2:8
Schiedsrichter:
Deniz Aytekin (Oberasbach)

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