Schalke: Taktik erwies sich als untauglich
Neuer als Problemfall
Eine Niederlage, die in dieser Form auch den internen Druck auf Trainer Slomka wachsen lässt. Nicht nur, weil sich seine Taktik, die Gastgeber über die Flügel zu knacken ("Dort ist Chelsea verwundbar.") wegen der schwachen Lövenkrands und Asamoah als untauglich erwies. Vielmehr ist das "Überwintern zumindest im UEFA-Cup" eines der Ziele, an denen der Vorstand um Präsident Josef Schnusenberg (66) den Coach misst. Die Champions-League-Gruppe hinter Trondheim als Vierter abzuschließen, würde als krasse Enttäuschung, wenn nicht Versagen empfunden.
Champions League
"In Chelsea muss jeder an sein Limit gehen", hatte Fabian Ernst (28) gefordert. Eher das Gegenteil trat ein: Nur Ernst und Jones konnten zumindest dagegenhalten. Kein gutes Zeichen für die richtungsweisenden Wochen in der Liga. Zum speziellen Problemfall mutiert aktuell der Torwart-Shooting-Star der Vorsaison: Manuel Neuer (21), der vier Tage nach dem Blackout von Rostock (1:1) sein Team mit einem erneuten krassen Patzer auf die Verliererstraße brachte. Als er die Kugel beim 0:1 durch Arme und Beine flutschen ließ, wirkte Neuer, als habe er das kleine Einmaleins des Torhüterspiels verlernt. Indiz dafür, dass er Fehler und Diskussionen offenbar doch nicht so problemlos verarbeitet wie es durch seine coole Ausstrahlung wirken mag.
Demonstrativ hatten sich die Kollegen vorm Chelsea-Spiel hinter ihn gestellt. Manager Andreas Müller (44) erklärte zur Pause auf Premiere: "Er muss den Ball halten, keine Frage. Aber ich habe nicht den Eindruck, dass er nervös ist." Ganze 180 Sekunden später sah Neuer auch beim 0:2 nicht souverän aus (Chelseas Champions-League-Rekordschütze Drogba schaffte im 30. Einsatz seinen 14. Treffer).
DFB-Sportdirektor Matthias Sammer (40) hatte auf Sat.1 noch kurz vorm Anpfiff geschwärmt: Im Zenit seiner Karriere werde Neuer einmal "der beste Torwart der Welt" sein. Anspruchsdenken, vor dem Neuer in nächster Zeit erst mal verschont bleiben dürfte. Schließlich scheint schon der selbst auferlegte Druck, den Fehler von Rostock "in Chelsea wieder gutzumachen", eine Nummer zu groß gewesen zu sein.
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