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20.04.2017, 12:15

Dortmund: Schwierige Umstände, hausgemachte Defizite

BVB kapituliert vor "Klopp-Fußball"

International ist die Reise zu Ende. National geht sie weiter. "Wir müssen jetzt in der Bundesliga liefern", fordert Marco Reus. Thomas Tuchel wird sich nach dem 1:3 (0:2) von Borussia Dortmund im Viertelfinal-Rückspiel in der Champions League in Monaco kritische Fragen gefallen lassen müssen.


Aus Monaco berichtet Thomas Hennecke

Mit dem BVB überfordert in Monaco: Erik Durm.
Mit dem BVB überfordert in Monaco: Erik Durm.
© picture allianceZoomansicht

In der Champions League scheiterte Borussia Dortmund an extrem schwierigen Umständen, an hausgemachten Defiziten und an einem Gegner, der sich wesentliche Stilelemente von Jürgen Klopps Fußball zu eigen macht. Das entbehrt nicht einer gewissen Ironie.

Was auch am Donnerstag noch schmerzte: Es war kein übermächtiges Team, das für den BVB nach grandioser Vorrunde mit Gruppensieg, einem Europarekord an Toren und zwei Unentschieden gegen Real Madrid (jeweils 2:2) das Stoppschild aufstellte. Monaco mit seinem zugegeben rasanten Umschaltspiel, das stark an den überfallartigen (und am Ende verpönten) Fußball unter Jürgen Klopp in der glorreichen Champions-League-Rallye 2012/13 erinnerte, wäre an zwei guten Abenden schlagbar gewesen.

Nur, es gab diese zwei guten Abende nicht. Sie standen stark unter dem Einfluss eines perfiden Sprengstoff-Attentates am Dienstag vor einer Woche. Und die Schreckensmomente dieses Abends wallten in den Dortmunder Spielern wieder auf, als sie am Mittwochabend für "16, 17 Minuten" (Thomas Tuchel) von der Polizei an der Abfahrt zum Spiel gehindert wurden. Das, verriet der BVB-Trainer, habe noch einmal ein "beklemmendes Gefühl" erzeugt.

Wir standen nicht eng genug beieinander.Marco Reus

Auch Marco Reus sprach von einem "Unwohlsein" im Bus, wollte daraus aber keinen Grund für die Niederlage konstruieren: "Das glaube ich nicht." Der erst zur zweiten Hälfte eingewechselte Marcel Schmelzer verwies angenehm-ehrlich darauf, dass wir "einiges selbst verbockt haben"; die angesichts der Vorgeschichte unangenehme Situation im Bus dürfe "keine Ausrede" sein.

"Überraschungsgast" Durm

Bedeutungsvoller für den missglückten Ablauf des Abends wird Tuchels Aufstellung gewesen sein, die so gar nicht mit dem vorher propagierten Motto ("Angriff von der ersten bis zur letzten Minute") korrespondierte und mit Erik Durm einen völlig überforderten Überraschungsgast bereithielt. "Das nehme ich auf mich", sagte Tuchel später.

Glückloses Coaching

Durm hatte wegen muskulärer Probleme einen Monat gefehlt - aber auf Tuchel einen "frischen Eindruck" im Training gemacht. Im Spiel irrlichterte der WM-Teilnehmer von 2014 auf der rechten Seite, bis ihn Tuchel erlöste und mit der Einwechslung Ousmane Dembelés auch gleich seinen zweiten Irrtum korrigierte: das System mit Dreierkette. Als er umstellte, war die Messe im Grunde gelesen, Monaco führte mit 2:0.

Tuchels glückloses Coaching mitsamt der nur schwer nachvollziehbaren Auswechslung des bis dahin besten Dortmunders Nuri Sahin war die eine Sache - die defensive Inkonsequenz und Passivität seiner Spieler die andere. "Wir standen nicht eng genug beieinander", haderte Reus, "wir hatten bei Flanken keine Zuordnung." Sahin, der durch einen künstlerisch wertvollen Freistoß (Innenpfosten) und einige beherzte Balleroberungen im Mittelfeld deutliche Akzente setzte, räumt ein: "Wir müssen als Mannschaft besser verteidigen."

50. Pflichtspiel-Gegentor

Valère Germains Tor zum 3:1 bedeutete dann auch gleich ein trauriges Jubiläum: Es war schon das 50. (!), das die Borussia in den Pflichtspielen dieser Saison kassierte. Konkurrenzfähig ist sie damit auf Dauer nicht. Und international schon gar nicht.

Video zum Thema
kicker.tv Hintergrund- 20.04., 08:55 Uhr
"Riesenenttäuschung" nach Dortmunder CL-Aus
Borussia Dortmund unterlag Monaco im Viertelfinal-Rückspiel der Champions League mit 1:3 und schied chancenlos aus. "Eine Riesenenttäuschung", fand BVB-Torhüter Roman Bürki. Aber allen Beteiligten war noch immer die große psychische Last des Bombenattentats vom vergangenen Dienstag anzumerken. "Ich bin stolz, ein Teil dieser Mannschaft zu sein", so Bürki, "wir haben vor Augen geführt bekommen, dass es Wichtigeres gibt als Fußball."
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41 Leserkommentare

Kopperle
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21.04.2017 | 20:43

@MacWheily

...das stimmt natürlich...ich denke, das kann man unterschiedlich auffassen...ich hätte es so aufgefasst, [...]
Riffeltier
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21.04.2017 | 12:59

Kapitulieren trifft es nicht

Sah für mich eher nach Wollen aber nicht können aus...wenn die Mannschaft und die jungen Spieler zusammen [...]
MacWheily
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21.04.2017 | 11:58

@kopperle

Ja, in der Bewertung der Taktik, des Spielers sind wir uns einig.

Ich finde nur nicht, dass das Einges[...]
dossi82
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21.04.2017 | 01:25

Busreisen sind derzeit für den A....

Schon erstaunlich wie schnell manche vergessen das letzte Woche, mitten in Deutschland auf offener Strasse, [...]
deingewissen
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21.04.2017 | 01:15

@berlino

"Und gestern die Warterei im Bus wird bei einigen sicherlich auch wieder die Gedanken genau darauf gerichtet [...]

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weitere Infos zu Sahin

Vorname:Nuri
Nachname:Sahin
Nation: Deutschland
  Türkei
Verein:Borussia Dortmund
Geboren am:05.09.1988

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Vorname:Erik
Nachname:Durm
Nation: Deutschland
Verein:Borussia Dortmund
Geboren am:12.05.1992

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Vorname:Thomas
Nachname:Tuchel
Nation: Deutschland


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