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Carl Zeiss Jena

Carl Zeiss Jena

3
:
2

nach Verlängerung
2:2 (1:0)
Hamburger SV

Hamburger SV


CARL ZEISS JENA
HAMBURGER SV
15.
30.
45.






60.
75.
90.










105.
120.


Hamburg trotz Comeback-Qualitäten ausgeschieden

Joker Pieles sorgt für Jenas Pokalcoup

Carl Zeiss Jena durchlebte am Sonntag eine Achterbahnfahrt der Gefühle, dürfte am Ende mit dem Ergebnis aber mehr als zufrieden sein. Der Viertligist landete nämlich den Sensationscoup und warf den "großen" Hamburger SV aus dem DFB-Pokal. In einem Spiel, das vor allem von seiner Spannung und Intensität lebte, bewiesen die Hamburger große Comeback-Qualitäten, kamen zweimal nach Rückstand zurück - nach dem 2:3 in der Verlängerung waren die HSV-Akkus aber leer und das Aus besiegelt.

Bauchlandung: Hamburgs Schlussmann René Adler machte beim 0:1 keine gute Figur.
Bauchlandung: Hamburgs Schlussmann René Adler machte beim 0:1 keine gute Figur.
© imagoZoomansicht

Jenas Trainer Volkan Uluc vertraute auf fast dieselbe Elf wie beim jüngsten 0:0 in der Regionalliga Nordost gegen den FC Schönberg 05. Lediglich einen Wechsel gab es: Bär spielte für Bock.

Auf der anderen Seite war es für Hamburg das erste Pflichtspiel ohne Westermann, van der Vaart (beide Betis Sevilla) oder Jansen (Karriere-Ende). Dafür standen mit Spahic, Sakai und Ekdal gleich drei Sommer-Neuzugänge in der Startelf der Rothosen. Der frisch gebackene Kapitän Djourou war auch für selbige vorgesehen, der Schweizer musste aber mit muskulären Problemen kurzfristig absagen. Für ihn rückte Cleber nach.

Bereits im Vorfeld der Partie hatte Labbadia vor Carl Zeiss gewarnt. Auf dem Platz sollte er dann Recht behalten. Jena entpuppte sich als extrem unangenehmer Gegner, der taktisch genau das richtige Rezept für das 4-3-3 der Hamburger hatte und den Hanseaten das Leben enorm schwer machte.

Zwar hatten die Norddeutschen im ersten Durchgang mehr Ballbesitz (69 Prozent), mehr gewonnene Zweikämpfe (58 Prozent) und im Grunde in fast allen Belangen die besseren Werte vorzuweisen, dennoch lagen sie in der Halbzeit mit 0:1 zurück - und das nicht unverdient.

Die Thüringer hatten mit einer laufintensiven Spielweise, die man durchaus als Ziehharmonika-Taktik betiteln konnte, dem HSV den Zahn gezogen. Hamburg probierte viel, konnte sich aber trotz seiner höheren individuellen Klasse lange Zeit keine klaren Torchancen erspielen. Das hatte zwei Gründe: Einerseits trat der Regionalligist als stabiles Kollektiv auf, jeder lief für den anderen, was dazu führte, dass der Bundesliga-Dino praktisch nie Freiräume hatte. Andererseits fehlte es den Hanseaten aber auch an der nötigen Präzision im Passspiel, sodass die Stürmer oft in der Luft hingen, weil sie eben keine Bälle bekamen.

Die Jenaer hingegen lauerten auf Konter und sorgten zu Beginn über den agilen Jovanovic immer wieder für Unruhe, brauchten aber einen ruhenden Ball, um in Führung zu gehen: Gerlach zimmerte den Ball nach einer Viertelstunde aus 30 Metern unter Zuhilfenahme des rechten Innenpfostens in die Maschen - Adler agierte in dieser Szene nicht gerade glücklich. Im Großen und Ganzen war das der einzige Aufreger der Hälfte, mit einer Ausnahme: Starke musste im Anschluss an einen Freistoß Spahics Kopfball auf der Linie klären (32.).

Auch wenn die Partie mit klaren Torraumszenen geizte, so war sie dennoch überaus unterhaltsam. Dafür sorgten vor allem die Jenaer, die erfrischend herzhaften Fußball an den Tag legten und auch mit bitteren Rückschlägen gut umgingen. Nach Wiederanpfiff leistete sich Schiedsrichter Frank Willenborg nämlich einen bösen Fehler, als er bei Olics Treffer auf 1:1 entschied (48.). Irregulär, weil bei Ilicevics Flanke der Ball ganz eindeutig die Torlinie bereits überquert hatte und es richtigerweise Abstoß hätte geben müssen.

Hamburg erzwingt die Verlängerung - Die Joker stechen

Mit Haken und Ösen: Jenas Bär im Duell mit Ilicevic (2.v.re.), Ostrzolek beobachtet genau.
Mit Haken und Ösen: Jenas Bär im Duell mit Ilicevic (2.v.re.), Ostrzolek beobachtet genau.
© imagoZoomansicht

Nach kurzen und intensiven, aber erfolglosen Protesten bewiesen die Gastgeber große Moral. Jena steckte nicht auf, drängte vielmehr auf die neuerliche Führung und hatte mit diesem Vorhaben Erfolg: Einen schnellen Spielzug über die linke Seite schloss Jovanovic mustergültig zum vielumjubelten 2:1 ein (58.). Bei hochsommerlichen Temperaturen kochte das Erst-Abbe-Sportfeld nun endgültig - und Hamburg stand das Wasser sprichwörtlich bis zum Kopf.

