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12.03.2019, 17:21

Hassliebe zur Champions League

Warum ManCity-Fans seit Jahren die CL-Hymne ausbuhen

Bei vielen Profis löst die Champions-League-Hymne Gänsehaut aus, viele Fans von Manchester City buhen sie dagegen regelmäßig aus. Dafür gibt es viele Gründe - beginnend mit einem Vorfall 2012.

Manchester-City-Fans bei einem Champions-League-Heimspiel
Ein langes "Buuuuuuh": Manchester-City-Fans bei einem Champions-League-Heimspiel.
© picture allianceZoomansicht

Kürzlich machte die Meldung die Runde, dass Manchester City Tickets für das Heimspiel gegen Schalke via Zeitungsanzeigen zu Schleuderpreisen anbiete. Tenor: Die Fans sehen Schalke offenbar so sehr als Pflichtübung, dass ihnen sogar ein Achtelfinalrückspiel ziemlich einerlei ist. Doch in Wahrheit ist vielen City-Fans etwas anderes einerlei: die Champions League selbst.

In Manchester geht man zwar davon aus, dass das Schalke-Spiel heute Abend (21 Uhr, LIVE! bei kicker.de) mit 50.000 Zuschauern doch noch ausverkauft sein wird, doch freie Plätze bei Champions-League-Heimspielen sind wahrlich keine Seltenheit im Etihad Stadium. Und die Buhrufe, sobald die traditionelle Champions-League-Hymne kurz vor dem Anpfiff ertönt, gehören ohnehin dazu.

Guardiola lapidar: "Ich finde, letztes Mal waren es schon weniger Buhrufe"

Auch heute werden viele der Fans, die das Spiel nicht gleich ganz boykottieren, mutmaßlich auf diese Weise wieder ihren Unmut gegen die UEFA ausdrücken. "Ich finde, letztes Mal waren es schon weniger Buhrufe", meinte City-Trainer Pep Guardiola am Montag lapidar zu dieser heiklen Thematik. Und etwa "gegen Liverpool letztes Jahr (CL-Viertelfinalrückspiel, d.Red.) gab es die Verbindung zwischen uns und den Fans."

Er weiß, dass es während seiner Amtszeit schon ganz anders war. Nach seinem ersten Champions-League-Heimspiel auf der City-Bank, dem 4:0 gegen Gladbach im September 2016, hatte sich Guardiola verwundert über die vielen leere Ränge gezeigt - seinerzeit etwa 20.000 Plätze - und an die Fans appelliert, "zu vergessen, was in der Vergangenheit war". Bei den City-Fans kam das weniger gut an. Sie sehen gute Gründe für ihr Verhalten.

Alles begann 2012 mit Balotelli und einer 30-Sekunden-Verzögerung

Alles begann mit zwei UEFA-Urteilen im Frühjahr 2012: Der FC Porto war damals zu einer Geldstrafe von 20.000 Euro verurteilt worden, weil Anhänger City-Stürmer Mario Balotelli in der Europa League rassistisch beleidigt hatten. Kurz darauf musste ManCity dafür zahlen, dass es gegen Sporting Lissabon in der Halbzeitpause etwa 30 Sekunden zu spät wieder aufs Spielfeld zurückgekehrt war - 30.000 Euro.

Und seitdem hat sich die Beziehung durch weitere Vorfälle kaum entspannt. Weite Teile der City-Anhänger nehmen der UEFA die Millionenstrafe übel, die sie 2014 gegen den Klub wegen Verstößen gegen das Financial Fair Play aussprach. Im selben Jahr wurde City dann als unschuldiger Gast auch noch Opfer einer von der UEFA ausgesprochenen Stadionsperre bei ZSKA Moskau - wobei viele City-Fans ihre Reise nach Russland bereits gebucht hatten und dann vor Ort miterleben mussten, wie hunderte Personen, offenkundig ZSKA-Anhänger, ins Stadion gelassen wurden; teilweise, so hieß es, gar betrunken.

Einmal ermittelte die UEFA sogar gegen die Buhrufe der City-Fans

Damals, also noch vor Beginn der Guardiola-Ära, erreichte der Protest der City-Fans seinen Höhepunkt. Die UEFA leitete wegen der andauernden Buhrufe gegen die Champions-League-Hymne gar Ermittlungen ein, die jedoch keine Konsequenzen nach sich zogen. Die City-Anhänger nahmen die UEFA damals mit lautlosen "Boo" ("Buh")-Plakaten aufs Korn.

Die Hassliebe vieler Anhänger hält bis heute an. Einerseits träumen sie vom ersten Champions-League-Triumph, andererseits wollen sie ihre Wut auf die UEFA nicht zurückhalten. Und weil diese im Zuge der "Football Leaks"-Enthüllungen inzwischen Ermittlungen wegen finanzieller Unregelmäßigkeiten gegen ManCity eingeleitet hat, werden die Pfiffe heute Abend eher lauter als leiser werden.

jpe

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kicker.tv - Hintergrund- 12.03., 13:41 Uhr
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Die späte 2:3-Niederlage im Achtelfinal-Hinspiel gegen Manchester City schmerzt Schalke 04 noch immer. Trotz aller Abstiegssorgen in der Bundesliga - die Königsblauen glauben an ihre Restchance aufs Weiterkommen in der Champions League.
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