Gegenüber dem Liga-Saisonabschluss bei Hertha BSC (3:1) stellte Bayern-Coach Louis van Gaal sein Team auf einer Position um und brachte Demichelis für Contento - Badstuber rückte von der Innen- auf die Linksverteidigerposition.
Bei Werder nahm Trainer Thomas Schaaf im Vergleich zum 1:1 gegen den HSV zwei Änderungen vor: Für Pasanen, der sich beim Abschlusstraining verletzt hatte, spielte Boenisch, und für Hugo Almeida kam Hunt zum Einsatz.
Im ausverkauften Olympiastadion begann die Partie mit viel Ballkontrolle der Bayern und einem Robben-Kracher, den Wiese über die Latte lenkte (3.). Demichelis' Kopfball nach der anschließenden Ecke rauschte über den Balken (4.).
Bremen war zunächst gar nicht im Spiel, eine Einzelaktion von Pizarro aber sollte den Knoten lösen: Der Peruaner tunnelte van Buyten und umdribbelte Schweinsteiger, scheiterte aber ebenso an Butt wie danach Frings und Hunt bei ihren Nachschüssen (8.).
Längst war viel Tempo im Spiel, vor allem Werders taktisches Konzept, bei Ballgewinn blitzschnell auszuschwärmen, sorgte zunächst für einen Überraschungseffekt. Van Bommel holte sich nach rüdem Einsatz gegen Borowski die erste Gelbe Karte ab (11.).

Die Rivalen hatten vor den Toren erste Duftmarken gesetzt und ließen danach kurzzeitig Vorsicht walten. Vieles spielte sich im Mittelfeld ab, in Strafraumnähe behielten die Defensivakteure die Oberhand. Fernschüsse waren nun das Konzept, Ausdruck des leichten Übergewichts der Münchner waren Versuche von van Bommel (18.) und Robben (23.).
Bremen zeigte gute spielerische Ansätze, es fehlte aber Pizarro in vorderster Front oft die Unterstützung, da Özil und Hunt zu weit zurückhingen. Mit vielen Ballstaffetten übernahmen die Bayern immer mehr wieder die Kontrolle und zeigten das variablere Offensivspiel. Olic und Müller verpassten Riberys Hereingabe um Zentimeter (25.), Robben schoss nach tollem Zusammenspiel mit Müller aus 16 Metern über das nur noch von Mertesacker bewachte Tor (30.).
Fünf Minuten später aber war es soweit: Olic wollte sich den Ball im Sechzehnmetertaum vorbeilegen an Mertesacker, der mit der Hand dran war - Elfmeter! Robben trat an und verwandelte humorlos und platziert ins rechte untere Eck - die verdiente Führung.
Zwar suchte der Titelverteidiger nach einer Antwort, biss sich aber mit untauglichen Versuchen an der stabilen Deckung des FCB fest oder vergab unkonzentriert eine der wenigen Schusschancen (Hunt, 44.). Kurz zuvor hatte es Müller auf der Gegenseite nach Riberys Solo verpasst, die Führung auszubauen (42.).
Mit Hugo Almeida für Hunt brachte Schaaf nach Wiederanpfiff eine echte zweite Spitze. Die Hanseaten legten los wie die Feuerwehr. Demichelis bremste Özils und Pizarros Zusammenspiel gerade noch aus (46.), Almeida schoss nach Borowskis Hereingabe Zentimeter vorbei (48.). Werders Offensivgeist eröffnete dem Rekordmeister Räume. Nach Bargfredes Einsatz gegen den durchgebrochenen Robben hätten sich die Grün-Weißen nicht über einen weiteren Elfmeterpfiff beschweren können (49.).
Zwei Minuten später versetzten die Schützlinge von van Gaal dem Kontrahenten den nächsten Tiefschlag. Wieder war Pechvogel Mertesacker beteiligt: Nach Robbens Eckball versuchte der Innenverteidiger per Kopf zu klären. Das Leder prallte von van Buyten zu Olic, der aus vier Metern abstaubte.
Mit Marin für Bargfrede brachte Schaaf die nächste Offensivoption und erhöhte damit natürlich noch einmal das Risiko. Der Titelverteidiger war angeschlagen, die Münchner vergaßen, teilweise zu verspielt, den Sack sofort zuzumachen (Müller, 54.). Bremen versuchte, zurückzukommen, doch gegen die starke Abwehr um van Buyten war an diesem Tag kein Kraut gewachsen.
Gefährlicher blieb der FCB, dem man den Spaß am Spiel anmerkte. Und der das Finale nach einer guten Stunde entschied: Nach einem Solo wählte van Bommel den richtigen Moment zum Steilpass auf Ribery, der frei vor Wiese eiskalt blieb und aus 16 Metern flach rechts unten einnetzte (63.).
Die Begegnung war somit frühzeitig entschieden. Frings holte sich mit einem Frustfoul - der Kapitän rutschte ohne Rücksicht auf Verluste in Schweinsteiger rein - die Ampelkarte (77.) ab.
Eine Demonstration bayerischer Spielkunst sollte aber noch folgen: Lahm spielte hoch links in den Strafraum auf Schweinsteiger, der das Leder mit der Brust annahm und dann überlegt mit dem Außenrist ins rechte Eck einschoss (83.).
Damit sicherte sich der FC Bayern gleichzeitig den 15. Pokalsieg und das Double und fährt mit einer großen Portion Selbstvertrauen zum Champions-League-Finale nach Madrid, wo am 22. Mai im Bernabeu-Stadion der italienische Meister und Pokalsieger Inter Mailand wartet.
| Werder Bremen |
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| Bayern München |
![]() ![]() Aufstellung: Butt (2) - Lahm (1,5) , van Buyten (3) , Demichelis (3) , Badstuber (2) - Schweinsteiger (1,5) - Ribery (2) - T. Müller (3) - Trainer:
van Gaal |
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0:1
Robben (35., Handelfmeter, Linksschuss)
0:2
Olic (51., Linksschuss, van Buyten)
0:3
Ribery (63., Rechtsschuss, van Bommel)
0:4
Schweinsteiger (83., Rechtsschuss, Lahm)
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Gelb-Rote Karten |
Gelbe Karten |
