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15.06.2017, 14:43

Das ist neu beim Confed Cup

Videobeweis, vierter Wechsel, mehr Netto-Spielzeit

Der Confed Cup in Russland - nicht nur für die Mannschaften eine Chance zu testen. So soll zum Beispiel der Videobeweis ein weiteres Mal einer Prüfung unterzogen werden. Doch das ist nicht die einzige Neuerung, die Fans und Spieler beim Turnier in Russland erwartet.

Standen am Donnerstag Rede und Antwort: Marco van Basten und Massimo Busacca (re.).
Standen am Donnerstag Rede und Antwort: Marco van Basten und Massimo Busacca (re.).
© picture allianceZoomansicht

Erstmals werden bei einem großen FIFA-Turnier die Video-Schiedsrichter zum Einsatz kommen, um bei spielentscheidenden Situationen wie Toren, Abseits, Roten Karten oder Elfmetern die Korrektur offensichtlicher Fehlentscheidungen zu ermöglichen. "Das Wichtigste ist die Ehrlichkeit des Spiels", sagte Massimo Busacca, Schiedsrichter-Chef der FIFA, und berichtete von guten Erfahrungen bei der U-20-WM in Südkorea.

Doch wie genau läuft das eigentlich ab bei einer Entscheidung per Videobeweis?

Das Prozedere

Zwei Schiedsrichter und ein auf Abseitsfragen spezialisierter Assistent werden während der 16 Partien des WM-Testlauf in Russland eingreifen können. Sollte eine Schiedsrichter-Entscheidung nach dem Einschreiten von einem der drei revidiert werden, wird das Ganze den Zuschauern im Stadion auf der Videoleinwand erklärt. Dabei wird sich der Referee auf dem Platz nicht immer selbst die Szene noch einmal anschauen. Nur wenn es der "Video Assistant Referee" (VAR) für nötig hält, um sich mit dem Schiedsrichter abzusprechen oder ihn mittels der TV-Bilder zu überzeugen.

Insgesamt acht Referees hat die FIFA für diese Aufgabe nominiert, sie sind per Funk mit dem Referee auf dem Platz verbunden. "Es geht darum, dass wir die klaren Fehler vermeiden, und wir sind auf einem guten Weg", sagte Marco van Basten. Der einstige Weltklasse-Stürmer ist FIFA-Direktor für technische Entwicklung und hatte in der jüngeren Vergangenheit mit revolutionären Ideen wie der Abschaffung der Abseitsregel für Aufsehen gesorgt. Aber: "Es ist unmöglich, immer die perfekte Entscheidung zu treffen - weil es bei vielen Szenen um Interpretationen geht."

Bei der Junioren-WM habe es in 52 Spielen zwölf Eingriffe gegeben, sieben Situationen hätten letztlich sogar Einfluss auf den Ausgang des Spiels und damit auf den Turnierverlauf gehabt, berichtete Busacca. Ob die Video-Referees - wie von FIFA-Chef Gianni Infantino gewünscht - auch bei der WM 2018 zum Einsatz kommen, ist noch nicht entschieden.

Vierte Auswechslung bei Verlängerung erlaubt - mehr Nachspielzeit

Und was ist sonst noch neu? Zum Beispiel die vierte Auswechslung bei Verlängerung, wie zum Beispiel in Deutschland schon im DFB-Pokal praktiziert. Zudem hat sich die FIFA das Ziel einer höheren Netto-Spielzeit und mehr Fair Play auf die Fahnen geschrieben. "Die Schiedsrichter sollen strikter handeln bei Fehlverhalten der Spieler gegen sie. Das ist etwas, was die FIFA unbedingt eliminieren möchte. Es muss mehr Respekt vor den Refeeres geben. Darüber wurden alle Mannschaften informiert", sagte van Basten: "Zudem wollen wir die Netto-Spielzeit, die derzeit in guten Fällen bei knapp einer Stunde liegt, erhöhen. Die Zuschauer wollen Fußball sehen - und nicht darauf warten. Am Ende sollen alle Spiele mehr oder weniger die gleiche Netto-Spielzeit haben."

Die Referees sollen verstärkt auf Zeitspiel bei Verletzungen und Auswechslungen achten. Auch die Sechs-Sekunden-Regel für den Torwart soll wesentlich strenger ausgelegt werden, übertriebener Jubel nach Toren soll in der Nachspielzeit ebenso berücksichtigt werden - die Zeit für den Videobeweis sowieso. Deswegen rechnet van Basten beim Confed Cup mit längeren Nachspielzeiten. Laut van Basten erhofft sich die FIFA eine erfolgreiche Einführung aller Neuerungen, da sie auch bei der WM-Endrunde 2018 in Russland zum Einsatz kommen sollen. Die nicht mehr ganz so neue Torlinientechnik wird ohnehin beim Confed Cup und der WM eingesetzt.

las/dpa/sid

15 Confed-Cup-Teilnehmer, die man aus Deutschland kennt
Einer aus der 4. Liga: Deutschland-Legionäre beim Confed Cup
Arturo Vidal (li.) , Mitchell Langerak, Chicharito, Gonzalo Jara (von oben)
Bekannt aus der Bundesliga, gefordert in Russland

Nicht nur die deutsche Nationalelf hat beim Confed Cup in Russland Bundesliga-Profis zu bieten. Hier kommen 15 Akteure von anderen Teilnehmerländern, die entweder noch immer in Deutschland aktiv sind oder einst in der Bundesliga gespielt haben - einer ist gerade in die 3. Liga aufgestiegen.
© Getty Images, imago

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