UEFA-Präsident Ceferin zeigt sich aufgeschlossen

Champions-League-Finale in NYC? Gespräche laufen

Champions League - 10.09. 19:58

Die Internationalisierung des Fußballs schreitet voran - das ist kein Geheimnis. Auch die Champions League stellt da keine Ausnahme dar. Nun gibt es Überlegungen, das Finale des bedeutendsten europäischen Klubwettbewerbs außerhalb Europas auszutragen. Gespräche sollen bereits laufen.

Skyline von NYC: Wird das mal die Kulisse eines CL-Finales? © imago

Jaumes Roures, Geschäftsführer der spanischen Rundfunkgesellschaft "Mediapro", bestätigte beim katalanischen Radiosender "El Mati", dass "laufend Gespräche geführt" werden, um "die Machbarkeit eines zukünftigen Champions-League-Finales in New York City" zu erörtern.

Neu ist diese Idee nicht, so gab es schon vor über zehn Jahren in England Überlegungen, ein Ligaspiel außerhalb des Vereinigten Königreichs stattfinden zu lassen. Nach zahlreicher Kritik wurde diese Idee aber nicht weiterverfolgt. Anders sieht die Sachlage in Spanien aus: Dort wurde erst kürzlich ein Deal ausgemacht, wonach in den nächsten 15 Jahren je ein La-Liga-Spiel pro Saison in den USA oder Kanada ausgetragen werden soll. Nicht jedem gefällt das: Es hagelte harsche Kritik von Spielern, Fans und sogar vom spanischen Fußballverband RFEF, der Ligaverband hält dennoch weiter an seinem Plan fest und will das Produkt "La Liga" weiter vermarkten.

Die Spanier sind nicht die einzigen, die so etwas machen: So fand der französische Supercup zwischen Paris und Monaco im chinesischen Shenzhen statt, der spanische in Marokko und die italienische Supercoppa wurde auch schon in Doha, Shanghai oder Peking ausgetragen. Das übergeordnete Ziel ist ziemlich klar: Neue Märkte sollen erschlossen, ergo mehr Geld generiert werden.

Keine Bundesliga-Spiele im Ausland

Ein Trend, dem nicht überall nachgeeifert wird. So machte DFL-Boss Christian Seifert im Zuge des Fußballgipfels des Wochenmagazins "Die Zeit" unmissverständlich klar, dass die Bundesliga "niemals ein Punktspiel außerhalb Deutschlands spielen" würde. "Ein offizielles Meisterschaftsspiel, bei dem es um Punkte geht, die über die Teilnahme an internationalen Wettbewerben oder Auf- und Abstieg entscheiden können, im Ausland auszutragen, ist meiner Meinung nach ein Zeichen des mangelnden Respekts den Fans und Spielern gegenüber", so Seifert.

Ob das auch auf europäischer Ebene, sprich der UEFA, so gesehen wird? Wohl eher nicht. So gab sich UEFA-Präsident Aleksander Ceferin durchaus offen für New York. "Ich denke, dass das eine Idee für die Zukunft sein könnte", meinte der Slowene kürzlich in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AP und verriet dann auch noch, warum dies seiner Meinung nach für die Fans kein Problem wäre: "Um beispielsweise von Portugal nach Aserbaidschan zu kommen, braucht man im Prinzip genauso lange wie bis New York."

Letztlich wird die Zukunft zeigen, ob der Henkelpott eines Tages in den New Yorker Himmel gestoßen wird oder nicht. 2018/19 wird es jedenfalls noch nicht soweit sein, denn das kommende Endspiel um die europäische Königsklasse findet in Madrid statt, genauer gesagt im Estadio Wanda Metropolitano, der Heimstätte von Atletico Madrid.

drm