Nach dem unglücklichen 1:1 im Hinspiel war es Arthur Boka, der den VfB mit seinem doppelt abgefälschten Schuss auf die Siegerstraße brachte. Der Ivorer ist bei den Schwaben ansonsten bisher nur selten als Torschütze aufgefallen. Seinen bisher letzten Treffer markierte der Linksverteidiger genau genommen am 13. November 2010 beim 3:3 gegen den 1. FC Kaiserslautern. "Ich wollte den Ball einfach ins Tor schießen", freute sich Boka und fügte an: "Mit Glück habe ich das Tor geschossen."
Christian Gentner, der im Hinspiel das 1:0 besorgt hatte und nun den Schlusspunkt setzte, war hocherfreut. "Er kommt nicht häufig in diese Position. Der Zeitpunkt hätte nicht besser sein können", sagte der Mittelfeldspieler. Für eine kleine Überraschung sorgte Trainer Bruno Labbadia mit seiner offensiven Ausrichtung gegen den vor allem über seinen Linksaußen Benjamin de Ceulaer gefährlichen dreimaligen belgischen Meister. Der Japaner Shinji Okazaki rutschte für Raphael Holzhauser ins Team und rochierte um Stürmer Vedad Ibisevic. "Shinji hat sehr viel Unruhe geschaffen", lobte der Trainer.
Mit Youngster Antonio Rüdiger in der Innenverteidigung neben Kapitän Serdar Tasci lag der VfB-Coach ebenfalls richtig. Als Ersatz für den Gelb-gesperrten Georg Niedermeier blieb der 19-Jährige die kompletten 90 Minuten cool. "Ich danke ihm für das Vertrauen", sagte Rüdiger in Richtung Trainer. "Ich denke, ich habe mir die Chance auch verdient.
"Es war leidenschaftlich. Aber die Jungs haben das super angenommen und auf ihre Chance gelauert. Jeder hat für jeden gekämpft. So soll das sein", sagte Sportdirektor Fredi Bobic.

Nun geht es im Achtelfinale also gegen Lazio Rom. Das Team von Vladimir Petkovic hat bewiesen, dass es auch ohne den verletzten Miroslav Klose Tore schießen kann. Gladbachs Keeper Marc-André ter Stegen musste insgesamt fünf Mal hinter sich greifen. "Wir freuen uns auf die nächste Runde", sagte der stets sichere Keeper Sven Ulreich. "Wir hoffen, wir können auch gegen Rom ein Ausrufezeichen setzen." Bobic frohlockt angesichts dieses "sehr renommierten" Gegners, Labbadia ist glücklich über die Fahrt in eine "unglaubliche Stadt". Verzichten muss Labbadia im Hinspiel allerdings auf Torjäger Vedad Ibisevic, der mit einer Gelbsperre pausieren muss.
Bis vor wenigen Tagen herrschte beim VfB mal wieder Krisenstimmung. Fünf Ligapleiten in Serie machten eine ordentliche Hinrunde zunichte. Doch die Verantwortlichen blieben ruhig, in Hoffenheim folgte ein knapper 1:0-Sieg. "Man muss ruhig sein und den Jungs Vertrauen schenken", bekräftige Bobic. Nun geht es in hoher Frequenz weiter, denn Stuttgart ist neben Dortmund und München trotz aller Krisen der einzige Verein, der auf allen drei Hochzeiten tanzt.
Bereits am Samstag wartet das Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg (Labbadia: "Das ist eine definitive Wettbewerbsverzerrung, aber damit muss man leben.") Und kommenden Mittwoch geht es im Viertelfinale des DFB-Pokals gegen den VfL Bochum. Dort möchte sich der VfB unbedingt bis ins Endspiel vorarbeiten, denn der Pokal ist der kürzeste Weg, um in der neuen Saison erneut international mitmischen zu dürfen. Am 7. März folgt zunächst das Heimspiel gegen Lazio, ehe die Schwaben eine Woche später nach Italien reisen.