Labbadia versuchte viel, brachte mit der Zeit Schipplock, Jung und Gregoritsch, doch der HSV blieb vorerst rat- und harmlos. Die Gäste waren zweifellos bemüht, rannten sich nun aber in der massierten Deckung des Viertligisten fest, der gegen Ende des Spiels nur noch darauf aus war, die knappe Führung über die Zeit zu retten.

Und beinahe wäre das Jena gelungen, aber eben nur beinahe! Nachdem Koczor noch stark gegen Schipplock gerettet hatte (85.), musste sich der Schlussmann in der vierten Minute der Nachspielzeit (!) doch noch geschlagen geben: Bei einer Ecke war Adler mit nach vorne geeilt und hatte den Ball auf seinen im Getümmel vor ihm liegenden Mitspieler Spahic geköpft. Von dem Bosnier prallte das Leder schließlich genau vor die Füße von Gregoritsch, der eiskalt verwandelte und so die Verlängerung erzwang - 2:2.

Die erste Hälfte der Verlängerung hatte dann nichts zu bieten, beide Teams brauchten wohl etwas Zeit, um wieder zu Kräften zu kommen. Jena war es dann, das in der 106. Minute für den Paukenschlag sorgte: Krstics weiter Einwurf landete beim zuvor eingewechselten Pieles, der zum 3:2 einköpfte. Carl Zeiss war wieder vorne, und es stellte sich die Frage, ob der HSV noch einmal zurückkommen würde. Die Antwort darauf lautete "Nein", denn der HSV probierte es zwar, konnte das Blatt schlussendlich aber nicht mehr wenden.

Carl Zeiss Jena muss sich nun wieder auf den Liga-Alltag konzentrieren: Am Samstag, den 15. August (13.30 Uhr), geht es zu BFC Dynamo. Der Hamburger SV muss am Freitag zuvor zum Auftakt der Bundesliga beim FC Bayern München antreten.

KICKER SONDERHEFT BUNDESLIGA 2015/16
DFB-Pokal, 2015/16, 1. Runde
Carl Zeiss Jena - Hamburger SV 3:2
Carl Zeiss Jena - Hamburger SV 3:2
Pflichtspielauftakt

Bevor die Bundesliga-Saison mit dem Gastspiel beim FC Bayern startet, musste Trainer Bruno Labbadia mit seinem HSV noch zu Carl Zeiss Jena im Pokal.
© Getty Images

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Aufstellungen, Einwechslungen & Reservebänke

Carl Zeiss Jena
Aufstellung:
Koczor    
J. Gerlach    
Krstic    
Bär        
Eckardt    
Schlegel    
Starke
V. Jovanovic        

Einwechslungen:
68. Vojvoda für Bär
87. Jo. Pieles     für V. Jovanovic
90. + 2 Wolfram     für Schlegel

Trainer:
Uluc
Hamburger SV
Aufstellung:
Adler    
Cleber
Spahic    
Ekdal    
Diaz
Holtby        
Olic    
Lasogga    

Einwechslungen:
61. Schipplock für Ekdal
70. Jung für Holtby
77. Gregoritsch     für Lasogga

Trainer:
Labbadia

Tore & Karten

 
Torschützen
1:0
J. Gerlach (15., direkter Freistoß, Linksschuss)
1:1
Olic (48., Linksschuss, Ilicevic)
2:1
V. Jovanovic (58., Rechtsschuss, Schlegel)
2:2
Gregoritsch (90. + 4, Linksschuss)
3:2
Jo. Pieles (106., Kopfball, Krstic)
Gelbe Karten
Jena:
Krstic
(1. Gelbe Karte)
,
Bär
(1.)
,
Koczor
(1.)
,
Wolfram
(1.)
HSV:
Spahic
(1. Gelbe Karte)
,
Holtby
(1.)

Spieldaten

Carl Zeiss Jena       Hamburger SV
Tore 3 : 2 Tore
 
Torschüsse 15 : 15 Torschüsse
 
gespielte Pässe 268 : 668 gespielte Pässe
 
angekommene Pässe 152 : 537 angekommene Pässe
 
Fehlpässe 116 : 131 Fehlpässe
 
Passquote 57% : 80% Passquote
 
Ballbesitz 29% : 71% Ballbesitz
 
Zweikampfquote 44% : 56% Zweikampfquote
 
Foul/Hand gespielt 23 : 18 Foul/Hand gespielt
 
Gefoult worden 17 : 23 Gefoult worden
 
Abseits 2 : 5 Abseits
 

Spielinfo

Anstoß:
09.08.2015 14:30 Uhr
Stadion:
Ernst-Abbe-Sportfeld, Jena
Zuschauer:
13800 (ausverkauft)
Schiedsrichter:
Frank Willenborg (Osnabrück)