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22.02.2016, 16:23

Italiener hoffen nicht nur auf ihr Abwehr-Bollwerk

"Jedes Team hat Schwächen": Juve bereit für Bayern

"Juve, was für ein Pech" - das Achtelfinal-Los Bayern löste in Turin keine Jubelstürme aus. In München aber auch nicht. Zumal der italienische Rekordmeister nach missglücktem Start mächtig Fahrt aufnahm. 15-mal in Folge gewannen die Bianconeri, ehe es bei der Generalprobe nur zu einem 0:0 reichte. Juve glaubt an seine Chance - und setzt dabei nicht nur auf seine Abwehrstärke, sondern auch auf einen Weltmeister und einen Ex-Münchner.

Andrea Barzagli
"Bereit für den Kampf": Juve-Abwehrchef Andrea Barzagli.
© Getty ImagesZoomansicht

Zehn Spiele, zwölf Punkte - mit der Bilanz eines Abstiegskandidaten startete die stolze "vecchia signora" in die Saison 2015/16. Die Abgänge von Leistungsträgern wie Pirlo, Vidal, der am Dienstagabend an alte Wirkungsstätte zurückkehrt, oder Tevez waren für die Turiner nicht so leicht zu verkraften. "Den vielen Neuen musste klar gemacht werden, dass sie jetzt bei Juve sind, wo sie entweder alle drei Tage spielen, um zu gewinnen, oder auch mal längere Pausen akzeptieren müssen", sagte Trainer Massimiliano Allegri unlängst im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung". Und der Rekordmeister nahm mächtig Fahrt auf, rollte das Feld in der Serie A von hinten auf. Nach dem 1:0 im Topspiel gegen den SSC Neapel, dem 15. Liga-Erfolg in Serie, thronte Juve wieder an der Spitze der Liga.

Auch wenn die Siegesserie beim 0:0 in Bologna am Freitag riss: Die Turnier geben sich vor den Duellen mit dem Bundesliga-Spitzenreiter selbstbewusst. "Wir wissen, dass Bayern eine der drei besten Mannschaften der Welt ist, aber dass wir zuhause spielen wird uns einen richtigen Schub verleihen", kündigt Abwehr-Recke Barzagli an: "Jedes Team hat Schwächen und es ist unser Job, sie zu finden. Wir sind bereit für den Kampf."

Prunkstück Abwehr: Buffon ist seit 836 Minuten ohne Gegentor

Der frühere Wolfsburger gehört bei Juve einem Block von Routiniers an, der im Teamgefüge eine wichtige Rolle spielt. Buffon, Chiellini, Bonucci, Marchisio und eben Barzagli - "unsere Senatoren", meinte Allegri: "In dieser Saison haben sie wieder bewiesen, dass sie diesen Titel zu Recht tragen und nicht bloß alte Säcke sind." Die Abwehr, in der Chiellini im Hinspiel wohl verletzt fehlen wird, ist das Prunkstück der Turiner. Buffon ist seit 836 Minuten ohne Gegentor, trotz des miserablen Saisonstarts kassierte Juve in der Liga erst 15 Gegentreffer (40 Prozent davon nach Standards: Ein Ansatzpunkt für Bayern?).

Sami Khedira
"Er macht sehr wenige Fehler, steht fast immer richtig": Mit Sami Khedira hat Juve noch nie verloren.
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Eine Schlüsselrolle spielt bei den Bianconeri auch Khedira, der mit Fug und Recht als "Glücksbringer" durchgeht. Mit dem Weltmeister auf dem Platz hat Juve in 16 Pflichtspielen noch nicht verloren. "Ich halte Sami für einen ganz großen Spieler", schwärmte Allegri in der "SZ": "Er ist umsichtig, er versteht es großartig, das Spiel zu lesen und zu animieren. Er mag langsam wirken, genau wie früher Pirlo. Aber das täuscht, er strahlt einfach Ruhe aus. Er macht sehr wenige Fehler, steht fast immer richtig."

Viel Lob für den früheren Stuttgarter. Auch die "Gazzetta dello Sport" ist sich vor dem Hinspiel am Dienstag sicher: "Er will nicht schlecht aussehen, erst Recht nicht gegen die Deutschen." Gleiches dürfte in noch stärkerem Maße auch für den von Pep Guardiola in München einst aussortierten Mandzukic gelten, der nach überstandener Wadenverletzung auf einen Einsatz brennt.

Er mag langsam wirken, genau wie früher Pirlo. Aber das täuscht, er strahlt einfach Ruhe aus. Er macht sehr wenige Fehler, steht fast immer richtig.Juve-Coach Massimiliano Allegri über Sami Khedira

Neue Glanzlichter erhoffen sich die Turiner, die in der Luft stark sind und in der Liga schon acht Kopfballtore erzielten, auch von Angreifer Dybala (22), dem in der Liga schon 13 Treffer gelangen, in Europa allerdings noch kein einziger, und dem Hochbegabtesten im Juve-Kader: Darüber, dass Pogba im Mittelfeld ein echter Diamant ist, besteht kein Zweifel. In seinen Leistungen ist der Franzose allerdings noch zu inkonstant. Welcher Pogba zeigt sich am Dienstag? Die Antwort darauf dürfte Juves Chancen maßgeblich beeinflussen.

Die letzten drei Duelle mit Bayern haben die Bianconeri im Übrigen verloren, zuletzt 2013, als die Münchner auf dem Weg zum Champions-League-Triumph von Wembley auch in Turin gewannen (2:0). Seitdem hat Juve auf europäischer Bühne kein Heimspiel mehr verloren (10/6/0).

Paul Pogba
Der Hochbegabteste im Juve-Kader: Paul Pogba.
© Getty Images

"Ich glaube, wenn man Guardiola und seine Spieler fragen würde, ob es gegen uns leicht wird, würden sie Nein antworten", ist sich Linksverteidiger Evra sicher. Es werde darauf ankommen, entspannt zu sein und das Spiel zu genießen, meinte der Franzose: "Ansonsten gehst du raus und fühlst dich, als ob du eine 20-Kilo-Weste anhast." Allegri ist ohnehin entspannt - und lässt sich nicht in die Karten schauen: "Ich bin ein intuitiver Typ. Ich verlasse mich lieber auf meine Eingebung als auf mein Taktikschema vom Vorabend der Partie."

ski

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22.02.16
 
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