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19.09.2012, 17:00

Valencia: Interview mit Trainer Mauricio Pellegrino

"Unser Traum beginnt mit dem Bayern-Spiel"

Die Nacht von Mailand 2001, das Finale der Champions League gegen den FC Bayern München wird Mauricio Pellegrino nie vergessen. Damals verlor der heutige Valencia-Trainer als Profi mit den Spaniern das Finale - 4:5 im Elfmeterschie­ßen. Mehr noch: Der Argentinier scheiterte mit dem letzten entschei­denden Schuss an Oliver Kahn, der mit seinem dritten gehaltenen Elfmeter zum Matchwinner wurde.

Mauricio Pellegrino scheitert an Oliver Kahn
Die Entscheidung im Finale 2001: Valencias Maurico Pellegrino scheitert an Bayern-Keeper Kahn.
© imagoZoomansicht

kicker: Herr Pellegrino, wie oft dach­ten Sie in den vergangenen Tagen an diese Nacht und speziell an die­sen Elfmeter?

Mauricio Pellegrino (40): Gerade jetzt kommt es wieder hoch. Aber vor allem deshalb, weil mich viele Leute darauf ansprechen.

kicker: Sie selbst denken sonst eher selten an jenen Abend?

Pellegrino: Wenn, dann aufgrund des langen Abstandes an Jahren eher positiv. Es war sportlich eine große Enttäuschung, absolut. Aber es ist auch eine gute Erinnerung, weil ich bei einem der größten Abende des FC Valencia dabei war.

kicker: Die mit dem von Oliver Kahn gegen Sie gehaltenen Elfmeter je­doch in der Niederlage endete.

Pellegrino: Aber nochmal: Es war eine sportliche, keine menschliche Niederlage. Daher habe ich auch gute Erinnerungen. Wir haben da­mals mit Valencia etwas geschafft, was der Klub nie erreicht hatte.

CL-Saison 2012/13

kicker: Bereits im Jahr 2000 war das Finale gegen Real Madrid 0:3 verlo­ren worden. Wie groß war 2001 der Frust, erneut nur Zweiter zu sein?

Pellegrino: Groß, doch anders. Gegen Bayern waren wir viel näher dran. Da fehlten nur Kleinigkeiten.

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kicker: Eine war Ihr Elfmeter?

Pellegrino: Ich schoss in meiner Kar­riere insgesamt drei, nur einmal traf ich nicht. Leider war es im Finale.

kicker: Sie sagten unlängst, dieser Abend sei die "größte Lehre meines Lebens gewesen." Warum?

Pellegrino: Weil ich mir vorwarf, Elf­meter nicht geübt zu haben.

kicker: Bekamen Sie mit, dass Kahn noch vor dem ganz großen Jubel mit Bayern zu Valencia-Keeper Ca­nizares ging, und ihn tröstete?

Pellegrino: Das war eine sportliche, aber auch menschliche Geste, doch ehrlich: Als Verlierer hast du in so einem Moment nur mit deiner ei­genen Traurigkeit zu tun.

kicker: Was, wenn Sie Ex-Bayern-Spieler wie Stefan Effenberg oder Oliver Kahn nun in München tref­fen sollten?

Pellegrino: Dann werde ich sie selbst­verständlich ganz normal grüßen.

kicker: War die Niederlage damals die größte Ihrer Karriere?

Pellegrino: Sie war sehr hart, aber wie gesagt, längst ziehe ich das Positive daraus.

kicker: Vielleicht ja auch, wie man es überhaupt bis ins Finale schafft.

Pellegrino: So ähnlich. Damals hätte auch keiner gedacht, dass Valencia zweimal ins Finale kommt. Aber wir können uns das jetzt nicht vorneh­men, wir müssen von Spiel zu Spiel denken. Erst wenn wir die Gruppe überstanden haben, können wir nach vorne blicken. Dann ist im­mer alles möglich. Unser Traum ist, so weit wie möglich zu kommen. Und dieser Traum beginnt mit dem Bayern-Spiel.

kicker: Auf was muss Ihr Team be­sonders achten, um in München zu bestehen?

Pellegrino: Wir müssen vorne die kleinsten Chancen nutzen und müssen in der Defensive hochkonzentriert agieren. Vor allem müs­sen wir das Ganze Spiel über den Rhythmus hoch halten.

kicker: Wäre ein Remis ein Erfolg?

Pellegrino: Wir brauchen viele Punk­te, um weiterzukommen. Da weiß ich nicht, ob ein Punkt in München am Ende reicht.

kicker: Auf welche Spieler bei Bayern müssen Sie am meisten achten?

Pellegrino: Auf alle, Bayern hat sich mit Mandzukic und Javi Martinez zudem gut verstärkt, das hat das Potenzial noch mal vergrößert.

kicker: Ist Bayern Gruppenfavorit?

Pellegrino: So sagen es die Fakten. Bayern vereint Kraft und Qualität, startete mit drei Siegen in die Liga. Wir leisteten uns zuletzt beim 2:1 gegen Vigo manchen Lapsus. Aber Statistik entscheidet keine Spiele. Wir machen uns daher Hoffnungen.

Interview: Jörg Wolfrum

19.09.12
 

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