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13.05.2015, 00:48

Kommentar von kicker-Chefreporter Karlheinz Wild

Ein versöhnliches Aus - doch die Fragen bleiben

Der FC Bayern hat sich versöhnlich aus der Champions League verabschiedet. Nach der deutlichen 0:3-Niederlage im Hinspiel in Barcelona gab es im zweiten Teil des Halbfinales einen 3:2-Sieg. Trotz der frühen 1:0-Führung durch Medhi Benatias Kopfballtreffer in der siebten Minute vermochten die Münchner die Katalanen allerdings nie definitiv in Verlegenheit zu bringen: Messi, Suarez und der zweimalige Torschütze Neymar hatten den Rückstand in gut 20 Minuten spielerisch in ein 2:1 und damit in den sicheren Final-Einzug verwandelt.


Aus München: kicker-Chefreporter Karlheinz Wild

Raus mit Applaus: Bernat, Schweinsteiger, Müller, Lahm und Thiago (v.li.).
Raus mit Applaus: Bernat, Schweinsteiger, Müller, Lahm und Thiago (v.li.).
© imagoZoomansicht

Als die technisch feine, ungemein ballsichere Barça-Vertretung nach der Pause dieses Ergebnis nur noch verwaltete, setzten ihnen die Bayern großen Willen sowie unermüdlichen Einsatz entgegen und noch zwei Tore ins Netz, erst Robert Lewandowski (59.), dann Thomas Müller (74.), beide mit raffinierten Schlenzern. Zu mehr reichte es jedoch nicht.

Die beiden Vorschlussrunden-Resultate spiegeln ziemlich genau das aktuelle Leistungsvermögen beider FCB-Teams wieder. Der FC Barcelona kann mit dem vollem Orchester aufspielen, während dem FC Bayern wesentliche Solisten fehlen, vor allem die Tempomacher Arjen Robben, Franck Ribery und David Alaba.

Außerdem gönnen sich Pep Guardiolas Eleven immer wieder die gleichen Patzer, den baldigen 1:0-Vorsprung vermochten sie nicht über eine gewisse Zeitspanne zu konservieren, zwei Mal ließen sie im Defensivverbund klaffende Lücken und wurden wieder einmal im Rücken der Abwehr ausgespielt. Dieser Mangel muss nicht mit dem Personal zusammenhängen, er ist ein Systemfehler. Die nicht unbedingt spurtstarke Mittelfeld- und Abwehrreihe war wieder einmal zu weit vorgerückt - wie vor einem Jahr gegen Real Madrid, wie beim 1:4 in Wolfsburg, wie beim dritten Tor in Barcelona, wie jüngst gegen Augsburg.

Pep Guardiola darf nun seine Spieler wie so oft mit Komplimenten zuschütten - für ihren Kampfgeist haben Lahm und Kollegen sehr wohl höchste Anerkennung verdient -, dennoch war der Kapitän der Erste, der seine berechtigte große Enttäuschung zugab. Jerome Boateng, sichtlich angefressen, äußerte sich gar nicht. Es steht also einiger Frust im Raum.

So wird das Talent Götze zerstört

kicker-Chefreporter Karlheinz Wild
kicker-Chefreporter Karlheinz Wild

Am allermeisten bei Mario Götze. Obwohl Thiago nach etwa einer Stunde ganz offensichtlich körperlich am Ende war, durfte er sich 90 Minuten durchschleppen, während Götze erst ab der 87. Minute mitspielen durfte - für wen? Natürlich für Thomas Müller, Guardiolas Favoriten bei Auswechslungen. Götzes späte Einwechslung kann nur als Demütigung dieses veranlagten, zuletzt sicher nicht in Topform auftretenden Spielers gewertet werden. Diese Personalie muss alsbald zwischen dem Trainer, den anderen Klub-Verantwortlichen und dem Profi mit der Nummer 19 diskutiert werden. Sonst wird dieses Talent zerstört. Das Gerede von der großen Unterstützung für Götze - wie nun von Matthias Sammer wieder angesprochen - wird auf Dauer nichts bewirken.

Aber auch andere Fragen werden die FCB-Entscheider besprechen müssen, obwohl der 3:2-Sieg die Aufgeregtheiten nach dem ersten Halbfinale im Camp Nou etwas einebnen wird. Eine ungeschönte Jahresleistungsbilanz aller Spieler - der so oft Verletzten Schweinsteiger oder Franck Ribery wie der Talente Juan Bernat oder eben Götze - muss erstellt werden, außerdem erfordert die Altersstruktur des Kaders eine sachliche Erörterung, genauso die vielen taktischen und personellen Experimente, denen der Trainer seine Mannschaft zuweilen ohne Not aussetzt.

Souveräner Meister ist der FC Bayern in der Bundesliga geworden - ein respektabler, dennoch zu erwartender Titel bei diesem höchstkarätigen Personal. Die anderen beiden Trophäen werden andere Klubs abräumen, den Münchnern bleiben nur Komplimente für ein ehrenwertes Ausscheiden in der Champions League sowie ein unglückliches im DFB-Pokal gegen Dortmund.

Für sie ist das nicht mehr als ein ungeliebter Trostpreis.

Champions League, 2014/15, Halbfinale
Bayern München - FC Barcelona 3:2
Bayern München - FC Barcelona 3:2
Ernstfall für den Champion

Am Montag trainierten Lionel Messi & Co. noch locker in der Münchner Arena, am Dienstag wurde es ab 20.45 Uhr ernst.
© picture alliance

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13.05.15
 

71 Leserkommentare

Sciathan
Beitrag melden
14.05.2015 | 14:57

Kaum zu glauben

Also vorweg - Ich hab erst gar nicht alle Beiträge hier gelesen, das wurde mir nach kurzer Zeit schon [...]
ElPatron10
Beitrag melden
14.05.2015 | 14:57

Fehler der Bayern

- mit Kroos nicht verlängern (absoluter Leistungsträger und Zukunft des FC Bayern als Chef im Mittelfeld [...]
Mark888
Beitrag melden
14.05.2015 | 13:10

Bayern gut?

Wer hier behauptet, dass Bayern gut war, lügt sch nur selber in die Tasche.

Bayern war nur so[...]
m.stone
Beitrag melden
14.05.2015 | 12:39

Schlechtes Personal

Ich lese hier immer wieder dass einige Bayern-Spieler zu schwach sind um international mitzuhalten - [...]
Klein-Assauer
Beitrag melden
14.05.2015 | 09:11

Guter Trainer Pep Guardiola, guter Sportdirektor Matthias Sammer

Ein guter Trainer erkennt die Möglichkeiten im Spiel seiner Mannschaft spätestens bis zur Halbzeit.
Fa[...]

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Gründungsdatum:27.02.1900
Mitglieder:270.329 (27.11.2015)
Vereinsfarben:Rot-Weiß
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81547 München
Telefon: (0 89) 69 93 10
Telefax: (0 89) 64 41 65
E-Mail: info@fcb.de
Internet:http://www.fcbayern.de

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