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05.02.2012, 17:53

TSG-Trainer greift durch - Wellington ausgeliehen

Stanislawski: "Einige meinen, ausscheren zu müssen"

Es wird langsam zur Tradition. Nach jedem blutleeren Auftritt seiner Mannschaft lässt es Hoffenheims Trainer Holger Stanislawski verbal ordentlich krachen. So verwunderte es nicht weiter, dass er auch nach dem 2:2 gegen Augsburg auf die Barrikaden ging - und eisige Zeiten für seine Mannen ankündigte.

Holger Stanislawski
Nachdenklich: Hoffenheims Trainer Holger Stanislawski blieb noch lange nach Schlusspfiff auf der Bank sitzen.
© imagoZoomansicht

"Mit dem Streicheln und Tätscheln ist es vorbei. Der Zeitpunkt ist gekommen, an dem nichts mehr schönzureden ist." Wehe, wenn Stanislawski in Rage gerät. "Wir haben alles falsch gemacht", hatte er im November nach dem 1:1 gegen Kaiserslautern erklärt. Zur Stimmung im Kraichgau fand er vor wenigen Tagen deutliche Worte. "Es ist einfach eine Katastrophe, was hier passiert", so der Hamburger enttäuscht.

Beim 2:2 gegen Augsburg brachte ihn nun wieder so manch einer seiner Spieler auf die Palme, letztlich sieht er sich aber selbst in der Verantwortung für das maue Abschneiden seiner Elf. Von Rücktrittsgedanken jedoch keine Spur: "Einknicken und aufgeben gibt es bei mir nicht. Ich bin nicht ohnmächtig, aber ich bin realistisch", sagte Stanislawski nach nur einem Sieg aus zehn Punktspielen. "Es liegt am Trainer. Ich trage die Verantwortung. Aber ich schmeiße nicht hin, ich stelle mein Amt nicht zur Verfügung, dann wäre ich nicht Holger Stanislawski."

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Ganz klar: Die Luft wird dünner - und die Stimmung immer eisiger. "Es war von dem einen oder anderen teilweise so, dass man Schwierigkeiten hat, sich mit der Leistung anzufreunden. Teilweise hatten wir ein Zweikampfverhalten wie im Amateurfußball in der untersten Klasse. Damit tue ich wahrscheinlich keinem Amateurspieler recht", flüchtete sich Stanislawski in Sarkasmus. Seine taktischen Vorgaben schienen manche seiner Schützlinge einfach zu missachten. "Wenn der ein oder andere spielt, wie ihm der Schnabel gewachsen ist, dann glaube ich nicht, dass dies angekommen ist. Wir predigen seit Monaten gewisse Dinge. Aber der eine oder andere hatte heute gar nicht so Lust dazu, dies umzusetzen."

Stanislawski kündigt personelle Wechsel an

Jede Menge Unruhe also, und das vor dem wichtigen DFB-Pokalspiel gegen die SpVgg Greuther Fürth am kommenden Mittwoch. Erstmals in der Vereinshistorie winkt den Kraichgauern der Halbfinaleinzug - garantiert mit einigen Änderungen im Team. "Taktische Disziplin, Wege für einen Mitspieler zu machen, ist bei dem ein oder anderen nur wenig vorhanden. Der ein oder andere ist zu sehr auf sich fixiert. Da fehlt die Bereitschaft, sich dem System unterzuordnen. Der ein oder andere meint, ausscheren zu müssen", sagte Stanislawski.

Jetzt werden diejenigen, die die Bereitschaft haben, ihre Chance bekommen. Die haben vielleicht nicht die individuelle Qualität, aber
den Leistungswillen.Holger Stanislawski

Ein Wir-Gefühl soll also wieder entstehen in Hoffenheim, Egoismus ist von nun an fehl am Platze. Gewinner der Partie gegen Augsburg sind somit die Ersatzspieler. "Jetzt werden diejenigen, die die Bereitschaft haben, ihre Chance bekommen. Die haben vielleicht nicht die individuelle Qualität, aber den Leistungswillen", sagte Stanislawski: "Die anderen hatten genügend Chancen." Manager Ernst Tanner scheint dem Kurs nicht entgegenhalten zu wollen. Laut Tanner hatten "einige Herren kein Interesse" an der vom Coach vorgegebenen Strategie. Tanner kündigte an, dass die Profis den Rest der Saison auf Bewährung spielen. "Wir werden uns ein Bild davon machen, wer die Bereitschaft zeigt und wer nicht", so der Manager.

Mit Neuzugang Srdjan Lakic dürfte gegen Greuther Fürth in jedem Falle zu rechnen sein. Der Angreifer kam gegen Augsburg erst ab der 75. Minute zum Einsatz. Bleiben die offenen Fragen: Wen trifft der Bannstrahl des Trainers? Und wer profitiert? Am Mittwoch werden sie beantwortet.

Wellington nach Brasilien verliehen

Nicht mehr die Gelegenheit dazu wird Wellington bekommen. Der Stürmer wechselt mit sofortiger Wirkung und auf Leihbasis zum Clube Atlético Linense. Der 23-Jährige soll für den Klub aus dem Bundesstaat São Paulo bei der derzeit laufenden Regional-Meisterschaft zum Einsatz kommen. Das Leihgeschäft zwischen der TSG und CA Linense endet am 31. Juli 2012.

Wellington, der 2008 für 4,5 Millionen Euro zu den Hoffenheimern gekommen war, wird damit bereits zum fünften Mal ausgeliehen. Das letzte seiner 19 Bundesliga-Spiele bestritt er im August 2009.

Zuletzt hieß es, der Stürmer würde bis Ende Juni weiter an den Zweitligisten Botafogo Ribeirao Preto in Brasilien verliehen, doch dieser Transfer zerschlug sich vor einigen Tagen.

05.02.12
 
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18SC Freiburg25:4417

weitere Infos zu Stanislawski

Vorname:Holger
Nachname:Stanislawski
Nation: Deutschland
Verein:1899 Hoffenheim

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