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18.12.2012, 14:14

Freiburg: Interview mit Trainer Christian Streich

"Es wird sich zeigen, wie wir mit Lob umgehen"

Der SC Freiburg hat ein grandioses Fußballjahr 2012 durch den Sieg auf Schalke mit 53 Punkten abgeschlossen. Trainer Christian Streich führte die Breisgauer bis auf Rang fünf der Tabelle. "Rennen, kämpfen, alles herausholen, es dem Gegner schwer machen." So lautet das Erfolgsrezept des 47-Jährigen, der aber noch keine Europa-League-Hochrechnung aufmachen will.

53 Punkte im Jahr 2012: Für den SC Freiburg und Trainer Christian Streich geht ein tolles Jahr zu Ende.
53 Punkte im Jahr 2012: Für den SC Freiburg und Trainer Christian Streich geht ein tolles Jahr zu Ende.
© imagoZoomansicht

kicker: Herr Streich, war der Sieg auf Schalke die Krönung eines tollen Jahres?

Christian Streich: Es war ein tolles Erlebnis, dort zu spielen und auf Augenhöhe zu sein. Es war toll, aber nicht die Krönung.

kicker: 53 Punkte im Jahr 2012 sind aber ein neuer Vereinsrekord, der bisherige liegt bei 49.

Streich: Es ist schön, dass überhaupt so etwas möglich ist. Es dokumentiert, dass viele Leute wahnsinnig intensiv gearbeitet haben. Es ist toll, welchen Weg die Spieler mitgehen, in ihrer Haltung, ihrem Engagement, ihrer Kritikfähigkeit. Wir haben Spieler, die sehr ehrgeizig und hungrig sind und dabei gleichzeitig ihre Nebenleute nicht vergessen.

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kicker: Sie legen großen Wert auf Details und sagen über sich selbst, dass Sie manchmal nervig sein können.

Streich: Die Spieler müssen die entsprechende Reife und Arbeitsauffassung mitbringen, um damit umgehen zu können. Nur so können sie sich auf Dauer verbessern, sonst kommen sie nicht an ihre Grenzen.

kicker: Vergangene Rückrunde holte Freiburg im ersten Halbjahr unter Ihnen 27 Punkte, jetzt sind es 26, fast genauso viele. Wann war Ihnen klar, dass die Mannschaft dazu in der Lage ist?

Streich: Solche Erwartungen hegen wir im Trainerteam nicht. Für uns geht es darum so zu arbeiten, dass wir an die Grenze des Machbaren kommen. Es geht um den Prozess. Natürlich ist das Ziel, das über allem steht, der Nichtabstieg. Wir wussten, dass wir viele tolle Typen in der Mannschaft haben, mit denen man über ein paar Berge laufen kann. Mit ihnen kommt man gerne zusammen und denkt nicht: Oh je, was haben sie heute wieder im Kopf, das nächste Auto oder was weiß ich. Das ist für uns sehr, sehr wichtig.

kicker: Ginter, Freis, Rosenthal, Calvente - die Liste der schweren Verletzungen war lang. Wäre mit dem vorhandenen Kader bei optimalem Verlauf sogar noch mehr möglich?

Streich: Das weiß ich nicht. Unser Ziel ist einfach nur, so gut wie möglich Fußball zu spielen und den Zuschauern immer mal wieder ein Freude machen. Rennen, kämpfen, alles herausholen, es dem Gegner schwer machen - anders denke ich wirklich nicht.

kicker: Eine Europa-League-Hochrechnung gibt es also nicht?

Streich (lacht): Nein, wirklich nicht. Und wenn, müsste ich sogar Angst haben. Vereine, die überraschend in einen internationalen Wettbewerb kommen, steigen häufiger im darauffolgenden Jahr ab. Wenn wir in diesem Jahr noch ein paar Spiele mehr gehabt hätten, wäre die Zahl der Verletzten noch viel größer gewesen.

kicker: Was wäre jetzt der nächste Schritt?

Streich: Wir werden sehen, wie stabil wir sind, auch psychisch. Es wird sich zeigen, wie wir mit Lob umgehen können. Das kommt jetzt wieder auf uns zu und auch hier kommen wir irgendwann an unsere Grenzen.

Interview: Michael Ebert

Tabellenrechner 1.Bundesliga
18.12.12
 

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weitere Infos zu Streich

Vorname:Christian
Nachname:Streich
Nation: Deutschland
Verein:SC Freiburg

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